Hamburg Der Camping-Knigge: Was gehört sich und was nicht?
Innerhalb jeder Gruppe von Menschen gibt es einen Verhaltenskodex – ungeschriebene Gesetze, die das gesellschaftliche Zusammenleben erst ermöglichen. So auch auf dem Campingplatz.
Auf Campingplätzen treffen nicht nur verschiedene Nationalitäten, sondern auch Generationen, Einkommensschichten und Charaktere aufeinander. Das eröffnet Chancen des Austausches, birgt aber auch Konfliktpotenzial. Das Camping-Magazin „Caravaning“ hat seine Leserinnen und Leser nach den wichtigsten Dos and Don‘ts unter Zeltlern und Wohnmobilisten gefragt. Das waren die wichtigsten Verhaltensregeln.
In der Hochsaison kann es auf den Campingplätzen in beliebten Urlaubsländern schnell voll werden. Gerade auf Plätzen ohne Parzellierung sollte man deshalb darauf achten, die Privatsphäre seiner Mitmenschen zu achten. Wer sich an dem Gespräch der Nachbarn beteiligen kann, ohne die Stimme zu heben, ist deutlich zu nahe dran. Aber auch wer seinen Nachbarn grundlos durch ihren „Vorgarten“ läuft, sollte spätestens bei wiederholten Vergehen mit bösen Blicken rechnen.
Wer sich nicht mit seinen Mitmenschen unterhalten möchte, sondern lieber die Ruhe genießt, muss sich auch auf dem Campingplatz an keinen Gruppenaktivitäten beteiligen. Ein freundliches „Hallo“ hat aber noch niemanden geschadet.
Einen Wohnwagen in Position zu bringen, kann gerade bei den älteren Modellen ohne Fernbedienung ein kleiner Kraftakt sein. Umso mehr Leute sich beteiligen, umso schneller ist die Arbeit erledig. Deshalb ist es auf Campingplätzen üblich, seinen Nachbarn Hilfe anzubieten. Nicht selten wird die Hilfsbereitschaft im Nachhinein auch mit einem Kaltgetränk belohnt.
Diese Verhaltensregel gilt vor allem für Besitzer großer Wohnmobile. Wer sich mit seinem Wohnpalast in die erste Reihe stellt, kann damit schnell den Zorn anderer Camper auf sich ziehen. Diese haben dann nämlich die längste Zeit einen Platz mit Meerblick gehabt.
Nicht alle Menschen hören gerne Deutschrap oder interessieren sich für Exclusiv - Das Starmagazin. Auch auf dem Campingplatz gilt deshalb das Gebot der Zimmerlautstärke. In der Nacht sollte Fernseher, Radio und Musikbox möglichst ausbleiben.
Auf manchen Plätzen werden Duschzeiten mithilfe digitaler Chips oder durch Münzeinwurf geregelt. Ist das nicht der Fall, ist das aber kein Freibrief für die 15-Minuten-Wohlfühldusche. Mal abgesehen davon, dass Wasser in vielen südeuropäischen Ländern ein knappes Gut ist, wollen auch die Mitmenschen ihren Urlaub nicht damit verbringen, vor der Dusche Schlange zu stehen. Das gleicht gilt für die Toiletten und Waschbecken.
Dass kein Müll in die Natur geworfen wird, sollte unter Campern selbstverständlich sein. Man wirft seinen Dreck ja auch nicht ins eigene Wohnzimmer. Aber auch für die Sanitäranlagen und Gemeinschaftsküchen gilt: Alle Menschen freuen sich darüber, saubere Räumlichkeiten vorzufinden.
Der Urlaub ist eigentlich die Zeit im Jahr, in denen es keinen zu interessieren hat, was ich trage (oder nicht trage). Es fühlen sich aber nicht alle wohl, wenn man(n) nur mit einer knappen Badehose bekleidet den Supermarkt oder das Restaurant aufsucht. Wer sich unbedingt frei machen will, steuert also lieber direkt einen FKK-Platz an.
Grundsätzlich gilt aber auch beim Campen „Leben und leben lassen“. Wer sich stundenlang an den Verfehlungen seiner Nachbarn abarbeitet, wird wohl kaum Erholung finden. Zum Wohle des eigenen Blutdrucks und der Harmonie auf dem Platz kann es sicher auch nicht schaden, über den ein oder anderen Fehltritt hinwegzusehen. Wenn eine Verfehlung dann doch mal zum Nachbarschaftsstreit ausartet, kann man zum Glück auch schnell wieder getrennte Wege gehen.
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