Geld vom Land  Bessere Hilfe bei Unfällen – Feuerwehr Loppersum stockt auf

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 02.08.2022 16:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hydraulische Scheren, wie hier bei einer Übung der Feuerwehr Uthwerdum, und Spreizer werden eingesetzt, um Menschen zum Beispiel aus Autos zu befreien. Foto: Feuerwehr
Hydraulische Scheren, wie hier bei einer Übung der Feuerwehr Uthwerdum, und Spreizer werden eingesetzt, um Menschen zum Beispiel aus Autos zu befreien. Foto: Feuerwehr
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Der Haushalt der Gemeinde Hinte ist klamm. Jetzt greift das Land bei Beschaffungen für die Feuerwehr unter die Arme.

Loppersum/Hinte - Gute Nachricht für die Gemeinde Hinte und speziell für die Feuerwehr Loppersum: Das Land Niedersachsen macht Geld locker. 35.000 Euro gibt es für die Beschaffung eines neuen Hilfeleistungssatzes für Verkehrsunfälle.

Das Geld ist Teil einer 16 Millionen Euro schweren Bedarfszuweisung für finanzschwache Kommunen, speziell für Ausgaben zum Brandschutz und für Hilfeleistungen. Die Gemeinde ist eine von insgesamt 28 Kommunen, die vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport bedacht werden.

„Die Fahrzeugtechnik entwickelt sich aber weiter und auch die Einsatztechnik“

Die Gemeinde Hinte hatte die Gelder beantragt. „Wir freuen uns natürlich“, so Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) gegenüber dieser Zeitung. Die Investition ist Teil des Feuerwehrbedarfplanes der Gemeinde, der im vergangenen Jahr beschlossen wurde. „Der Hilfeleistungssatz geht nach Loppersum“, sagt Hintes neuer Gemeindebrandmeister Bastian Kahlert auf Nachfrage.

Unter einem Hilfeleistungssatz für Verkehrsunfälle versteht man spezielles Gerät, welches vor allem zum Retten von eingeklemmten Personen benötigt wird. Der Satz besteht vor allem aus einer hydraulischen Schere und einem hydraulischen Spreizer und dem notwendigen Aggregat. Schon jetzt gibt es solche Geräte bei der Feuerwehr Loppersum. „Die Fahrzeugtechnik entwickelt sich aber weiter und auch die Einsatztechnik“, so Kahlert. Deswegen sei die Neuanschaffung sinnvoll. Der alte Satz wird aber nicht weggeworfen oder eingemottet, sondern wird künftig von der Feuerwehr Hinte genutzt. Die Aufgaben der Feuerwehr, das zeigten Gespräche und Statistiken in der jüngeren Vergangenheit immer wieder, verlagern sich stark. Brandeinsätze werden unter anderem wegen Rauchmeldern und einer stärkeren Sensibilisierung der Bevölkerung weniger, Hilfeleistungen nehmen hingegen zu.

Land fördert noch weitere Anschaffungen

Rund 45.000 Euro kostet der neue Hilfeleistungssatz insgesamt, die Hilfe vom Land senkt die notwendigen Investitionen aus der Gemeindekasse also gehörig. Dafür nimmt Redenius auch in Kauf, dass man umdisponieren muss. „Eigentlich war die Anschaffung erst im Haushalt für das kommende Jahr vorgesehen“, so der Bürgermeister. Nun werde man aber die Anschaffung entsprechend vorziehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Land der Gemeinde bei Anschaffungen rund um die Feuerwehr unter die Arme greift. Auch das rund 190.000 Euro teure neue Feuerwehrfahrzeug für Suurhusen werde „zu 75 Prozent vom Land gefördert“, sagt Redenius. Das Fahrzeug sei aktuell in der Anschaffung. Auch weitere Förderungen will Redenius nicht ausschließen. „Wir sind Bedarfszuweisungsgemeinde und wenn es da Fördermöglichkeiten gibt, dann versuchen wir natürlich, diese zu nutzen.“ Insgesamt umfasst die beschlossene Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplanung Investitionen von rund 330.000 Euro in fünf Jahren (Stand Januar 2022).

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