Drittligist gewinnt den Supercup RW Essen siegt 5:0 bei Kickers – so schlugen sich die Neuen
1500 Zuschauer erlebten den erwarteten Supercup-Sieg von Rot-Weiss Essen. Aber auch Kickers Emden konnte zufrieden sein. Ein Stürmer unterschrieb einen Vertrag, ein anderer fiel ebenfalls auf.
Emden - Tido Steffens lag krank im Bett, keiner der drei Goguadze-Brüder ist seit dem Winter mehr in Emden und Krystian Tomaszewski längst für Blau-Weiß Papenburg am Ball. Dennoch waren diese Namen wie einige andere Ex-Kickeraner am Freitagabend im Ostfrieslandstadion präsent. In der zweiten Halbzeit des Supercup-Finales zwischen Ostfrieslandcup-Sieger Kickers Emden und Drittliga-Neuling Rot-Weiss Essen spielten die allesamt eingewechselten Neuzugänge und Testspieler von Kickers in Trikots mit „fremden“ Namen. Der Namenssalat im ersten Spiel der Vorbereitung sorgte zwar für ein paar Fragezeichen im Publikum, nicht aber für Chaos auf dem Feld. Nach einem 0:3-Pausenrückstand hieß es nach 90 Minuten 0:5. Der Supercup ging wie erwartet ans Profiteam aus Essen. Doch auch die Emder konnten zufrieden sein.
„Wir sind im Grunde aus der kalten Hose gestartet. Normalerweise hätte man nach zwei Trainingstagen sich nicht schon so ein Kaliber als Testspielgegner gesucht. Wir haben es trotzdem genossen“, sagte Kickers-Trainer Stefan Emmerling. Drei Wochen nach dem Regionalliga-Aufstieg und nur 17 Tage nach dem letzten Spiel nahm Kickers am Mittwoch das Training wieder auf. Mancher tauschte Urlaubs-Badehose fast direkt mit der Fußball-Shorts. Und Emdens Neuzugang Nick Köster, die vergangenen vier Jahre Kapitän bei Regionalligist Atlas Delmenhorst, konnte den Unterschied von der Regionalliga Nord zu einem Profiteam, das bald wieder in der 3. Liga spielt, einordnen. „Das war schon eine andere Nummer und ein starker Gegner. Deshalb brauchen wir nach zwei Tagen Training auch nicht in Panik verfallen.“
Spieldaten
Emden: Wetzel (46. Groenewold); Dassel (76. Hensema), Eilerts (46. Gnerlich), Faqiryar (76. Cordes), Goosmann (46. Köster), Konda (46. Janßen), Sillah (76. Braun), Visser (46. Schmidt), Wulff (46. Issa), Jabateh (46. Abdulmalik Abdul), Bamezon (46. N’Diaye).
Tore: 0:1 Langesberg (14.), 0:2 Berlinski (15.), 0:3 Eisfeld (33.), 0:4 Kourouma (52.), 0:5 Engelmann (60.).
Stehende Ovationen für Ludwig
Die 1500 Zuschauer mussten sich vor dem Spiel noch etwas gedulden. Zunächst wurde Emdens Ersatztorwart Nils Ludwig mit einer großen Collage, einem Blumenstrauß, Standing Ovations und ganz warmen Worten Richtung Bezirksligist TuS Pewsum verabschiedet. „Langer, du hast dich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt und uns gepusht“, sagte Kapitän Bastian Dassel. Der langjährige Unparteiische Peter Bartsch verabschiedete danach nicht nur Schiedsrichter Jan Lammers (Karriereende nach dem Spiel), sondern hatte als Stadtsportbund-Vorsitzender auch zwei Geschenke dabei: eine Torte für Kickers, eine für Essen. Jeweils mit Vereinswappen.
Danach schickte Emmerling zunächst einen Großteil der Aufstiegshelden aufs Feld. Nur Vafing Jabateh stürmte als „Neuer“ statt des erkrankten Tido Steffens. Der letztjährige Stürmer des Oberligisten VfL Oldenburg unterschrieb nach der Partie auch einen Vertrag und brachte den BSV nach zwei Minuten fast in Führung. Aber sein Schuss aus kurzer Entfernung, aber spitzem Winkel, strich knapp am Pfosten vorbei. Nach einem ersten Essener Warnschuss von Thomas Eisfeld – Neuzugang aus Bochum – hatte Kickers erneut die Chance zum 1:0 Aber Gabriel Bamezons Schuss aus zwölf Metern wurde pariert. Mit einem Doppelschlag binnen 60 Sekunden besorgte RWE, unterstützt von 200 Fans, dann in der 16. und 17. Minute das 2:0. Eisfeld stellte noch auf 3:0. Viel mehr klare Möglichkeiten besaßen die überlegenen Essener aber auch nicht.
18 Wechsel zur Halbzeit
Essen wechselte zur Pause komplett, Kickers immerhin achtmal. „Dafür, dass wir alle noch nie zusammengespielt haben, war das okay“, meinte Mittelfeldmann Nick Köster. Nach zwei schnellen Gegentreffen zum 0:4 und 0:5 klingelte es kein weiteres Mal. Die letzten Minuten trauten sich die Emder um den sehr auffälligen Andre Ndiaye sogar etwas nach vorne, hatten noch eine Schusschance durch Testspieler Rico Cordes.
„Wir haben uns gut bewegt, gut den Ball laufen lassen“, sagte RWE-Trainer Christoph Dabrowski nach seinem Debüt als Essen-Trainer. „Es war ein schönes Spiel mit einer schönen Atmosphäre.“ Kurz bevor seine Mannschaft den Supercup-Pokal erhielt, zeichnete der frühere Bundesliga-Spieler dann auch die tapferen Emder aus. Er ging einmal durch den Mannschaftskreis und klatschte jeden Emder herzlich ab.
Wie viele Essen-Fans begleiten RWE am Freitag nach Emden?
Spannende Personalien beim Kickers-Start am Mittwoch
Supercup mit RW Essen – Hoffnung auf mehr als 2000 Fans
Intensive Wochen für Kickers – so sieht der Vorbereitungsplan aus
Kickers-Trainingsauftakt mit elf neuen Gesichtern