Abozahlen sinken erneut Wie Netflix sich verändern wird – und muss
Netflix hat erneut Abonnenten verloren. Noch muss sich niemand Sorgen um das Unternehmen machen. Doch für anhaltenden Erfolg braucht der Dienst vor allem eines.
Netflix ist von der hippen Wachstumsrakete zum ziemlich normalen Medienunternehmen geworden. Ein Beleg: Obwohl der Streamingdienst erneut Abonnenten verloren hat, ist der Aktienkurs gestiegen, denn Umsatz und Gewinn haben die Anleger beruhigt. Das geht nur, weil der Großteil der Kunden immer mehr für das Abo zahlt. Die Kombination aus Treue und Preismacht hilft nicht nur dem Unternehmen, sondern kommt auch an der Börse immer gut an. Um weiter auf Erfolgskurs zu bleiben, muss und wird sich der Streamingdienst verändern. Das wird keine einfache Aufgabe, denn die Interessen von Anlegern und Abonnenten sind gegensätzlich. Dennoch kann die zweigleisige Strategie für die Zukunft – regelmäßige Preiserhöhungen für bestehende Abonnenten und ein geplantes werbefinanziertes Abo als günstigere Alternative – kann aufgehen.
Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Zum einen, weil die Konkurrenz weiterhin groß ist. Zum anderen, weil Netflix dringend weitere Zugpferde braucht, die neue Kunden ins Abo ziehen und bestehende bei der Stange halten. In den vergangenen Jahren hat der Dienst auf Masse statt Klasse gesetzt. Das hat viel Geld gekostet, aber wenig wertvollen Inhalt gebracht. Sollten regelmäßige Film- und Serienerfolge ausbleiben, könnte die neue Phase der gesunden Stabilität schnell enden. Und bei anhaltendem Abschwung könnte Netflix sogar zum Übernahmekandidaten werden. Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de