Urlaub im Schlafstrandkorb Wie familienfreundlich ist eine Nacht am Strand?
Glamping ist momentan der wohl angesagteste Urlaubstrend. Wer Kinder hat, ist jedoch meist außen vor. Doch es geht es auch anders.
Harlesiel - Zwei Verliebte trinken gemeinsam Wein bei Sonnenuntergang. Glamping, die luxuriöse Variante des klassischen Campings, ist ein Trend, wie gemacht für Paare: raus in die Natur, Weite erleben und dann nachts in einer möglichst außergewöhnlichen Unterkunft eng aneinander gekuschelt einschlafen und Kräfte für die Abenteuer des nächsten Tages sammeln. In Ostfriesland finden Freunde des gehobenen Freilufterlebnisses mittlerweile eine relativ große Auswahl an Unterkünften. Die wenigsten beherbergen mehr als zwei Personen komfortabel.
Was und warum
Darum geht es: Wie wird eine Nacht am Strand ein Spaß für die ganze Familie?
Vor allem interessant für: abenteuerlustige Familien
Deshalb berichten wir: Glamping ist momentan einer der größten Urlaubstrends. Er spricht aber vor allem Paare an. Die Autorin erreichen Sie unter: s.ullrich@zgo.de
Dabei wünschen sich viele Eltern im Grunde für sich und ihre Kinder auch nichts anderes als eine ruhige, kleine Auszeit zwischen den Dünen oder Bäumen. Eltern, die genau hinschauen, können dennoch auf ihre Kosten kommen. Es gilt eine ganz einfache Faustformel: je kleiner das Budget, desto größer der Spaß. Wie sonst lässt es sich erklären, dass das Zelten im Garten noch heute eine so wertvolle Erinnerung an Kindheitstage ist? Darum geht nichts über eine Nacht am Strand – wahlweise bei offenem Verdeck direkt unterm Sternenhimmel.
Nachts am Strand wird der Schlaf zur Nebensache
Am Strand von Harlesiel stehen seit Mai zwei Schlafstrandkörbe. Während die meisten Destinationen in den zurückliegenden Jahren zunächst mit einem Exemplar an den Start gingen und ihr Angebot sukzessive ausweiteten, fiel die Entscheidung im Nordseeheilbad Carolinensiel-Harlesiel ganz bewusst für das Doppelpack. „Das war der Wunsch unseres Campingplatz-Teams“, sagt Kai Koch, Geschäftsführer der Nordseebad GmbH. „Wir wollen damit auch Familien ansprechen.“ Die Kinder könnten am Strand herumtoben, während die Eltern sich entspannt zurücklehnen und zuschauen, schlägt Koch vor. Auch bei der Positionierung der Schlafstrandkörbe hatte sein Team sowohl Paare als auch Familien im Sinn: Beide stehen innerhalb einer künstlichen Düne zwar getrennt voneinander, aber trotzdem nah beieinander.
Ganz ähnlich sieht es in Bensersiel aus: Dort stehen bereits seit 2017 zwei Schlafstrandkörbe in einem Abstand von etwa 50 Metern zueinander. Das muss man allerdings wissen oder gezielt abfragen: In den Buchungsportalen werden die Strandkorb-Doppelpacks nicht angeboten, weshalb viele Familien vermutlich gar nicht erst auf die Idee kommen, diese Option zu wählen. Tag und Nacht am Strand verbringen, ohne dabei auf ein gemütliches Bett zu verzichten: Das ist im Kern die Idee eines Schlafstrandkorbes. Und die ist noch gar nicht so alt: Erst 2016 kamen die ersten Schlafstrandkörbe an die schleswig-holsteinische Ostsee. Sie schlugen ein wie eine Bombe. Mittlerweile hat annähernd jeder ostfriesische Küstenort und jede Insel mindestens ein Exemplar. Noch immer kommen neue dazu, weiß Oliver Knagge von der Ostfriesland Tourismus GmbH. Sie sind gefragte Objekte. „Auf den Inseln sind die teilweise über Monate hinweg ausgebucht.“
Was man vor der Buchung wissen sollte
- Für einen Schlafstrandkorb gibt es normalerweise keine Mindestaufenthaltsdauer. Einen Korb gibt es in Harlesiel ab 69 Euro. Wer es ausprobieren will, findet auch jetzt während der Sommerferien mit ein wenig Glück noch eine Buchungslücke, vor allem unter der Woche.
- Eine Nacht am Strand ist aufregend und im Regelfall kurz. Richtig ruhig wird es erst weit nach 22 Uhr. Ausreichend Zeit fürs Nichtstun und Ausschlafen am nächsten Tag einplanen.
Während die Kinder den Strand erobern, können die Eltern die Ruhe genießen. Foto: Ullrich - Wer nicht wie eine Sardine in der Dose enden will, sollte sich an die maximale Personenzahl von zwei Personen je Korb halten.
- Bei Wind kann es echt laut im Strandkorb werden. Kinder bekommen da möglicherweise Angst. Das sollte man bei der Aufteilung der Schlafplätze im Blick behalten.
- Ein Abenteuer am Strand braucht nur wenig Gepäck und ein Schlafstrandkorb bietet nur wenig Stauraum. Was aber keinesfalls fehlen darf, sind Taschenlampe, Zahnbürste, Handtuch und eventuell Schwimmsachen – und das Lieblingskuscheltier und Sandspielzeug.
- Ausnahmslos alles, was mit auf den Ausflug geht, ist hinterher voll Sand.
- Morgens stimmen Möwen und andere Seevögel tolle Melodien an. Der Wecker kann zuhause bleiben.
- Wer nicht ohnehin „oben ohne“ im Strandkorb geschlafen hat, sollte direkt nach dem Aufwachen das Verdeck öffnen – und Wind und Weite auf sich wirken lassen.