Digitalisierung an Schulen  Die meisten Zeugnisse entstehen mit Know-How aus Emden

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 26.06.2022 10:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
MD-Abteilungsleiter Boris van Hoorn (v.l.) und MD-Projektleiter Frank Milich stellten unter anderem Wirtschaftsförderer Stefan Klaassen ihre Zeugnis-Software vor. Foto: Tomé
MD-Abteilungsleiter Boris van Hoorn (v.l.) und MD-Projektleiter Frank Milich stellten unter anderem Wirtschaftsförderer Stefan Klaassen ihre Zeugnis-Software vor. Foto: Tomé
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Eine Zeugnissoftware hat an vielen Schulen die Zettelwirtschaft abgelöst. Inzwischen nutzen mehr als 500 Schule in Deutschland das spezielle Programm aus Emden.

Emden - In wenigen Tagen halten wieder tausende Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse in den Händen. Was die meisten nicht wissen: Daran, dass diese Zeugnisse ohne großen Aufwand erstellt werden können, arbeitet eine Emder IT-Firma mit. Vor rund zehn Jahren entwickelten Mitarbeiter von MD Hardware & Service GmbH ein spezielles Programm für Lernentwicklungsberichte an der Integrierten Gesamtschule Aurich-West.

Was und warum

Darum geht es: Viele Zeugnisse, vor allem in Niedersachsen, entstehen mit Unterstützung eines Emder IT-Unternehmens.

Vor allem interessant für: Lehrer, Schüler und Eltern

Deshalb berichten wir: Inzwischen arbeiten bereits mehr als 500 Schulen bundesweit mit der Software aus Emden.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.tome@zgo.de

Rückblickend bewertet Abteilungsleiter Boris van Hoorn dies als einen „glücklichen Zufall“. Denn den Wunsch, Zeugnisse digital zu erstellen, hatte nicht nur die Auricher IGS. Zahlreiche weitere Schulen wurden auf das Programm aufmerksam und bekundeten auch ihrerseits Interesse. Was im Jahr 2012 zum ersten Mal Anwendung fand, nutzen heute mehr als 500 Schulen in ganz Deutschland. Mehr als 25.000 Lehrerinnen und Lehrer arbeiten mit „LEB online“, rund 212.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland erhalten Zeugnisse, die mit der Software aus Emden erstellt wurden.

Vor allem in Niedersachsen und Baden-Württemberg verbreitet

Schnell sprachen sich die Vorteile der digitalisierten Verwaltung von Schülerleistungen auch an anderen Schulen herum, sodass heute vor allem Schulen in Niedersachsen und Baden-Württemberg die Software nutzen. Vorher herrschte an vielen Schulen die reinste Zettelwirtschaft, erinnert sich Boris van Hoorn. „Oftmals wurden die Lernentwicklungsberichte für jede Klasse und jedes Fach in Schuhkartons gesammelt.“ Um sie für jeden Schüler zusammenzusuchen, war ein großer Verwaltungsaufwand nötig. Mithilfe von „LEB online“ ist das nicht mehr nötig. Lehrinnen und Lehrer können dank der webbasierten Software die Leistungen der Schüler auch von zu Hause aus in ein System eintragen, das die Daten dann zusammenfasst. Mehr noch: Dank der Datenbank ist damit auch ein Vergleich der Leistungen über einen längerem Zeitraum möglich.

Das siebenköpfige Team um Boris van Hoorn arbeitet wenige Wochen vor Zeugnisvergabe auf Hochtouren und unterstützt Schulen bei Fragen rund um die Software. Er und seine Mitarbeiter nennen sich mit einem Augenzwinkern selbst auch die „Zeugnishelfer“. „Ich frage mich, wie Schulen das alles gemacht haben ohne eine Software“, so van Hoorn.

Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger

Die Pandemie hat letztlich für die Digitalisierung in vielen Bereichen wie ein Brandbeschleuniger gewirkt, erklärt Frank Milich als Abteilungsleiter bei MD Hardware & Service GmbH. „Alles wird digitaler“, sagt er. Inzwischen umfasst das Programm neben der Möglichkeit der Zeugniserstellung auch Module zur Kurswahl, Konferenzen, Klassenpläne und vieles mehr. In Planung beziehungsweise bereits in der Umsetzung sind beispielsweise auch Programme für Mensa-Pläne oder auch Impfmanager. Im Prinzip könne fast jedes verwaltungstechnische Problem an Schulen digital vereinfacht werden. „Es ist sehr imposant, dass so etwas aus Emden heraus entsteht“, sagte bei der Vorstellung des Projekts Emdens Wirtschaftsförderer Stefan Klaassen.

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