Berlin Abgetrennter Kopf vor Bonner Landgericht – was wir wissen und was nicht
Am Dienstag fanden Passanten vor dem Landgericht Bonn einen abgetrennten menschlichen Kopf, den ein Mann kurz zuvor dort abgelegt hatte. Die Ermittlungen der Polizei dauern an, viele Details sind noch ungeklärt. Fest steht jedoch: Es liegt kein Tötungsdelikt vor.
Dienstagabend, 17.30 Uhr: Am Landgericht Bonn legt ein Mann einen abgetrennten menschlichen Kopf ab. Kurz darauf bemerken Passanten die grausame Tat und rufen die Polizei. „Wir dachten erst, dass dort ein Gegenstand liegt. Erst nachher haben wir die Haare erkannt“, erklärte ein Augenzeuge gegenüber dem „General-Anzeiger“ aus Bonn. Als die Polizei eintrifft, kauert der Mann auf den Treppen des benachbarten Amtsgerichts und lässt sich widerstandslos von den Beamten festnehmen.
Wenig später finden die Ermittler den Torso der Leiche am Rheinufer in der Nähe des Alten Zolls. Hier übernachten häufig Menschen ohne festen Wohnsitz.
Seitdem sind viele Frage aufgetaucht, nur wenige lassen sich bislang mit Gewissheit klären. Als Fakt gilt, dass es sich bei der Tat nicht um ein Tötungsdelikt handelt. Das berichtet unter anderem die „Bild“ und beruft sich dabei auf das Ergebnis einer Obduktion, die an der Leiche durchgeführt wurde. Demnach habe der 44-jährige Mann unter einer unheilbaren Krankheit gelitten, an der er schließlich gestorben sein soll.
Auch über das Verhältnis der beiden Männer zueinander gibt es weitere Details. Beide sollen aus dem Obdachlosenmilieu stammen und sich regelmäßig am Alten Zoll einen Schlafplatz geteilt haben. Nachdem sein Bekannter gestorben war, soll der 38-Jährige im Drogenrausch den Kopf des Toten abgetrennt haben, bevor er ihn in einer Plastiktüte etwa einen Kilometer weit durch die Stadt zum Landgericht transportierte.
Unklar bleiben die konkreten Hintergründe der Tat. Zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Werkzeug der Mann den Kopf des Toten abtrennte ist ebenfalls unbekannt, genauso wie seine genaue Route vom Alten Zollamt zum Bonner Landgericht. „Wir können derzeit nur den Raum beschreiben“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber dem „General Anzeiger“.
Nach Angaben der „Bild“ ist der 38-Jährige bereits der Polizei bekannt. So soll er mehrere Drogen- und Einbruchsdelikte begangen und zuletzt zweieinhalb Jahre in der Kölner Justizvollzugsanstalt gesessen haben. Zudem soll er aktenkundig wegen Körperverletzung sein. Nach seiner Vernehmung befindet sich der Mann im Moment in einer Einrichtung für psychisch Kranke.