Start der Fußball-Bezirksliga  Vereinsvertreter sehen zwei Titelaspiranten und viele Geheimfavoriten

| | 03.08.2022 14:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der TV Bunde sicherte sich am letzten Spieltag der vergangenen Bezirksliga-Saison den Titel. Somit gehen die Rheiderländer als der „Gejagte“ in die neue Spielzeit. Die Favoritenrolle nimmt der TV an. Foto: Doden/Emden
Der TV Bunde sicherte sich am letzten Spieltag der vergangenen Bezirksliga-Saison den Titel. Somit gehen die Rheiderländer als der „Gejagte“ in die neue Spielzeit. Die Favoritenrolle nimmt der TV an. Foto: Doden/Emden
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Am Donnerstag beginnt der Spielbetrieb in Ostfrieslands interessantester Liga. Die Bezirksligisten sind voller Vorfreude und erwarten ein enges Rennen an der Spitze.

Ostfriesland - Geht es nach dem Empfinden der Vereinsvertreter, steht eine hochinteressante und spannende Saison in der Fußball-Bezirksliga bevor. Zudem sei die Qualität der Liga noch mal höher als in der abgelaufenen Spielzeit, ist die einhellige Meinung, wie eine Umfrage unserer Zeitung bei den Bezirksligisten ergab. „Mit Bunde ist der Meister in der Liga geblieben. Zudem kommen neben uns Aufsteigern mit Leer und Westrhauderfehn auch zwei ostfriesische Teams aus der Landesliga dazu“, erklärt Uwe Welzel von Liganeuling SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel. Die Qualitätssteigerung der Liga liege auch daran, „dass viele Bezirksligisten sehr gute Arbeit machen“, ergänzt Marten Sandmann, Trainer der Sportfreunde Larrelt.

Landesliga-Absteiger TuRa Westrhauderfehn startet als einer der Topfavoriten in die neue Saison. Foto: Damm
Landesliga-Absteiger TuRa Westrhauderfehn startet als einer der Topfavoriten in die neue Saison. Foto: Damm

Matthias Schmidt von Titelverteidiger TV Bunde erwartet eine „anspruchsvolle Spielzeit für alle 18 Teams“. Der TV-Coach freut sich am meisten darüber, dass es wieder eine „komplette Liga“ gibt und nicht zwei Staffeln mit einer folgenden Auf- und Abstiegsrunde wie in der Vorsaison. Das bedeutet für die Vereine mehr Spiele. Hatten die Teams in der abgelaufenen Saison zwischen 22 und 24 Spielen bestritten, stehen für sie in dieser Spielzeit 34 Partien an.

Favoriten reden sich gegenseitig stark

Das erste Bezirksliga-Spiel der Saison 22/23 steht an diesem Donnerstag an. Um 19.15 Uhr gastiert der FC Norden beim SV Holtland. Die Partie vom Wochenende wurde wegen der Feierlichkeiten des Holtlander Hauptsponsors vorverlegt. Der SVH war das Überraschungsteam schlechthin der abgelaufenen Spielzeit. Von einigen war die Mannschaft von Trainer Jörn Janssen als Abstiegskanditat gehandelt worden, auch das Team hatte lediglich den Ligaverbleib als Saisonziel ausgegeben. Dieses wurde mit der Qualifikation für die Aufstiegsrunde frühzeitig erreicht, bis kurz vor Saisonende hatte Holtland sogar noch Titelchancen. Die starke Spielzeit spielte dem SV Holtland auch bei der Kaderplanung für die neue Saison in die Karten. So konnten acht Neuzugänge, die meisten mit Bezirksliga- oder sogar Landesliga-Erfahrung, von einem Wechsel nach Holtland überzeugt werden. Entsprechend stieg auch die eigene Erwartungshaltung. Statt nur der Klassenerhalt soll es nun ein einstelliger Tabellenplatz werden.

Manch ein Ligagefährte traut dem SV Holtland gar noch deutlich mehr zu. Drei von den 18 Klubs gaben den SV als Meisterschaftskandidaten an. Nur zwei Vereine wurden deutlich öfter genannt – und das mit Abstand. So starten der TV Bunde (15 Nennungen) und TuRa Westrhauderfehn (12 Nennungen) als Top-Favoriten in die neue Spielzeit. „Mit der Meisterschaft in der abgelaufenen Saison haben wir uns das selber eingebrockt“, sagt Bundes Trainer Matthias Schmidt mit einem Augenzwinkern. „Vor der Favoritenrolle werden wir uns gewiss nicht verstecken. Wir wollen wieder unter die ersten Drei, sehen TuRa aber etwas weiter als uns“, schiebt Schmidt die Rolle des Titelaspiranten rüber nach Westrhauderfehn. Dort wird die Meinung der Klassengefährten zum einen mit Verständnis aufgenommen. „Es ist klar, dass wir als Landesliga-Absteiger für viele in der Bezirksliga zum Favoritenkreis gehören“, sagt Fußballobmann Christian Schulte. Zum anderen meint er: „Viele kennen aber unsere Interna nicht. Wir haben einen gewaltigen Umbruch zu meistern. Das dauert ein wenig. In punkto Eingespieltheit, Konstanz und Robustheit sehe ich Bunde und auch andere Teams wie Larrelt etwas weiter als uns.“ Der SV Wallinghausen, der sich wie Holtland gut verstärkt hat, hat Schulte als Geheimfavorit auf dem Zettel.

Aufsteiger Jheringsfehn mit Hammer-Auftaktprogramm

Die Mannschaft von Neu-Coach Ewald Mühlenbruck steht in dieser Rolle aber nicht allein auf weiter Flur. So wurden neben den bereits genannten Teams auch der TuS Pewsum, der TuS Middels, Germania Leer, der SV Großefehn und der TuS Strudden mindestens einmal als Meisterschaftskandidat genannt. „Die Liga ist sehr ausgeglichen, das Leistungsgefälle ist nicht mehr so groß wie früher“, ordnet Larrelt-Trainer Marten Sandmann ein. „Es wird kein Team geben, das 80 Prozent der Spiele gewinnt und alleine vorneweg marschiert.“

Die drei Aufsteiger SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel, Ostfrisia Moordorf und Concordia Suurhusen werden dagegen nicht in der vorderen Tabellenhälfte erwartet. Sie selbst peilen den Klassenerhalt an. Dafür müssen sie mindestens vier Teams hinter sich lassen. „Da sehe ich uns nicht chancenlos“, sagt SV-Trainer Uwe Welzel. „Wir haben eine junge Truppe vom Fehn und kommen auch über unsere Geschlossenheit.“ Das Auftaktprogramm von Jheringsfehn hat es allerdings in sich. In der Liga geht es direkt gegen die Top-Favoriten – erst TuRa, dann Bunde. Danach steht noch das Bezirkspokalspiel gegen Landesligist Firrel an.

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