Ausblick in die Fußball-Bezirksliga Mit 18 Zugängen will Germania Leer den Neuanfang schaffen
Nach einer turbulenten Saison und dem Landesliga-Abstieg will der VfL zurück in ruhiges Fahrwasser. Die Mannschaft musste komplett neuformiert werden, denn nur zwei Spieler hielten dem Club die Treue.
Leer - Nach den Querelen im Verein, den zahlreichen Abgängen jahrelanger Stammspieler und der schlussendlichen Entlassung des langjährigen erfolgreichen und beliebten Trainers Michael Zuidema steht der Traditionsverein VfL Germania Leer in der neuen Saison vor einem kompletten Neuaufbau in der Bezirksliga. Dieser Neuanfang hat einen riesigen Umbruch im Kader zur Folge.
So tickt der Trainer
Frank Bajen war bis Juni 2022 als Trainer beim JFV Leer tätig. Weitere Stationen waren der SV Nortmoor im Jugendfußball, die 1. Herren von GW Firrel als Co-Trainer und der BSV Kickers Emden. Im Mai übernahm er interimsweise das Traineramt in der Landesliga. Vor dem Spiel gegen Falke Steinfeld, das wegen eines Spielerstreiks der Mannschaft kurz vor der Absage gestanden hatte, gelang es Bajen und seinem Co-Trainer Arnd Watzema in zahlreichen persönlichen Gesprächen, die Mannschaft zu überzeugen, den Spielerstreik zu beenden und in Bestbesetzung gegen Steinfeld anzutreten. Der Lohn war ein schwer erkämpfter 4:2-Erfolg. Auch in den verbleibenden fünf Spielen konnten Bajen und sein Trainerteam die Mannschaft stabilisieren.
Eigentlich war angedacht, dass Bajen, der vier Jahre lang bis 2009 als Rehabilitationstrainer und Physiotherapeut beim BSV Kickers Emden in der Regionalliga Nord und 3. Liga tätig war, in der VfL-Fußballabteilung mitwirkt und sich innerhalb eines Funktionsteams um die Rahmenbedingungen und Strukturen der Seniorenteams kümmert. Nach einer langen erfolglosen Trainersuche erklärte Bajen sich schließlich bereit, das Traineramt weiterhin auszuüben. „Wir alle im Verein sind jetzt gefordert und werden zusammenrücken, um unsere Möglichkeiten und Synergien mit der bestehenden Spielgemeinschaft mit Kickers Leer und dem Jugendförderverein aktiv zu nutzen“, so Bajen. Er versteht sich als Teamplayer und freut sich auf die Zusammenarbeit im Trainerteam. Hier werden ihn Frank Scholl und George Goguadze, der auch als Spieler auflaufen wird, unterstützen.
Veränderungen im Kader
Die Mannschaft von Germania Leer muss sich komplett neu formieren. Insgesamt sechs Spieler haben das reizvolle Angebot erhalten, höherklassig zu spielen. Sie wechseln zum Regionalligisten Kickers Emden und zum Oberligisten Blau-Weiß Papenburg. Die restlichen 14 Spieler haben sich umliegenden Vereinen angeschlossen. Lediglich zwei Spieler halten dem Club die Treue. Neben Mannschaftskapitän Nick Kaßmann steht weiterhin Joost Diekmann, der allerdings zurzeit verletzt ist, zur Verfügung. 18 Akteure konnte der VfL Germania neu verpflichten. Die Personalplanungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen, weitere Gespräche mit potenziellen Neuzugängen laufen.
Das sind die Ziele
„Die vielen interessanten Derbys mit hoffentlich vielen Zuschauern versprechen eine tolle Saison. Es wird endlich wieder eine Runde mit 18 Mannschaften gespielt, sodass 34 Meisterschaftsspiele zu absolvieren sind. Das ist eine große Herausforderung für unsere neue Mannschaft“, sagte Bajen. Als Meisterschaftsfavoriten sieht Germanias Trainer den Landesliga-Absteiger TuRa 07 Westrhauderfehn, den TV Bunde, den SV Holtland und den TuS Middels. Der VfL Germania Leer möchte sich in der kommenden Saison in der Liga stabilisieren und eine neue, sehr junge Mannschaft taktisch und spielerisch entwickeln.
Unsere Prognose
Frank Bajen und sein Trainerteam stehen in der kommenden Saison vor einer Herkulesaufgabe, denn nach 20 Abgängen müssen sie ein komplett neues Team trainieren. Sie benötigen natürlich einige Zeit, bis ein Rädchen ins andere greift. Sollte die Integration der vielen Neuzugänge gelingen, werden die Germanen vor allem in der Rückrunde häufig punkten und somit im vorderen Mittelfeld zu finden sein.
Der Kader für die Saison 2022/23
VfL Germania Leer
Zugänge: Tom-Lukas Bünting, Nikita Kalabin, David Goguadze, Salim Schick, Tim Meiners, Leon Bozanic, Israel Metkelawi, Sebastian Kulas, Jarickson Saragoza, Jayden Plassear, Rahimi Diallo, Nico Steinbach, Yoeri Scholte, George Goguadze, Kristiyan Zarkov, Tammo Watzema, Marco Oost, Souleymane Camara.
Abgänge: Eike Begemann, Frank Beekmann, Steffen Busemann, Lukas Koets (alle BW Papenburg), Joachim Groenewold und Ramon Issa (beide Kickers Emden), Diamant Dreshaj, Julian Jauken, Arlind Jonjic, Mirkan Kurt, Jonte Marks (TuRa Westrhauderfehn), Lukas Berghaus, Daniel Diekmann, Max Schrock-Opitz (SV Holtland), Sandro Poppenga (TuS Pewssum), Hauke Bugiel (SV Jemgum), Tom Böhling (SV Großefehn), Daniel Werner (GVO Oldenburg), Arne Zimmermann (TV Bunde).
Tor: Tom-Lukas Bünting, Nikita Kalabin.
Abwehr: David Goguadze, Salim Schick, Tim Meiners, Leon Bozanic, Israel Metkelawi, Sebastian Kulas.
Mittelfeld und Angriff: Nick Kaßmann, Jarickson Saragoza, Jayden Plassear, Rahimi Diallo, Nico Steinbach, Yoeri Scholte, George Goguadze, Kristiyan Zarkov, Tammo Watzema, Marco Oost, Souleymane Camara, Joost Diekmann. (Hinzukommen bei Bedarf regelmäßig Spieler der 2. Herren und Perspektivspieler aus der U19 des JFV.)
Trainer: Frank Bajen.
Spielender Co-Trainer: George Goguadze.