Fahrplan wird angepasst Reederei Frisia reagiert auf Mangel an Seepersonal
Ab 2023 müssen sich Juist-Reisende auf Änderungen im Fahrplan einstellen. Das hat mit der Personalsituation zu tun. Wie sieht es bei weiteren Reedereien aus?
Ostfriesische Küste - Um in Zeiten des Fachkräftemangels ihr Seepersonal zu entlasten, will die AG Reederei Norden-Frisia ihren Juist-Fahrplan für 2023 anpassen. Das teilt das Norddeicher Unternehmen am Freitag mit. Merken werden das Passagiere, die in der Frühe mit der ersten Fähre ans Festland wollen. Zwischen April und Oktober werden man nämlich fortan an 63 Tagen morgens von Norddeich aus den Fährbetrieb beginnen. „Wir haben diese Maßnahme beschlossen, um die bislang rund 200 Liegetage für unser Seepersonal auf Juist zu reduzieren“, wird Reedereivorstand Carl-Ulfert Stegmann zitiert. Darüber hinaus biete man ihnen nun separate Crewtransfers mit der Schnellfähre in Richtung Norddeich an.
Die Versorgung von Juist sei weiterhin sichergestellt. „Wie bisher werden an den Wochenenden und an den bekannt hochfrequentierten An- und Abreisetagen ein oder mehrere Schiffe über Nacht auf der Insel liegen und damit Frühfähren für den optimalen Urlauberwechsel ab Juist zur Verfügung stehen“, heißt es weiter. Außerdem „wird es mehr Tagesfahrten als in den Jahren zuvor ab Norddeich nach Juist geben.“
Ausflugsfahren ausgefallen
Mit diesen Maßnahmen reagiere man auf die „personelle Gesamtsituation der Branche und vor dem Hintergrund der Veränderungen in der Arbeitswelt“, so Stegmann weiter. Immerhin gebe es andere Reedereien und Fluggesellschaften, die schon ganze Verbindungen aufgrund von Personalmangel ausfallen lassen müssten.
Auf Nachfrage unserer Zeitung bei den anderen Reedereien an Ostfrieslands Küste hieß es am Freitag jedoch, das bei keiner von ihnen schon personalbedingt Fahrten im Linienverkehr entfallen mussten. Nur für Spiekeroog wollte man uns dazu keine Auskunft geben, da die zuständigen Ansprechpartner nicht erreichbar waren. Allerdings mussten zuletzt aufgrund von Coronafällen Ausflugsfahrten entfallen, heißt es von den Verantwortlichen für den Fährbetrieb nach Langeoog und Borkum.
Jörg Schmidt, Chef des zwischen Norddeich, Juist, Neßmersiel und Baltrum verkehrenden Töwerland-Expresses, bestätigt jedoch, dass der Markt an Kapitänen und Decksleuten leer gefegt und die Fluktuation hoch sei. Gleichzeitig verschärften die Behörden auch noch die Personalvorschriften. Corina Habben, Sprecherin der für Borkum zuständigen AG Ems, wünscht sich ebenfalls mehr Personal. Gerade aufgrund von Corona-Infektionen sei es zuletzt schon mal eng geworden.