Hammerwerferin aus Marienhafe Diese starke Frau bringt nichts aus der Bahn
Zwei Corona-Infektionen und dann noch Rückenschmerzen: Nele grote Hölmann aus Marienhafe kämpft sich nach ihren Zwangspausen immer wieder zurück - und freut sich auf die Norddeutschen Meisterschaften.
Marienhafe - Nele grote Hölmann ist nicht nur im Wurfring eine starke Frau. Die junge Hammerwerferin aus Marienhafe lässt sich vom Corona-Virus und von anhaltenden Rückenschmerzen nicht unterkriegen und kämpft sich immer wieder ins Training zurück. Der Lohn dafür war kürzlich eine neue persönliche Bestleistung. Bei einem Wettkampf in Moorhusen steigerte sie sich um fast drei Meter auf 43,32 m. Damit hat sie sich locker für die Norddeutschen Meisterschaften – die Norm im Hammerwurf liegt bei 36 m – qualifiziert. Im September wird die 20-Jährige in Rostock antreten.
Mit ihrer neuen persönlichen Bestmarke belegt Nele grote Hölmann in der Niedersächsischen Bestenliste der Frauen momentan Platz vier – nur 20 Zentimeter hinter Julia Besch vom VfR Evesen (Stadt Bückeburg), die mit einer Weite von 43,52 m den dritten Platz einnimmt.
Die erste Corona-Infektion warf sie komplett aus der Bahn
Seit Anfang des Jahres konnte die ehrgeizige Ostfriesin allerdings nur mit angezogener Handbremse trainieren. Starke Rückenschmerzen bremsten sie aus. „Beim Werfen wirken rund 100 Kilogramm auf den Körper“, sagt grote Hölmann, die in der Frauen-Klasse mit dem vier Kilogramm schweren Gerät in den Wurfring steigt. Hinzu kommen zwei Corona-Infektionen, die ihr Körper durchstehen musste. Vor allem die erste Infektion im Mai vergangenen Jahres zehrte an ihren Kräften. „Die hat mich komplett aus der Bahn geworfen“, sagt die 20-Jährige. „Als ich zu Hause die Treppe hochgegangen bin, musste ich mich direkt wieder hinlegen. Ich habe an diesen Tagen eigentlich nur geschlafen“, sagt sie. Ihre Kraftausdauer sei nach den zwei Wochen Quarantäne so gut wie weggewesen. Die zweite Corona-Infektion im vergangenen Juni sei zwar nicht ganz so schlimm gewesen, dennoch musste sie erneut eine Zwangspause einlegen.
Nele grote Hölmann kämpfte sich aber Schritt für Schritt in ihren Trainingsalltag zurück. Einen großen Teil dazu hat ihr Trainer Harm Kowalczik beigetragen. „Ihm habe ich sportlich alles zu verdanken“, sagt grote Hölmann. Die beiden kennen sich seit rund sechs Jahren, denn erst im Alter von 14 Jahren entdeckte grote Hölmann die Leidenschaft für die Leichtathletik für sich. „Das ganze Wissen, was ich von ihm habe, gebe ich mittlerweile selbst weiter“, sagt die 20-Jährige, die 2019 ihre Trainerassistenzausbildung abschloss und Harm Kowalczik des Öfteren beim Training unterstützt. Denn außer grote Hölmann, deren Heimatverein der TV Marienhafe ist, trainieren Amke und Enno Dirks sowie Ostfrieslands momentane Spitzenwerferin Heike Schwitters von Fortuna Wirdum bei dem Norder Hammerwurf-Spezialisten. „Nele ist mittlerweile in der Lage, ihre eigenen Fehler zu erkennen und zu korrigieren“, sagt Kowalczik und ist weiter voll des Lobes: „Sie ist eine brillante Technikerin und sie hat ein unglaubliches Körper- und Bewegungsgefühl.“
Winzige Details entscheiden über den perfekten Wurf
Das ist beim Hammerwurf besonders wichtig. „Für einen perfekten Wurf muss einfach alles stimmen“, sagt grote Hölmann. „Dafür sind winzige Details beim Wurf ausschlaggebend.“ Ihre persönliche Bestleistung möchte sie weiter steigern. Ihr Ziel sind 45 Meter.
Nele grote Hölmann, die ihren Bundesfreiwilligendienst jüngst beendet hat und ab September gerne ein Grundschullehramtsstudium beginnen möchte, gönnte sich in der vergangenen Woche erst einmal Urlaub – auch, um nach den vielen Zwangspausen neue Kraft für ihre bereits zweiten Norddeutschen Meisterschaften zu tanken.