Auslastung im Blick  Technische Lenkung von Besuchern schreitet voran

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 22.07.2022 10:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Über Sensoren wie diesen am WC-Container an der Greetsieler Ankerstraße werden die Daten erfasst. Archivfoto: Wagenaar
Über Sensoren wie diesen am WC-Container an der Greetsieler Ankerstraße werden die Daten erfasst. Archivfoto: Wagenaar
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In Norddeich und Dornum schreitet die digitale Besucherlenkung voran. In der Krummhörn werden schon Daten erfasst. Allerdings warten alle drei Orte auch noch.

Krummhörn/Norddeich/Dornum - Welche Kommune wird nach der Krummhörn die zweite in Ostfriesland sein, die mithilfe von Sensoren Besucherströme lenkt? Diese Frage hängt auch davon ab, wie es mit der Lieferung von Bauteilen und den derzeitigen Lieferengpässen weitergeht. Sowohl in Dornum als auch in Norddeich wird derzeit gewartet, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion. Auch in der Krummhörn ist das System noch nicht komplett. Dennoch hat sich etwas in den vergangenen Wochen getan.

Was und warum

Darum geht es: In drei Kommunen in Ostfriesland wird Technik zur Besucherlenkung installiert. Wir haben uns über den aktuellen Stand informiert.

Vor allem interessant für: Besucher der beteiligten Orte, die wissen wollen, wann es wo wie voll ist

Deshalb berichten wir: Seitdem wir zuletzt zu dem Thema angefragt haben, sind knapp zwei Monate vergangen und wir wollten wissen, was es Neues gibt.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

So teilt Jens Albowitz vom Tourismus-Service Norden-Norddeich mit, dass am Strand Fundamente für Displays angefertigt wurden. Ein weiteres wird in diesen Tagen gegenüber des Großparkplatzes am Erlebnisbad Ocean Wave errichtet, so Albowitz. Zudem habe man sechs Standorte festgelegt, an dem Masten mit der Sensortechnik stehen sollen. Man halte die Technik aber erst einmal mobil und sichere sie mit Betonfüßen, um herumexperimentieren, ob die ausgewählten Strandzugänge die geeignetsten Punkte sind.

In Norddeich wird die Software vorbereitet

Im Westen wird der von der Technik erfasste Bereich von der Plaza (beim Sanitärcontainer) begrenzt, am anderen Ende durch das Restaurant Utkiek. Die Stadtwerke Norden hätten inzwischen bereits Stromkabel für die neue Technik verlegt, sagt Albowitz. Allerdings fehlten noch Sockel, mit deren Ankunft man für Mitte kommenden Monats rechne. Für die Displays habe die zuständige Firma im April den Herbst angegeben. Man hoffe darauf, dass sie im September da sind. Wegen verschiedener Lieferengpässe gebe es darüber aber keine Gewissheit. Dazu komme noch, dass die Nachfrage für Masten und Sockel gestiegen sei, seitdem wieder große Veranstaltungen möglich sind.

Derzeit seien die Touristiker aber schon mal damit beschäftigt, die daran angebundene Software zu gestalten. Über sie können die Besucher künftig unter anderem einsehen, an welchen Punkten es gerade voller und an welchen leerer ist und sich gegebenenfalls für ein anderes Ausflugsziel entscheiden. „Wir sind gerade dabei, das Programm mit Inhalt zu füllen“, so Albowitz.

Warten auf Halterungen

In Dornum hatte der Dienstleister, der die Besucherlenkung technisch umsetzen soll, vor etwa zwei Monaten seine Arbeit aufgenommen. Geplant sind in dieser Gemeinde Sensortechnik an zwei Strandzugängen in Dornumersiel, an einem in Neßmersiel sowie an einem weiteren Standort beim Spielpark Sturmfrei. Informationen sollen die Gäste in der Gemeinde ebenfalls entweder über ein mobiles Endgerät oder über öffentlich einsehbare Monitore in Erfahrung bringen können, die schon jetzt beim Campingplatz, beim Reethaus (Touristinformation) in Dornumersiel und beim Sturmfrei zu finden sind. Neu dazu kommen laut Tourismuschef Rolf Kopper Anzeigesysteme bei den erwähnten Strandzugängen.

„Bei der Besucherlenkung wird gerade das elektronische Zutrittssystem in Neßmersiel am Strand installiert. Daran werden dann Teile der Besuchererfassung angebracht. Wir warten gerade noch auf die Halterungen, die eine Spezialanfertigung sind“, erklärt Kopper jetzt. Softwareseitig liefen alle Systeme. „Es fehlt nur der Datenimport aus der Besucherzählung.“

Krummhörner hoffen: Nächsten Monat ist alles fertig

In der Gemeinde Krummhörn werden schon seit einigen Wochen Daten über das Lenkungssystem erfasst. An sechs Parkplätzen – vier davon liegen in Greetsiel. Dazu kommen der Pilsumer Leuchtturm und der Trockenstrand Upleward. „Aber es ist definitiv noch zu früh, um die Daten zu kommentieren. Das wird noch einige Zeit dauern, bis das so weit ist“, schreibt Wolfgang Lübben, Marketingleiter der Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel. Langfristig ist in der Krummhörn, wie auch in den anderen Orten, vorgesehen, dass irgendwann mithilfe von künstlicher Intelligenz und gesammelten Erfahrungen vorausgesagt werden kann, wann es wo wie voll werden wird.

Allerdings fehlt auch in der Krummhörn jetzt erst einmal noch Technik, um das System zu vervollständigen. So sollen noch Displays vor der Oase Greetsiel, am WC-Gebäude beim Greetsieler Mühlenparkplatz und direkt gegenüber der roten Zwillingsmühle dazukommen. Man hoffe darauf, dass im kommenden Monat alles in Betrieb gehen kann, kündigt Lübben an.

Wer sich schon einmal anschauen möchte, wie voll es an den sechs Parkplätzen ist, kann sich die Auslastung online ansehen unter app.greetsiel.de. In Betrieb gegangen ist die digitale Besucherlenkung, die sich über verschiedene Landkreis entlang der Nordseeküste erstreckt, vor knapp zwei Monaten in Schillig im Wangerland.

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