Hamburg  Wie Judith Rakers zur Selbstversorgerin wurde

Astrid Diepes
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Von Astrid Diepes
| 13.07.2022 11:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Judith Rakers baut in ihrem Garten so viel Obst und Gemüse an, dass sie sich selbst versorgen kann. Foto: Gräfe und Unzer Verlag / Sebastian Fuchs
Judith Rakers baut in ihrem Garten so viel Obst und Gemüse an, dass sie sich selbst versorgen kann. Foto: Gräfe und Unzer Verlag / Sebastian Fuchs
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Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers lebt quasi als Selbstversorgerin. Sie liebt ihr Landleben und hat einige Tipps für Gartenmuffel.

Viele kennen Judith Rakers nur als professionelle Moderatorin der Tagesschau. Doch nach der Arbeit im Fernsehstudio kehrt sie heim zu ihrer kleinen Farm am Stadtrand von Hamburg: Hier bewohnt die 46-Jährige zusammen mit ihren Tieren ein kleines Fachwerkhaus mit großem Grundstück.

Im Hühnerstall leben ihre Hühner und Hahn Giovanni – benannt nach ihrem Kollegen Giovanni di Lorenzo, mit dem sie die Radio-Bremen-Talkshow „3 nach 9“ moderiert. Gummistiefel gehören zur Alltagsgarderobe. Denn im Garten ist immer etwas zu tun. Selbstverständlich ist auch ihre Stute Sazou mit von der Partie.

Rakers hat sich eigentlich nie als Frau mit grünem Daumen begriffen. Das änderte sich als sie Wolf-Dieter Storl traf. Er ist Ethnobotaniker und lebt auf einem abgelegenen Bergbauernhof im Allgäu. Rakers war begeistert von seinem Lebensentwurf, als Selbstversorger autark und frei zu leben.

Sie faszinierte sein enormes Wissen über die Natur und die Pflanzenwelt. Gleichzeitig erschien ihr sein Selbstversorgertum fern von ihrer eigenen Lebenswelt. Als sie ein ARD-Kollege auf den Gast ansprach und ihr dann Zucchini aus dem eigenen Garten mitbrachte, war das ein Wendepunkt: Plötzlich realisierte Rakers, dass Gemüseanbau auch mit ihrem stressigen Job als Journalistin und Nachrichtensprecherin möglich ist.

Rakers begann nach einer Immobilie im Außenbereich von Hamburg zu suchen. In ihren Podcast „Homefarming - Mach‘s Dir lecker zu Hause!“ erinnert sie sich so: „Dann entdeckte ich die Anzeige für ein kleines Fachwerkhaus im Norden von Hamburg mit großem Grundstück – ziemlich weit ab vom Schuss, in the middle of nowhere.“

Rakers kaufte das Haus - unter einer Auflage: Sie musste auch die Hühner übernehmen. Denn die waren alt und einen alten Baum verpflanzt man nicht. Erst wenig enthusiastisch, dafür mit um so mehr Verantwortungsgefühl für Tiere, las sich die Journalistin in das Thema Hühnerhaltung ein.

Bis das Haus dann ihres war, waren die Hühner tot: Verstorben an Altersschwäche. Und statt Erleichterung stellte sich ein Gefühl der Enttäuschung ein. So kaufte sich Rakers Hühner und dank der Überzeugungskraft des Hühnerzüchters gleich noch einen Hahn für den bereits vorhandenen Hühnerstall. 

So wurde Rakers nicht nur zur Gärtnerin, sondern auch zur Hühnerhalterin. Mittlerweile pflanzt die Journalistin in ihrem Garten ganz unterschiedliche Dinge an. Für Anfänger empfiehlt sie Radieschen, Zucchini und Kürbis. Denn wenn man erstmal Erfolgserlebnisse hat, dann traut man sich später auch an die Diven unter den Gemüsen wie Tomaten.

Letztes Jahr veröffentlichte Rakers ihr Buch „Homefarming – Selbstversorgung ohne grünen Daumen“. Das Gartenbuch entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem Bestseller.

Seit März dieses Jahres hat Rakers ihren Podcast. Hier nimmt sie ihre Zuhörer an die Hand und führt sie durchs Gartenjahr. Auf Instagram teilen ihre Pflanzenfreunde Fotos von ihrem Anbau und der Ernte. Im Podcast – wie auch schon im Buch – teilt sie ihre Begeisterung fürs Gärtnern mit ihren Zuhörern und schwärmt: „Ich lehn mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, es wird euch glücklich machen, die Natur mehr in euer Leben zu lassen. Und zwar nicht nur, weil es nachhaltig ist, sondern weil es einfach Spaß macht.“

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