Zählungen im Wattenmeer Zahl der Kegelrobben scheint zu stagnieren

02.07.2022 08:11 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Kegelrobbenbestände im Wattenmeer haben erheblich zugenommen. Foto: Casper Tybjerg, TTF, Fisheries and Maritime Museum
Die Kegelrobbenbestände im Wattenmeer haben erheblich zugenommen. Foto: Casper Tybjerg, TTF, Fisheries and Maritime Museum
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Die Zahl der Kegelrobben im Wattenmeer ist in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen. Nun scheint es so, als ob das Wachstum abnimmt.

Wattenmeer - Seit der Wiederbesiedlung des Wattenmeeres Mitte des 20. Jahrhunderts haben die hiesigen Kegelrobbenbestände erheblich zugenommen. Das teilt das Weltnaturerbe Wattenmeer mit. Experten hätten festgestellt, dass die Zahl der Kegelrobbenwelpen im Wattenmeer in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich zwölf Prozent pro Jahr zugenommen habe. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der Kegelrobben, die während des Fellwechsels gezählt wurden, ebenfalls um jährlich zehn Prozent gestiegen. „Die jüngsten Daten zeigen jedoch einen leichten Rückgang der Gesamtzahl der während des Fellwechsels gezählten Kegelrobben um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Die trilaterale Expertengruppe für Meeressäugetiere (Expert Group Marine Mammals) mit Wissenschaftlern und Managern aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden führt jedes Jahr koordinierte Zählungen aus der Luft durch, die das gesamte Weltnaturerbe Wattenmeer abdecken. Bodenzählungen werden zudem auf der Insel Helgoland durchgeführt. In der Fortpflanzungszeit im Winter 2021/2022 wurden im Wattenmeer und auf Helgoland 2.214 Jungtiere gezählt, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Neugeborenen wurden mit 1.168 Jungtieren im niederländischen Wattenmeer gezählt, 14 Prozent mehr als bei der letzten Zählung. Auf Helgoland wurden 611 und in Niedersachsen 432 Kegelrobbenjungtiere beobachtet (plus neun Prozent beziehungsweise 27 Prozent). Drei Jungtiere wurden in Schleswig-Holstein und eines in Dänemark gezählt, letzteres außerhalb der koordinierten Zähltermine.

Während des jährlichen Fellwechsels im März/April halten sich die Wattenmeer-Kegelrobben vermehrt auf hiesigen Sandbänken auf, wo sie mit zuwandernden Robben aus dem Vereinigten Königreich zusammentreffen. In diesem Jahr zählten die Experten 8.948 Kegelrobben, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Mit 6.500 erfassten Kegelrobben befinden sich 73 Prozent aller im Wattenmeer gezählten Tiere im niederländischen Teil des Wattenmeeres. Im Vergleich zur letzten Zählung registrierten die Experten vier Prozent weniger Tiere. „Dies kann ein realer Rückgang sein oder möglicherweise eine Veränderung der Zuwanderung aus dem viel größeren Kegelrobbenbestand im Vereinigten Königreich“, erklärt Jessica Schop, Hauptautorin des Berichts. „Wir könnten bei unseren Zählungen aber auch den Hauptzeitpunkt des Fellwechsels verpasst haben. Daher ist es wichtig, ein Verständnis für diesen Zeitpunkt in den verschiedenen Wattenmeerregionen zu entwickeln.“ Helgoland und Niedersachsen verzeichneten einen Anstieg um fünf Prozent auf 1.090 beziehungsweise 19 Prozent auf 1.086 Individuen. Im schleswig-holsteinischen und dänischen Teil wurden 120 beziehungsweise 152 Kegelrobben gezählt.