Berlin  Fünf Jahre nach Chester Benningtons Tod: Was wurde aus Linkin Park?

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 20.07.2022 14:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So haben ihn viele seiner Fans in Erinnerung: Chester Bennington bei einem Konzert mit seiner Band Linkin Park. Foto: dpa/PAP/Maciej Kulczynski
So haben ihn viele seiner Fans in Erinnerung: Chester Bennington bei einem Konzert mit seiner Band Linkin Park. Foto: dpa/PAP/Maciej Kulczynski
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Vor fünf Jahren nahm sich Chester Bennington, Sänger der US-amerikanischen Band Linkin Park, das Leben. Sein Tod löste in der Musikwelt großes Entsetzen aus – und steht bis heute mit dem Suizid eines anderen Rockstars in Verbindung.

Es ist der 26. Mai 2017. Chester Bennington singt auf der Trauerfeier seines verstorbenen Freundes Chris Cornell den Song „Hallelujah“ von Leonhard Cohen. Cornell, Sänger und Frontmann der Grunge-Band Soundgarden, hatte sich acht Tage zuvor im Alter von 52 Jahren das Leben genommen. Nur zwei Monate später, am 20. Juli 2017, begeht auch Bennington mit 41 Jahren Selbstmord – am Geburtstag von Chris Cornell.

Der Tod des Frontmanns der US-amerikanischen Nu Metal-Band Linkin Park löste in der Musikwelt eine Welle der Trauer und Verzweiflung aus. Kollegen wie Justin Timberlake, Rihanna, Billy Idol, Nile Rogers und Metallica drücken in den sozialen Medien ihre Trauer aus und kondolieren Benningtons Familie. Fans von Linkin Park trauern weltweit ebenfalls um den Frontmann, der ihr Idol war.

Bis heute gehört die Gruppe mit über 130 Millionen verkauften Alben und Singles zu den kommerziell erfolgreichsten Bands des 21. Jahrhunderts. Zudem gewann die Gruppe zwei Grammys. Linkin Park wird meist dem Genre des Nu Metal zugeordnet, ein Crossover aus Metal und Hip-Hop, das der Gruppe unter anderem eine Kollaboration mit dem Rapper Jay-Z einbrachte.

Nachdem die Band zunächst unter verschiedenen Namen Musik gemacht hatte, einigten sich die Mitglieder schließlich auf Linkin Park und starteten Anfang der 2000er Jahre richtig durch. Das Debütalbum „Hybrid Theory“ (2000) wird – auch wegen des allgemeinen Nu Metal-Hypes – ein weltweiter Erfolg. Drei Jahre später folgt der Nachfolger „Meteora“, der nicht minder erfolgreich ist.

Nach der Kollaboration mit Jay-Z kommt 2007 das Album „Minutes to Midnight“ raus. Hier kommt es zu einem ersten kleinen Bruch mit der Fangemeinschaft. Denn die Songs präsentieren sich nun seichter und radiotauglicher, was vielen Anhängern sauer aufstößt. Dem Erfolg des Albums schadet das jedoch nicht, „Minutes To Midnight“ erreicht in Deutschland, den USA und Großbritannien mühelos Platz 1 der Charts.

Mit den nachfolgenden Alben „A Thousand Suns“ (2010), „Living Things“ (2012), „The Hunting Party“ (2014) und „One More Light“ (2017) halten Linkin Park an ihrem zugänglicheren Sound fest und erreichen damit regelmäßig die Spitzenposition der Charts. Nur zwei Monate nach der Veröffentlichung von „One More Light“ dann der Schock für Band und Fans: Sänger Chester Bennington ist tot.

Eine geplante Tour im Herbst sagt die Band ab und richtet im Internet eine Kondolenz-Seite für Bennington ein, der sechs Kinder hinterlässt. Wie genau es mit Linkin Park weitergehen soll, ist bis heute unklar. Die Band machte jedoch immer wieder Andeutungen, dass die Gruppe weiter bestehen soll. „Unsere Liebe zur Musik ist unauslöschlich“, schrieben die verbliebenen Mitglieder etwa in einem Statement vor fünf Jahren.

Anfang 2018 veröffentlicht Linkin Park-Rapper Mike Shinoda die EP „Post Traumatic“, auf der er den Tod seines Freundes und Kollegen verarbeitet. Wenige Monate später veröffentlicht er sein erstes Soloalbum.

Im Jahr darauf äußert sich Shinoda wieder konkret zu den Zukunftsplänen von Linkin Park. Auf die Frage des Radiosenders Rock-Antenne Hamburg, ob die Band einen neuen Sänger suche, antwortet er: „Das ist nicht mein Ziel. Zumindest gerade nicht. Ich glaube, es sollte natürlich geschehen. Und wenn wir jemanden finden, dann kann ich uns schon sehen, wie wir ein paar Sachen mit jemandem ausprobieren. Aber ich will mich niemals so fühlen, als würden wir Chester einfach austauschen.“

Anmerkung der Redaktion: Bitte holen Sie sich rechtzeitig Hilfe, wenn Sie Suizidgedanken plagen, und kontaktieren Sie die Telefonseelsorge. Dort wird Ihnen kostenlose Hilfe angeboten. Hier geht es zu der Homepage der Telefonseelsorge. Unter der Telefonnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 können Sie dort auch kostenlos anrufen. Eine Übersicht über weitere Beratungsstellen gibt es auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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