Berlin Herzogin Camilla: Ihr langer Weg zur künftigen britischen Königin
Herzogin Camilla wird 75 Jahre alt. Mittlerweile scheint sie einen Weg ins Herz der Briten gefunden zu haben. Doch das war nicht immer so. Die Auf und Abs auf ihrer Reise zur künftigen Königin.
Die künftige Königin, Herzogin Camilla, hatte es in der britischen Öffentlichkeit nicht immer so leicht wie an ihrem 75. Geburtstag. Ihr Verhältnis mit Prinz Charles während seiner Ehe zu Diana wurde ihr einige Zeit lang nachgetragen. Bis zur Hochzeit 2005 hatten die beiden diverse Auf und Abs - und doch stand sie immer zu ihrem Mann.
Camilla und Charles lernten sich in jungen Jahren kennen. Bereits 1970 sollen die beiden sich das erste Mal bei einem Polo-Spiel begegnet sein. „Meine Ur-Großmutter war die Geliebte ihres Ur-Ur-Großvaters. Also wie wäre es mit uns beiden?“, soll die 25-Jährige Camilla 1972 zu Charles gesagt haben. Dem jungen Prinzen hat die Art von Camilla wohl gefallen.
1973 heiratet Camilla ihren ersten Ehemann, Andrew Parker Bowles. Mit dem britischen Offizier hat die künftige Herzogin zwei Kinder. Die Ehe der Beiden wird von Camillas Verhältnis zu Charles erschüttert. Ihrer Jugendliebe können sie sich nicht entziehen. In einem Fernsehinterview 1994 spricht Charles offiziell über seinen Ehebruch mit Camilla. Der Prinz von Wales ist damals mit der ehemaligen Kindergärtnerin Diana verheiratet, die von vielen Briten auch „Königin der Herzen“ genannt wird. Der Ehebruch wird entsprechend medial thematisiert.
Camillas Ehe wird 1995 geschieden und Charles Ehe 1996. Ein Jahr später verstirbt seine Ex-Ehefrau Diana bei einem Autounfall auf der Flucht vor Paparazzis. Die britische Nation trauerte. Für Camilla ist es in der Öffentlichkeit eine schwere Zeit an der Seite von Charles, der mit seinem Verhalten viele Negativschlagzeilen hervorruft. Auch sie selbst steht im Fokus der Presse - mit einer angeblichen Mitschuld am Scheitern der Ehe von Charles.
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Der erste offizielle gemeinsame Auftritt des neuen Paars findet 1999 statt. Die Queen benötigt lange Zeit, Camilla an der Seite ihres Sohnes voll zu akzeptieren. Sie machte sie angeblich für die negative Öffentlichkeit mitverantwortlich. Doch mit ihrem Segen konnten die beiden 2005 sich endlich das Ja-Wort geben. Seitdem trägt Camilla den Titel „Herzogin von Cornwall“ anstelle der „Prinzessin von Wales“ - wohl um nicht in Konkurrenz zur verstorbenen Diana zu stehen. Charles Sohn Prinz William war Trauzeuge bei der Hochzeit, wohingegen Prinz Harry es schwerer gehabt haben soll, die neue Ehe seines Vaters zu akzeptieren. Mittlerweile ist Camilla als vollwertiges Mitglied der königlichen Familie angenommen und öffentlich engagiert.
In der britischen Zeitung „The Telegraph“ wurde sie zuletzt als „feministischste Königin“ jemals umschrieben. Demnach sei sie authentisch, unabhängig und würde sich selbst nicht allen royalen Gepflogenheiten unterordnen. Camilla engagiert sich zudem gesellschaftlich für die Prävention von Osteoporose sowie gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder. Seit 2001 ist sie Präsidentin der Nationalen Osteoporose-Gesellschaft in Großbritannien. Ihre Mutter selbst erkrankte an der Knochenschwund-Krankheit. Zudem setzt sie sich für Obdachlose ein.
Auch dem Titel nach soll Camilla der Queen zufolge künftig ihr Erbe antreten können. Anfang des Jahres verkündete sie auf Feierlichkeiten anlässlich ihres 70. Thronjubiläums den Wunsch, dass Camilla nach der Krönung ihres Mannes Charles den Titel „Queen Consort“ (Königsgemahlin) tragen solle. Aufgrund der Vorgeschichte von Camilla und Charles war das lange Zeit nicht klar.