Jagdterrier im Visier  Peta verklagt Großefehntjer Verein wegen Fuchsbejagung

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 04.07.2022 13:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mitglieder der Tierrechtsorganisation Peta protestierten in Hamburg gegen die Bejagung von Füchsen. Foto: dpa/Zinken
Mitglieder der Tierrechtsorganisation Peta protestierten in Hamburg gegen die Bejagung von Füchsen. Foto: dpa/Zinken
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Der ostfriesische Ableger des Deutschen Jagdterrier-Clubs betreibt in Großefehn eine Schliefenanlage zur Ausbildung seiner Hunde. Das stößt bei Tierschützern auf Ablehnung.

Großefehn - Wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat die Tierrechtsorganisation Peta einen Jagdterrier-Verein in Großefehn verklagt. Dieser betreibt eine sogenannte Schliefenanlage, in der die Hunde mit Füchsen als Köder ausgebildet werden. Der Verein gehört zur Landesgruppe Niedersachsen des Deutschen Jagdterrier Clubs. Weil Füchse in den Anlagen „massive und andauernde Qualen“ erlitten, fordert Peta deren Schließung und die Beschlagnahmung der dort möglicherweise noch eingesperrten Füchse. Schliefenanlagen sind in Deutschland nicht verboten. Dabei verstoßen die Betriebe nach Auffassung von Peta grundsätzlich gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen die einschlägigen Strafrechts- und Ordnungswidrigkeits-Regelungen.

„Füchse haben wie Menschen und alle anderen Tiere ein Recht auf Freiheit – es darf nicht sein, dass sie eingesperrt und zur Jagdhundeausbildung missbraucht werden. Schliefenanlagen sind an Tierschutzwidrigkeit und Grausamkeit kaum zu überbieten. Es ist bezeichnend für Jäger und ihr blutrünstiges ‚Hobby‘, dass sie Füchse ohne Mitgefühl unvorstellbarer Todesangst aussetzen“, sagt Dr. Edmund Haferbeck, Senior-Mitarbeiter bei Peta. Füchse seien in den Anlagen permanent in einem Zustand der Todesangst, denn immer wieder hetzten Jäger Hunde in das Tunnelsystem, das den Fuchsbau simulieren soll. Zwar werde der Fuchs in einen durch Gitter von den Hunden getrennten Kessel gesetzt, um dort aufgespürt zu werden – dennoch müsse das Tier ständig um sein Leben fürchten. Im vergangenen Jagdjahr wurden allein in Niedersachsen über 57.000 Füchse durch Jäger getötet, bundesweit fast eine halbe Million Tiere, hat Peta recherchiert.

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