Zukunftsquartier Nesse Womöglich steht für die Ortsfeuerwehr Leer ein Umzug an
Die Nesse in Leer entwickelt sich zu einem angesagten Zukunftsquartier. Noch ist hier auch die Ortsfeuerwehr Leer beheimatet. Das könnte sich ändern.
Leer - Auf die Leeraner Ortsfeuerwehr kommen große Änderungen zu. Wie groß die allerdings sein werden, ist noch nicht ganz abzusehen.
Was und warum
Darum geht es: Womöglich wird die Ortsfeuerwehr Leer in absehbarer Zeit umziehen.
Vor allem interessant für: Feuerwehrleute, Anlieger des jetzigen Standorts und diejenigen, die die Entwicklung der Nesse beobachten
Deshalb berichten wir: Im Feuerwehr- und Marktausschuss wurden Entwürfe von Architekturstudenten für ein neues Gebäude für die Ortsfeuerwehr Leer vorgestellt. Sie waren im Rahmen eines von der Stadt initiierten Wettbewerbs eingereicht worden. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Derzeit teilt sie sich mit der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) der Kreisfeuerwehr den Standort an der Nessestraße – strategisch günstig mitten in der Stadt und mitten in einem Quartier, das sich aufschwingt, ein modernes, quirliges Viertel zu werden. So jedenfalls die Vorstellung von Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos). In direkter Nachbarschaft plant die Reederei-Familie Briese einen Wohngebäudekomplex, der in dieses Konzept passen würde.
Feuerwehrtechnische Zentrale zieht um
Der Landkreis wird die FTZ aber in einigen Jahren verlegen, nach jetzigem Stand nach Brinkum. Dort sollen dann auch der Katastrophenschutz, das Veterinäramt und ein Tierseuchen-Logistikzentrum angegliedert werden.
Und die Ortsfeuerwehr Leer? Auch die soll ein neues, zeitgemäßes, erweiterbares Gebäude bekommen. Wie das aussehen könnten, haben jüngst Architektur-Stunden der Jade-Universität Oldenburg gezeigt. Sie hatten sich an einem von der Stadt Leer initiierten Wettbewerb beteiligt und ihre Ideen für ein neues Gerätehaus am alten Standort entwickelt. Insgesamt spendierte die Stadt dafür Preisgeld in Höhe von 3000 Euro.
Ideen von Architektur-Studenten
Die Leeraner Ortswehr ist eine so genannte Schwerpunktfeuerwehr. Von ihr wird in der niedersächsischen Feuerwehrverordnung eine besonders große Ausstattung mit Fahrzeugen und Personal verlangt, was einen großen Raumbedarf bedeutet. Außerdem sollten die Studenten in ihren Entwürfen einen Trainingsturm berücksichtigen, Raum für die Ausstellung eines historischen Fahrzeugs und die Möglichkeit zur Erweiterung. Und auch optisch sollten sich die neuen Gebäude in die Umgebung einfügen.
Dass an eine Feuerwehrgebäude besondere Anforderungen zu stellen seien, machte Torsten Blank vom Fachdienst Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Feuerwehr- und Marktausschusses deutlich. „Da ist extrem viel zu bedenken.“ Es gehe mehr als in anderen Gebäuden um Geschwindigkeit, Trennung von sensiblen Bereichen oder Sicherheit, sei es bei der Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge, beim Gang vom Parkplatz ins Gebäude oder von der Umkleide zu den Fahrzeugen beziehungsweise umgekehrt.
Viele gute Ideen
Mindestens sechs der eingereichten Entwürfe erfüllten die Bedingungen. Sie wurden jedenfalls mit einem Preisgeld von 1000 bis 250 Euro ausgezeichnet. Sie alle hätten Elemente gehabt, die „sich als gute Idee herausstellen könnte“, sagte Blank.
„Und nun?“, wollte Heinz Dieter Schmidt, Vorsitzender der SPD-Fraktion, wissen. Der Wettbewerb habe auch dazu gedient, festzustellen, ob eine Entwicklung der Schwerpunktfeuerwehr am bisherigen Standort möglich ist, sagte Bürgermeister Horst: „Wir stellen fest, es ist möglich.“ Die Stadt hoffe, dass sie die Fläche, auf der jetzt noch das Feuerwehrtechnische Zentrum steht, erwerben könne, die Signale des Landkreises seien positiv. Danach könne man in die Planungen für das Grundstück einsteigen.
Dass das nicht zwingend mit dem neuen Feuerwehrgebäude bebaut werden müsse, machte Horst im Gespräch mit der Redaktion deutlich. Für die Bauphase bräuchte die Feuerwehr ein Übergangsquartier. Da liege die Überlegung nahe, ob nicht ein genereller Umzug sinnvoll sei. Deshalb schaue man sich auch nach geeigneten Alternativgrundstücken um und führe entsprechende Gespräche.