Kolumne: Für die Ehre Wie gleichgültig kann man sein?!
In unserer Samstags-Kolumne geht es immer ums Ehrenamt. Dieses Mal ärgert sich unser Kolumnist über einen ganz bestimmten Menschen(-Typ).
Das Blaulicht rotiert, das Martinshorn schallt. Der Verkehr, der entgegenkommt, weicht aus. Auf der befahrenen Seite weichen ebenfalls die Fahrzeuge aus, bis auf der eine Pkw, der direkt vor einem fährt. Zudem fährt er, als würde die Straße für ihn freigegeben werden. Mittig auf der Fahrbahnmarkierung. Auch als das Löschfahrzeug direkt hinter dem weißen Wagen mit allen Signalen fährt, gibt es keine Reaktion. Zudem wird beobachtet, wie ein Kind auf der Rücksitzbank des Autos umhertanzt – also nicht angeschnallt.
Zur Person
Manuel Goldenstein (41), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.
So habe ich es vor Kurzem erleben dürfen. Zunächst dachte ich, der Fahrzeugführer hört uns nicht, kann passieren. Als wir jedoch direkt dahinter waren und ein Kind ungesichert in dem Auto umherlief, kam mir der Gedanke, wie Gleichgültigkeit dieser Menschen sein müsse: Er behindert die Feuerwehr, die vielleicht ein Menschenleben retten muss, und gefährdet das Leben des Kindes. In Scham solltest du versinken!
Du brauchst nur mit einer geringen Geschwindigkeit irgendwo gegenfahren oder ein anderes Fahrzeug fährt in dein Auto, dein Kind wird umhergeschleudert werden und sich schwer verletzten. Wenn dann Menschen den Notruf wählen, weil du einen Rettungswagen oder die Feuerwehr brauchst, weil du oder dein Kind in dem Fahrzeug eingeklemmt ist, dann hoffst du auf rasche Hilfe und darauf, dass niemand den Weg blockiert für die Rettungskräfte. Vermutlich wirst du aufgrund deiner Gleichgültigkeit nicht einmal darüber nachgedacht haben oder zukünftig darüber nachdenken, wie die Folgen deiner Fehlhandlungen ausfallen können, denn aus demselben Grund, wird dich dieser Text vermutlich nie erreichen, jedoch soll dein Beispiel eine Warnung für alle sein.
Jeder braucht irgendwann Hilfe und jeder kann daran mitwirken, dass es in vielen Fällen nicht dazu kommt, dass Blaulichtkräfte anrücken müssen. Ein bisschen mitdenken und ein bisschen Rücksicht helfen dabei.
Kontakt: kolumne@zgo.de
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