Umzug in Aurich  Neues Impfzentrum auf Ansturm im Herbst vorbereitet

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 07.07.2022 17:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Silke Vienna zählt zu den Impfteams, die jetzt am neuen Standort im Einsatz sind. Fotos: Cordsen
Silke Vienna zählt zu den Impfteams, die jetzt am neuen Standort im Einsatz sind. Fotos: Cordsen
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Ab sofort können sich auch über 60-Jährige im Impfzentrum des Landkreises Aurich die vierte Immunisierung holen. Der Standort hat sich jedoch geändert.

Aurich - Wer sich von den Impfteams des Landkreises Aurich gegen das Corona-Virus impfen lassen will, hat seit Dienstag einen neuen Anlaufpunkt: Das Impfzentrum des Kreises ist aus den Räumen des Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrums (EEZ) in Sandhorst ganz in den Süden gezogen – in eine Halle in einem relativ unscheinbaren, anthrazitfarbenen Neubau in der Korbweidenstraße 13 im Gewerbegebiet Schirum. „Wir haben relativ lange gesucht, um einen Standort zu finden, der gut erreichbar ist – per Auto, Rad und Bus, wo es ausreichend Parkplätze gibt und wo wir im Zweifel auch Erweiterungsmöglichkeiten haben, sollten wieder deutlich mehr Impfungen gefragt und nötig sein“, sagte Sascha Regolin, Zuständiger in der Abteilung für Zivil- und Feuerschutz beim Kreis. Der jetzige Standort biete genau diese Möglichkeiten.

Was und warum

Darum geht es: An neuer Stelle bietet das Impfzentrum des Landkreises Aurich vierte Impfungen jetzt auch für Menschen ab 60 an.

Vor allem interessant für: alle Menschen aus dem Landkreis Aurich, die sich impfen lassen möchten

Deshalb berichten wir: Das Impfzentrum ist vor wenigen Tagen an einen neuen Standort gezogen.

Den Autor erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de

Die Halle, schräg gegenüber dem riesigen Autohaus-Neubau von Mercedes Senger, liegt für Radfahrer oder Jogger direkt am Ostfriesland-Wanderweg und ist nur wenige Hundert Meter von der Bushaltestelle Schirum B72/Bengenkampsweg entfernt. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Terminvereinbarungen sind wie zuvor über das Impfportal des Landes Niedersachsen möglich.

Kreis rechnet mit mittelschwerem Szenario im Herbst

Etwas mehr als ein Jahr hatte das Impfzentrum des Landkreises das EEZ in Beschlag genommen. 31.001 Menschen hatten sich dort in der Zeit impfen lassen, zusätzlich rückten mobile Impfteams von dort aus und versorgten weitere knapp 8000 Menschen mit Impfschutz. Der Umzug war notwendig geworden, weil das EEZ mit seiner Ausstellung zum Monatswechsel wieder für den Publikumsverkehr geöffnet worden ist. Landrat Olaf Meinen (parteilos) dankte der Stadt Aurich dafür, dass man das EEZ nutzen durfte, und fürs gute Miteinander. Man wünsche der neuen Ausstellung dort „viel Erfolg“. Für den Moment sei die Nachfrage nach Impfungen sehr niedrig, fügte er an. 26 Menschen holten sich von Dienstagmorgen bis Donnerstagnachmittag eine Immunisierung im neuen Impfzentrum ab.

Eine Halle in diesem unscheinbaren grauen Neubau-Komplex im Gewerbegebiet Schirum hat der Kreis Aurich für sein Impfzentrum gemietet.
Eine Halle in diesem unscheinbaren grauen Neubau-Komplex im Gewerbegebiet Schirum hat der Kreis Aurich für sein Impfzentrum gemietet.

„Wir gehen aber davon aus, dass wir ab Herbst wieder ein noch viel dynamischeres Infektionsgeschehen haben werden und es dann womöglich auch neue, angepasste Impfstoffe geben wird“, sagte Meinen. Vorerst sind in der Halle vier Impfkabinen eingerichtet, eine fünfte kann schnell zusätzlich eingerichtet werden. Die Räume sind bis Ende des Jahres gemietet. „Wir haben aber die Option darauf zu verlängern – und ich gehe davon aus, dass wir diese Option auch ziehen werden, denn Corona wird an Silvester nicht vorbei sein“, sagte Meinen. Beim Kreis rechnet man aktuell mit dem mittelschweren Szenario von drei Szenarien des Corona-Expertenrates der Bundesregierung, wonach es „zu einem gehäuften Auftreten von Infektionen und Arbeitsausfällen“ kommen wird und die Krankheitslast ähnlich schwer sein wird wie die bei den aktuell dominierenden Corona-Virusvarianten.

Vierte Impfung jetzt ab 60 Jahren

Impfzentrums-Leiter Norman Büchter sagte, in der aktuellen Auslegung könne man 200 bis 300 Impfungen pro Tag schaffen, mit Erweiterungen und der Option auf Wartebereiche mit Zelten davor ließe sich die Zahl aber auf 600 bis 700 steigern. Aktuell sind zwei Impfteams im Einsatz, eines davon in der Regel auch einmal pro Woche mobil – zuletzt etwa beim Bürgerfest in Hinte oder beim White-Sands-Festival auf Norderney.

„Wir stocken nach Bedarf auf“, versprach Landrat Meinen. Man sei für einen möglichen Ansturm gerüstet. „Indem unsere Teams Hand in Hand in einem guten Miteinander mit den Hausärzten arbeiten, sind wir breit aufgestellt – und werden auch weiterhin mit unseren mobilen Teams auch versuchen, wohnortnahe Impfangebote zu machen.“ Dabei betont der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Enno Kohlhoff, dass man ab sofort die vierte Corona-Schutzimpfung außer für Menschen mit Vorerkrankungen nun schon für Menschen ab 60 anbiete – nicht mehr erst ab 70, wie bislang.

Landrat Olaf Meinen (von links), Sascha Regolin vom Kreis Aurich sowie der organisatorische Leiter des Impfzentrums, Norman Büchter, zeigten die neuen Impfkabinen.
Landrat Olaf Meinen (von links), Sascha Regolin vom Kreis Aurich sowie der organisatorische Leiter des Impfzentrums, Norman Büchter, zeigten die neuen Impfkabinen.

Generell seien es weiterhin indes kaum Impf-Neulinge, die sich Immunisierungen abholten. „Das sind sehr wenige. Wir hatten gerade bei Novavax als Impfstoff darauf gehofft, dass noch deutlich mehr Menschen kommen und sich impfen lassen. Das waren viel weniger als gedacht. Die meisten, die kommen, holen sich ihre Dritt- und Viertimpfungen ab“, sagte er.

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