Gastronomie Das sagen Emder Restaurant-Chefs zur Pizza-Flut
In Emden kommen in diesem Jahr drei Pizzerien dazu. Langfristig ist schon eine weitere angekündigt. Alteingesessene Gastronome haben eine klare Meinung dazu.
Emden - Wenn alles nach Plan läuft, gibt es bis zum Ende des Jahres 36 Pizzerien in Emden. Das heißt, knapp 1380 Einwohner kommen auf eine Pizzeria. Das ist im Vergleich mit Neapel ganz sicher nicht viel. Hier ist die Auswahl so groß, dass nur knapp 380 Einwohner auf eine Pizzeria verfallen.
Dennoch: Die Konkurrenz in Emden scheint zu wachsen. Wir haben mit vier alteingesessenen Ristorante-Chefs gesprochen, wie sie die Situation einschätzen.
Älteste Pizzeria wird 40
Die wohl mit Abstand älteste Pizzeria in Emden ist „La Trattoria“ am Neuen Markt. Im kommenden Jahr begeht es den 40. Geburtstag. Seinen Erfolg führt Betreiber Michele Moscato auch darauf zurück, dass er schon immer „von Natur aus“ gerne mit den jüngsten Gästen interagiert hat, die der „La Trattoria“ auch als Erwachsene stets treu blieben. „Oft kommen hier drei Generationen zusammen“, sagt er. Auf seinem Erfolg ausruhen, könne er sich auch angesichts der wachsenden Konkurrenz aber nicht. Man müsse immer dranbleiben. Fast jeden Tag gebe es ganz neue Gäste, die es zu überzeugen gelte.
Ebenfalls eine echte Institution in Emden ist das „Mammut“ am Wall. Vor 26 Jahren hat Mahmood Akbare den ehemaligen Kiosk an der Neutorstraße zu einem kleinen, aber feinen Restaurant umgebaut. Einen speziellen mit Buchenholz befeuerten Steinofen errichtete er selbst. Das Gerät bildet heute das Herz des „Mammuts“.
Im Schnitt backt er 50 Pizzen am Tag, sagt er. „Ich habe viele Spezial-Gäste mit Spezial-Wünschen“, sagt Akbare mit einem Lachen. Er mache sich bislang keine Sorgen wegen der Neuzugänge im Pizza-Geschäft. Aber er räumt zugleich ein: „Es sind zu viele Pizzerien für die Stadt. Sie machen sich gegenseitig kaputt.“
Hussein Janko sieht den Zuwachs ebenfalls noch entspannt. Seit knapp zehn Jahren führt er das Restaurant „Aurora“ an der Straße Zwischen Beiden Märkten. Die Leute könnten alle gastronomischen Angebote in der Stadt testen. „Jedes Haus macht sein spezielles Essen“, meint er. Qualität setze sich am Ende durch. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt er. Aber: „Man muss immer dranbleiben.“ Fleiß sei einer der Gründe für den Erfolg von „Aurora“. Ein schönes Ambiente, ein höfliches Team und gutes Essen seien wichtig: „Das ist für Touristen ansprechend und auch die Stammgäste kommen immer wieder“, so Janko.
Neuen Trends anpassen
„Generell gibt es viele Gastronomen in Emden“, sagt Claudia Reina. Gemeinsam mit ihrem Mann Lucio Reina leitet sie das Restaurant „Il Gusto“ an der Großen Straße. Das Geschäft werde dadurch erschwert, dass auch Bäcker und Supermärkte Pizza anbieten. Ihr eigenes Erfolgsrezept sei allerdings, dass es bei ihnen „familiär“ zu gehe, die eigenen Rezepte alle mit frischen Zutaten zubereitet würden und es wechselnde Wochengerichte gebe. So können man sich auch neuen Trends anpassen beziehungsweise die mal mit aufnehmen.
Weitere Pizzeria öffnet in Emden
Hat Emden bald genug von Pizzerien?
Gastronom Santino will Emden nicht den Rücken kehren