Standort steht jetzt fest  Kreisfeuerwehr Leer bekommt neues Gebäude in Brinkum

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 18.07.2022 15:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Schulgebäude wird noch bis zum nächsten Jahr für den Unterricht der Oberschule Kloster Barthe genutzt. Foto: Stromann/Archiv
Das Schulgebäude wird noch bis zum nächsten Jahr für den Unterricht der Oberschule Kloster Barthe genutzt. Foto: Stromann/Archiv
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Nüttermoor ist raus – die Feuerwehrtechnische Zentrale zieht auf das kreiseigene Schulgelände in Brinkum. Das hat wohl Folgen für die örtlichen Vereine.

Leer/Brinkum - Die Sitzung, bei der Jens Lüning vom Gebäudemanagement des Landkreises Leer über den Sachstand beim Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) informiert, machte deutlich, warum diese so dringend gebraucht wird. Denn die Politiker und Verwaltungsvertreter sowie externe Mitglieder saßen im Schulungsraum der heutigen FTZ wie Hühner auf der Stange nebeneinander, ebenso die Zuhörer.

Was und warum

Darum geht es: Der Landkreis Leer plant den Neubau einer Zentrale für die Kreisfeuerwehr mit Fahrzeughalle, Werkstatt und Gruppenräumen. Diese sollte ursprünglich nach Nüttermoor.

Vor allem interessant für: Alle, die sich für die Arbeit der Feuerwehr interessieren und Sportler in Brinkum

Deshalb berichten wir: Es steht jetzt fest: Die FTZ wird in Brinkum gebaut.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Das bisherige Gebäude auf der Nesse ist viel zu klein und unmodern. Deshalb wird seit mehr als drei Jahren ein Neubau geplant. Sollte dieser ursprünglich im Industriegebiet Nord in Nüttermoor entstehen, hat der Landkreis Ende vorigen Jahres umgeschwenkt. Jetzt ist die Entscheidung endgültig gefallen: Die neue FTZ wird in Brinkum stehen.

Schule vor dem Abriss

Dort besitzt der Landkreis Leer ein Grundstück, auf dem seit den 70ern ein Schulgebäude samt Sporthalle steht. Dort befand sich zuerst die Orientierungsstufe, dann die Förderschule und zuletzt eine Außenstelle der Oberschule Kloster Barthe in Hesel. Die Sporthalle konnte außer für den Unterricht von örtlichen Sportvereinen genutzt werden. Die Zukunft dieses Gebäudes ist jetzt ungewiss.

Denn die Aussage von Landrat Matthias Groote, dass die Sporthalle bleiben und von den Vereinen weiter genutzt werden könne, trifft wohl nicht mehr zu. Dabei war der Landrat sogar davon ausgegangen, dass sie Teil der FTZ werden könnte: „Diese kann direkt für Übungen und Trainings der Feuerwehr genutzt werden“, hatte Groote im Gespräch mit dieser Zeitung im Dezember gesagt.

Zunächst hieß es, die Sporthalle könne von den örtlichen Vereinen weiter genutzt werden. Das ist offenbar nicht mehr so. Foto: Ammermann/Archiv
Zunächst hieß es, die Sporthalle könne von den örtlichen Vereinen weiter genutzt werden. Das ist offenbar nicht mehr so. Foto: Ammermann/Archiv

Aber Lüning gab nun bekannt, dass „das ganze Schulgelände in Brinkum für die FTZ zur Verfügung steht“. Die Gemeinde habe auf die Nutzung der Sporthalle verzichtet. Das bestätigt der Brinkumer Bürgermeister Bernhard Janssen (OWG). Die Pressestelle des Landkreises teilt dazu mit, dass die Halle abgerissen werden soll. An einer Lösung für die betroffenen Sportvereine werde gearbeitet. Noch gebe es jedoch keine spruchreife Lösung, so Pressesprecherin Maike Kuch.

Landkreis übernimmt Kosten

Dagegen ist wohl klar, dass der Landkreis die Kosten für ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans übernimmt. Dieses ist nötig, weil das Gelände derzeit für Schulzwecke in der Bauleitplanung ausgewiesen ist. Soll dort für die Feuerwehr gebaut werden, muss der Plan geändert werden. Dieses ist laut Janssen in Vorbereitung.

Die heutige Feuerwehrtechnische Zentrale auf der Nesse ist veraltet und zu klein. Foto: Lüppen/Archiv
Die heutige Feuerwehrtechnische Zentrale auf der Nesse ist veraltet und zu klein. Foto: Lüppen/Archiv

Für den Standort Brinkum spricht, dass er verkehrstechnisch günstig in der Nähe zur Bundesstraße 436 und zur Autobahn liegt. Die Einheiten der Kreisfeuerwehr werden stets dann gerufen, wenn bei einem Einsatz zum Beispiel Spezialwerkzeug oder -fahrzeuge gebracht werden. So hat die Kreisfeuerwehr spezielle Ausrüstung für Gefahrgüter, für die Wasserrettung oder für Atemlufttechnik. Weil die Fahrzeughalle auf der Nesse viel zu klein ist, stehen mehrere Fahrzeuge derzeit in gemieteten Hallen.

Während in Nüttermoor in Emsnähe der Boden eine starke Gründung erforderlich gemacht hätte, liegt Brinkum auf der Geest buchstäblich hoch und trocken. Dort ist der Untergrund stabiler, so dass beim Bau laut Landrat Groote erhebliche Kosten gespart werden könnten. Außerdem muss der Landkreis das Grundstück nicht kaufen, es gehört ihm bereits.

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