Wetterrückblick Juli Zu wenig und zu starker Regen
Fast der gesamte Regen im Juli verteilte sich auf nur drei Tage. Zu wenig für die ausgetrockneten Böden. Dabei versteckte sich die Sonne meistens.
Emden - „Zu warm, zu trocken, weniger Sonne“, eröffnet Jörg Deuber, Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das Gespräch über die Rückschau des Monats Juli. Tatsächlich wich der Monat in beinahe allen Bereichen von den Durchschnittswerten der letzten Jahre ab. Im Vergleich der langjährigen Mittelwerte von 1961 bis 1990 war er deutlich zu warm und vor allem zu trocken.
Die durchschnittliche Temperatur lag an der Emder Messstation diesen Juli mit 17,7 Grad einen gesamten Grad über dem langjährigen Mittel. Die zwei heißesten Tage, an denen die Temperatur auf dem Thermometer über die 30-Grad-Marke kletterte, waren der 19. und 20. Juli. „Für Küstenverhältnisse untypisch“, kommentiert Deuber diese hohen Temperaturen.
Mitte des Monats war am kältesten
Auch an fünf weiteren Sommertagen hatte der Wetterfrosch Leiterstufen zu klettern, da die 25 Gradmarke geknackt wurde. Trotz der hohen Temperaturen sei der vergangene Monat aber nicht mit den langanhaltenden Hitzewellen von 2018 oder 2019 vergleichbar.
Der perfekte Tag für eine wärmende Tasse Tee war der 17. Juli. An diesem fiel die Temperatur auf ein Monatsminimum von kühlen 8,8 Grad.
Zwei Drittel des Niederschlags fielen an drei Tagen
Der Regen hielt sich diesen Monat zurück. Mit einer gesamten Niederschlagsmenge von etwa 58 Litern pro Quadratmeter regnete es fast ein Drittel weniger als normalerweise. Und der Regen, der fiel, fiel sehr konzentriert: Das Gewitter, mit dem sich der Juli am 31. verabschiedete, machte dabei 17,4 Liter aus. Weitere Tage, um den Südwester auszupacken, waren der 15. Juli und 20. Juli, an denen jeweils mehr als zehn Liter fielen. Insgesamt kam an diesen drei Tagen fast der gesamte Monatsniederschlag vom Himmel.
Somit regnete es nicht nur wenig, sondern auch selten und die Böden trockneten weiter aus. Und das ist ein Problem, erklärt Deuber: Regnete es doch mal eine Stunde, so konnte der ausgetrocknete Boden das Wasser nicht aufnehmen und der Niederschlag floss in die Kanalsysteme oder Sieltiefs. Dies belastete vor allem die landwirtschaftlichen Betriebe.
Die Sonne war schüchtern, Wind glänzt mit Abwesenheit
Auch die Sonne machte sich rar. Statt knapp 200 Sonnenstunden, schien sie im vergangenen Monat etwa 177 Stunden. An manchen Tagen ließ sie sich weniger als 30 Minuten blicken. Schuld an den bewölkten Tagen seien nördliche Strömungen gewesen, so Deuber. Feuchte Luft von der Nordsee strömte aufs Land und kondensierte über der warmen Luft.
Für Wind- und Kitesurfer dürfte der Juli enttäuschend gewesen sein. Einzig am 7. und 14. Juli wurde eine, für den Monat maximale, Windstärke von 7 Beaufort erreicht. Auch wenn die Sommermonate ohnehin zur windstillsten Zeit gehören würden, hätten in den vergangenen Jahren oft Sommergewitter für stürmischere Tage gesorgt. Deuber ist der Ansicht, dass die Anzahl der Gewitter dieses Jahr etwas geringer war als normal: „Es hätte gut zwei Gewitter mehr geben können.“
Aussichten für das Wochenende
Der Auftakt zum Wochenende könnte geräuschvoll werden. Jörg Deuber hält es für möglich, dass den Norden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Hitzegewitter erwarten. Freitag wird es durchwachsen. Neben maximalen Höchsttemperaturen von 20 Grad sind etwas Niederschlag und Wind zu erwarten.
Der Nordwestwind hält sich auch am Wochenende, mit freundlichen 21 Grad und wenig Niederschlag. Freundlich soll es weiter gehen: Bis kommende Woche Dienstag seien keine größeren Niederschlagsmengen zu erwarten, der Wind bliebe erhalten und die Sonne zeige sich täglich sechs bis zehn Stunden.