Fusionen der Ortsgruppen  Krummhörner Feuerwehr richtet Blick in die Zukunft

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 17.07.2022 10:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mathias Uden (2. von rechts) ist der neue Ortsbrandmeister von Krummhörn-Mitte. Das Bild zeigt ihn hier zusammen mit dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister Michael Siebelds (von links), Gemeindebrandmeister Jan-Jürgen Lüpkes und den beiden stellvertretenden Ortsbrandmeistern von Krummhörn-Mitte, Rudolf Peters und Rolf Conrads. Foto: privat
Mathias Uden (2. von rechts) ist der neue Ortsbrandmeister von Krummhörn-Mitte. Das Bild zeigt ihn hier zusammen mit dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister Michael Siebelds (von links), Gemeindebrandmeister Jan-Jürgen Lüpkes und den beiden stellvertretenden Ortsbrandmeistern von Krummhörn-Mitte, Rudolf Peters und Rolf Conrads. Foto: privat
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Wenn Feuerwehren fusionieren, treten häufig Mitglieder aus. So auch jetzt in der Krummhörn. Wie aber ist die Stimmung in der neuen Abteilung Mitte?

Krummhörn - Wenn Feuerwehren zusammengelegt werden, spart das Kosten und kann im Notfall die Alarmierung erleichtern. An den verbleibenden Gerätehäusern ist immerhin mehr Ausrüstung gelagert, mit der mehr Brandbekämpfer in den Einsatz ziehen. Man kann sich zudem besser aufeinander einstellen, weil man sich von den Dienstabenden und Übungen her besser kennt. Gleichzeitig sind Fusionen aber auch für manche ein emotionales Thema, die plötzlich weiter fahren müssen und denen die Tradition im Heimatdorf fehlt. Inwieweit betrifft das auch die erst vor wenigen Wochen gegründete neue Feuerwehr Krummhörn-Mitte?

Was und warum

Darum geht es: Kürzlich sind die Feuerwehren Pewsum-Woltzeten und Canum-Freepsum zu Krummhörn-Mitte fusioniert. Wir haben nachgefragt, inwieweit das Folgen hatte.

Vor allem interessant für: Bewohner der Krummhörn, die von einer einsatzbereiten Feuerwehr abhängig sind

Deshalb berichten wir: Es sind jetzt ein paar Monate seit der Fusion vergangen und wir fanden, es ist Zeit, um einmal nachzuhaken.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Rudolf Peters war bislang der stellvertretende Ortsbrandmeister von Canum-Freepsum und übernimmt diesen Posten nun am Standort Mitte. Der liegt in Pewsum. „Die Stimmung ist dort super“, versichert er. Zwar seien nicht alle Kameraden mit rübergekommen, aber diejenigen, die es taten, hätten es nicht bereut. Außerdem habe es schon vor der Fusion Aktive in Freepsum gegeben, die bereits zur bisherigen Ortsgruppe Pewsum-Woltzeten gehörten.

Fahrdienst für die Jugend

Peters begrüßt aber nicht nur die Fusion, sondern auch den geplanten Bau von mehreren zentralen Feuerwehrhäusern in der Gemeinde. Auch wenn es bis zur Fertigstellung wohl noch einige Jahre dauern wird, werde das das Zusammenwachsen aller Feuerwehren fördern, ist er sich sicher. Bislang stehen den bisherigen Ortsfeuerwehren mit Ausnahme von Freepsum nämlich immer noch ihre alten Gerätehäuser zur Verfügung, was für weniger Austausch in den eigentlich schon zusammengeschlossenen Wehren führe.

Der Vorteil einer größeren Feuerwehr wie in Pewsum sei, dass es dort mehr Equipment, mehr Lehrgänge und mehr Einsätze gebe. Das sei gerade jüngeren Feuerwehrleuten wichtig, die bei Einsätzen Erfahrungen sammeln wollen, weiß der in Canum aufgewachsene 46-Jährige, der heute in Pewsum wohnt. Um den Nachwuchs zu fördern, biete man der Jugend aus Canum-Freepsum einen Fahrdienst an. Ein Teil davon nutze lieber das Fahrrad. „Das klappt wunderbar“, so Peters.

55 Aktive in Pewsum

Mathias Uden, der neue Ortsbrandmeister von Krummhörn-Mitte, beschreibt die Stimmung in Pewsum als „so gut wie immer“. Bislang war er Chef von Pewsum-Woltzeten, wodurch sich für ihn der Standort nicht ändert. Auch der 43-Jährige weiß jedoch, wie es ist, eine Fusion mitzumachen. Als der Hausmeister im Jahr 1992 bei der Feuerwehr anfing, habe er noch in Hamswehrum seinen Dienst absolviert. Diese frühere Ortsfeuerwehr fusionierte bereits 2006 mit Groothusen und dann noch einmal im Jahr 2018 mit Upleward. Seitdem heißt sie Krummhörn-West.

In Mitte seien zuletzt zwei Aktive aus Canum-Freepsum übergewechselt. Ein dritter habe vorher schon eine Doppelmitgliedschaft gehabt. „Wir zählen damit nun insgesamt 55 aktive Mitglieder, wovon sechs Frauen sind.“ In der Jugendabteilung machten 24 Personen mit, von denen fünf bislang bei Canum-Freepsum waren.

Jan-Jürgen Lüpkes ist der Brandmeister der gesamten Gemeinde Krummhörn. Er bestätigt zwar, dass es bei jeder Fusion von Feuerwehren zu Austritten kommt – mal mehr, mal weniger. Allerdings müsse man dabei bedenken, dass viele der Betroffenen ohnehin schon länger inaktiv gewesen seien. Die Fusion liefere ihnen dann einen Anlass, um ganz auszutreten. Versucht wird trotzdem bei jeder Fusion, möglichst viele vom Wechsel zu überzeugen.

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