Neue Ausstellung in der Kunsthalle „Mythos Wald“ befasst sich künstlerisch mit fragilem Ökosystem
Die neue Schau in der Emder Kunsthalle befasst sich mit dem Thema Wald. Einen ganz anderen Schwerpunkt legt aktuell das Ostfriesische Landesmuseum. Dort stehen Frauen im Fokus.
Emden / EPD/NH - Sowohl die Emder Kunsthalle als auch das Ostfriesische Landesmuseum in Emden zeigen neue Ausstellungen.
Der „Mythos Wald“ steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung der Kunsthall, die an diesem Sonnabend um 18 Uhr im Atrium des Museums eröffnet wird. 75 Werke von mehr als 40 Künstlerinnen und Künstlern werden präsentiert. Die Schau mit dem Untertitel „Das Flüstern der Blätter“ schlage einen zeitlichen Bogen von etwa 1900 bis in die Gegenwart. Die Ausstellung endet am 31. Oktober.
Wald hat Symbolkraft
Gerade in Deutschland sei der Wald ein großes Symbol, um den sich zahlreiche Mythen und Erzählungen ranken, hieß es. Spätestens seit der Romantik sei er zum deutschen Nationalmythos verklärt worden. Gleichzeitig sei der Wald ein Sinnbild für den Klimawandel. Die Verletzlichkeit dieses empfindlichen Ökosystems sei den Menschen besonders in den 1980er Jahren beim großen Waldsterben bewusst geworden. Diese existenzielle Verbundenheit habe sich in der Kunst niedergeschlagen. Der Wald sei eines der zentralen Motive der Kunstgeschichte. Gerade in den jüngeren Werken gehe es zudem um aktuelle Probleme, wie der Abholzung oder die katastrophalen Auswirkungen von Naturkatastrophen und den Klimawandel.
Die Gemälde stammen aus der Sammlung der Kunsthalle. In der Schau seien Arbeiten unter anderen von Lovis Corinth, Daniel Gustav Cramer, Jörg Immendorff, Per Kirkeby, Paula Modersohn-Becker, Otto Mueller, Hans Op de Beek, Christian Rohlfs, Karl Schmitt-Rottluff und May Uhlig zu sehen. Zudem ist im Atrium die Ausstellung „Sarah van Sonsbeeck. The State of Things“ zu sehen. Die Schau ist der Beitrag zur Ostfriesland-Biennale, die noch bis zum 4. September läuft.
Berufstätige Frauen stehen im Fokuks
Auch das Ostfriesische Landesmuseum in Emden zeigt aktuell eine neue Ausstellung. Seit Sonnabend ist dort die Schau „WOMEN@WORK“ innerhalb der Sonderausstellung“Busy Girl – Barbie macht Karriere“ zu sehen. „Mit dem neuen Ausstellungsteil schlagen wir einen spannenden Bogen von der Barbie-Welt in die hiesige Region“, so Museumsdirektorin Jasmin Alley.
In erster Linie sind Fotografien von berufstätigen Frauen aus Ostfriesland im Wandel der vergangenen Jahrzehnte zu sehen, heißt es in einer Mitteilung des Landesmuseums. „Wichtig war uns, dass wir dabei eine ostfriesische und damit über Emden hinausgehende Perspektive einnehmen“, betont Evelina Peuser-Broeker, die gemeinsam mit Tobias Rentsch die Schau kuratiert hat. In der Ausstellung seien Eindrücke von arbeitenden Frauen aus den vergangenen 75 Jahren zu sehen. Es handele sich dabei sowohl um privat aufgenommene als auch um professionell erstellte Fotografien.
Interviews mit Berufstätigen
„Die Erwerbstätigkeit der jeweiligen Frauen steht im Fokus, wobei wir zum einen Berufsbilder und zum anderen Einzelbiografien vorstellen“, erläutert Peuser-Broeker. Neben Berufen, die inzwischen ‚ausgestorben‘ sind, wie der der Netzstrickerinnen, seien auch Erwerbstätigkeiten vertreten, die als klassische ‚Frauenberufe‘ wahrgenommen werden. Dem gegenüber seien aber auch Frauen in angeblichen Männerdomänen zu erleben. „Der neue Teil der Ausstellung ist besonders authentisch und nah an den Personen, da wir Interviews mit jenen geführt haben, die sich aktuell im Berufsleben befinden oder gerade ihre Ausbildung abschließen“, erklärt Rentsch. Das Landesmuseum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, die Kunsthalle dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, sonnabends, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.