Berlin  „Falscher“ Klitschko: Bürgermeisterin Giffey fällt auf Deep-Fake-Attacke rein

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 24.06.2022 20:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ist offenbar auf einen Fake hereingefallen. Foto: dpa/Fabian Sommer (Archivbild)
Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ist offenbar auf einen Fake hereingefallen. Foto: dpa/Fabian Sommer (Archivbild)
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Am Freitagabend hielt Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Vitali Klitschko eine Videokonferenz ab. Während des Gesprächs stellte sich jedoch heraus, dass es sich gar nicht um den Kiewer Bürgermeister handelte.

Es sollte ein Austausch unter Bürgermeistern werden: Am Freitagabend war eine Videokonferenz zwischen Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und dem Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Vitali Klitschko, geplant. Nachdem das Gespräch gegen 17 Uhr begann, soll sich Klitschko laut „Bild“ zunächst erkundigt haben, wie viele ukrainische Flüchtlinge bislang nach Berlin gekommen seien und wie die finanzielle Unterstützung laufe. So weit, so normal.

Doch im weiteren Verlauf nahm die Unterhaltung eine ungeahnte Wendung. Der Kiewer Bürgermeister erklärte gegenüber Giffey, sie solle alle ukrainischen Staatsangehörigen mithilfe der Polizei in ihr Heimatland zurückbringen. Endgültig für Verwirrung sorgte dann die Aussage, dass sich viele ukrainische Geflüchtete Sozialleistungen erschleichen würden.

Daraufhin stellte sich heraus, dass Berlins Regierende Bürgermeisterin offenbar das Opfer einer sogenannten Deep-Fake-Attacke geworden ist. Der Vitali Klitschko, der Giffey in der Videokonferenz gegenüber saß, war nicht der echte Klitschko, sondern ein mithilfe künstlicher Intelligenz herbeigeführter Fake.

„Der Verlauf des Gesprächs und die Themensetzung haben auf Berliner Seite ein Misstrauen hervorgerufen“, twitterte die Berliner Senatskanzlei wenig später. Man habe das Gespräch daher vorzeitig abgebrochen. „Es besteht der Verdacht, dass die Person mit der gesprochen wurde, nicht Vitali Klitschko war.“

Ein Gespräch mit dem ukrainischen Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, habe diesen Verdacht bestätigt. Giffey selbst zeigte sich nach der Attacke enttäuscht. „Es gehört leider zur Realität, dass der Krieg mit allen Mitteln geführt wird – auch im Netz, um mit digitalen Methoden das Vertrauen zu untergraben und Partner und Verbündeten der Ukraine zu diskreditieren.“

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