Bonn/Berlin/Greifswald Update zur Gaskrise: Die nächste Pipeline aus Russland wird gewartet
Die Füllstände der deutschen Gasspeicher stagnieren. Der Versorger Uniper muss jedoch seine Speicher anzapfen. Die wichtigsten Nachrichten und Grafiken zur Gas-Krise.
Uniper bekommt keine Gaslieferungen aus Russland und hat kein Geld um neue zu bezahlen. In der Folge muss der Konzern den Bedarf aus seinen Speichern bestreiten. Die Ostseepipeline Nord Stream 1 wird weiter gewartet, weswegen fast kein Gas aus Russland nach Deutschland fließt. Gleiches gilt für die Pipeline Waidhaus, die in Bayern ins Netz mündet. Diese soll am 18. Juli wieder zur Verfügung stehen.
Wie am Donnerstag liegt der Füllstand aktuell bei rund 64,5 Prozent und ist um 0,01 Prozent gestiegen. „Derzeit wird annähernd gleich viel Gas ein- und ausgespeichert“, heißt es im Lagebericht der Bundesnetzagentur. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, ist das Ziel von 90 Prozent bis zum Winter nicht zu erreichen.
Dennoch gebe es trotz weiterhin angespannter Lage aktuell keinen Gasmangel: „Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment stabil. Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist derzeit weiter gewährleistet.“
Die Gasflüsse durch Pipelines aus Russland tendieren aktuell weiter gegen Null. „Alternative Transportrouten wie die Yamal Pipeline oder auch die Ukraine Route stehen zwar zur Verfügung, werden allerdings nicht genutzt, um die auf der Nord Stream 1 wegfallenden Mengen zu kompensieren“, berichtet die Bundesnetzagentur. Gasimporte kommen momentan vor allem aus Norwegen und den Niederlanden, die etwas mehr geliefert haben, weswegen die Gasimporte ein bisschen zugelegt haben.
Die Sorgen, dass Nord Stream 1 nach den Wartungsarbeiten nicht mehr in Betrieb genommen wird, haben sich nicht zerschlagen.
Bis jetzt scheinen alle Aufrufe zum Gassparen kaum etwas gebracht zu haben. Der Gasverbrauch in Deutschland lag im vergangenen Monat nicht bedeutsam unter dem Durchschnitt für diese Jahreszeit.
Auf Gaskunden in Deutschland kommt eine Preiswelle zu. Die Bundesnetzagentur und Experten rechnen damit, dass sich die Abschläge bei der Heizkostenabrechnung stark erhöhen. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Im Vergleich zum Donnerstag ist der Preis auf dem „Day-Ahead-Markt“ also für kurzfristige Lieferungen immerhin leicht gesunken. 172,04 Euro kostet die Megawattstunde dort laut Bundesnetzagentur. Das sind rund fünf Prozent weniger als am Donnerstag.
Wohnungsgesellschaft stellt 2800 Mietern die Heizung ab: Im bayerischen Coburg hat eine Wohnungsbaugesellschaft ihren Mietern das Gas abgedreht. So will der Vermieter für den Winter sparen.
Wie viel Erdöl und Erdgas es in Norddeutschland gibt: Wegen der Spannungen mit Russland sind Öl und Gas knapp und teuer. Dabei gibt es beides auch in Deutschland, vor allem im Norden. Hilft uns das den Winter zu überstehen?
Umwelthilfe klagt gegen geplante Erdgasförderung vor Borkum: Die geplante Erdgasförderung in der Nordsee vor Borkum ist umstritten. Nun melden Umweltverbände Klagen gegen das Vorhaben an. Auch von einer weiteren Seite kommt Gegenwind.