Hamburg Amazon Prime wird teurer: Kann ich mit Abo im Ausland sparen?
Die Preise für Amazon Prime steigen. Im Ausland ist das Abo teils deutlich günstiger als in Deutschland. Ein Anwalt ordnet ein, ob und wie Kunden ein Auslandskonto nutzen können.
Erstmals seit 2017 erhöht Amazon in Deutschland die Preise für den Abodienst Amazon Prime. Bei monatlicher Zahlung fallen für Kunden künftig 8,99 Euro statt bisher 7,99 Euro an, im Jahresabo steigt der Preis von 69 Euro auf 89,90 Euro – eine Steigerung von 30 Prozent. Die Preiserhöhung gelte „frühestens mit Fälligkeit der nächsten Zahlung, an oder nach dem 15. September 2022“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.
In den USA zahlen Nutzer bereits seit Februar mehr. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Markt von Amazon. Auch in anderen Ländern erhöht das Unternehmen die Preise für seinen Prime-Dienst. Trotz Aufschlägen von bis zu 43 Prozent zahlen Kunden dort jedoch weniger als Nutzer hierzulande.
Die Kosten von Amazon Prime im Ausland im Überblick:
Bei diesen Preisunterschieden könnte es reizvoll erscheinen, das deutsche Amazon-Prime-Abo zu kündigen und ein neues Konto zu günstigeren Konditionen in Italien oder Spanien anzulegen. Rechtsanwalt Christian Solmecke sagt unserer Redaktion dazu: „Tatsächlich gibt es bei Amazon kein rechtliches Hindernis, in einem anderen Land einen Account abzuschließen. Man kann sich vielmehr einfach etwa bei amazon.it oder amazon.es registrieren, auch aus Deutschland.“
Das Problem sei, dass Nutzer dann automatisch den Nutzungsbedingungen des jeweiligen Landes unterliegen würden. „Das bedeutet: Man kann in einem anderen Land nicht alle Inhalte der Mitgliedschaft nutzen“, so Solmecke. Auch Amazon teilt auf Nachfrage mit, dass einige Prime-Vorteile nur im Land der jeweiligen Mitgliedschaft verfügbar sind, dazu zählt der Versand mit Prime.
Wer den im Abopreis enthaltenden Streamingdienst Amazon Prime Video nutzen möchte, muss zunächst keine technischen Hürden nehmen: „Bei Amazon ist überhaupt kein VPN notwendig, um eine ausländische Mitgliedschaft abzuschließen“, erklärt der Rechtsanwalt. Mit einem VPN können Nutzer ihren tatsächlichen Standort samt IP-Adresse verschleiern und vorgeben, zum Beispiel in Italien zu sein.
Doch laut Solmelcke nutzen alle Streaming-Portale sogenannte Geo-Sperren. Dabei entscheidet die erkannte IP-Adresse eines Nutzers darüber, welche Filme und Serien am jeweiligen Aufenthaltsort lizenziert sind und angezeigt werden.
Italienische Amazon-Kunden, die von Deutschland aus auf den Streamingdienst zugreifen, können 30 Tage pro Jahr – zum Beispiel im Urlaub – auf die Inhalte ihres Heimatlandes zugreifen. „Das hilft mir bei Amazon Prime Video aber wenig, denn: Wenn ich einen italienischen Prime-Account habe, darf ich bei Amazon aus Deutschland für diese Zeit nur italienische Filme schauen – aber keine, die für Deutschland lizenziert sind. Dafür bräuchte man eine Prime-Mitgliedschaft bei amazon.de“, so der Rechtsanwalt.
Das sei unter anderem bei Netflix anders: „Dort hat man unabhängig von dem Land, in dem man sich registriert hat, Zugriff auf die Inhalte, die für das laut IP-Adresse erkannte Aufenthaltsland lizenziert sind“, erklärt Solmecke.