Grünheide Berichte im Tesla-Forum: Kunden müssen länger auf ihr Auto warten
Die Gigafactory in Grünheide ist gerade das Sorgenkind von Tesla-Chef Elon Musk. Erst machte die Personalsuche Probleme, jetzt bekommen Kunden offenbar ihr Auto nicht wie geplant ausgeliefert.
So hat sich der Unternehmer Elon Musk sein Großprojekt in Deutschland wohl nicht vorgestellt: Die Autofabrik im brandenburgischen Grünheide, die bis zum Ende des Jahres 12.000 Mitarbeiter und jährlich 500.000 neu produzierte Teslas zählen sollte, gerät mit ihrer Planung ordentlich ins Stocken. Erst kürzlich betitelte er die neuen Werke als „gigantische Geldverbrennungsöfen“ und hatte sogar eine Insolvenz als Worst-Case-Szenario in Aussicht gestellt.
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Und nun kommt der nächste Rückschlag: Wie das Digitalmagazin „t3n“ berichtet, häufen sich seit dem 25. Juni im Forum „Tesla Fahrer und Freunde“, der nach eigenen Angaben „größten deutschsprachigen Tesla Community“, Berichte über verzögerte Auslieferungen des Model Y. Käufer seien von Tesla darüber informiert worden, dass ihre Lieferungen, die für die kommenden Tage geplant gewesen seien, verschoben werden müssten. In vielen Fällen bis weit in den Juli hinein, teils sogar bis Anfang August. Eine offizielle Meldung seitens Tesla gibt es dazu bislang nicht.
Über die genauen Gründe für die Verzögerungen und die Menge der betroffenen Fahrzeuge ist nichts Konkretes bekannt. Im Forum wird über Firmware-Probleme, fehlende Teile oder Motorenprobleme gemutmaßt.
Letzteres hat schon im Frühjahr 2022 in den USA beim gleichen Model für Ärger gesorgt. In China gab es sogar eine umfangreiche Rückrufaktion wegen zunehmender Motorausfälle – dies betraf allerdings nur das Model 3, wie „Teslamag“ berichtet.
Die Meldung setzt den Negativtrend in dem Unternehmen fort. Zuletzt wurde bekannt, dass der Multimilliardär, der noch immer mit dem Twitter-Kauf für 44 Milliarden US-Dollar liebäugelt, dagegen bei den Personalgehältern einspart. So erhalten die Angestellten in Grünheide laut einer Analyse von IG Metall bis zu 20 Prozent weniger als das, was Mitarbeiter anderer Betriebe bekommen. Dadurch ist es für das Unternehmen auch schwierig, die noch offenen 7500 Stellen bis zum Ende des Jahres zu besetzen.
Kurz darauf kündigte Musk an, 3 bis 3,5 Prozent der Stellen im gesamten Unternehmen zu streichen. Das betreffe etwa jeden zehnten Arbeitsplatz im Unternehmen; innerhalb der Fabriken soll die Mitarbeiterzahl jedoch langfristig steigen.