Erörterung in Wiesmoor  Jetzt dürfen die Gegner des Torfabbaus ihre Anliegen vortragen

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 22.06.2022 07:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wie in diesem Bild im Gnarrenburger Moor soll im geplanten neuen Torfabbaugebiet in Marcardsmoor auch wieder eine Feldbahn errichtet werden, in deren Loren das Baggergut zum nun deutlich weiter entfernten Verladeplatz gebracht wird. Foto: Jaspersen/DPA
Wie in diesem Bild im Gnarrenburger Moor soll im geplanten neuen Torfabbaugebiet in Marcardsmoor auch wieder eine Feldbahn errichtet werden, in deren Loren das Baggergut zum nun deutlich weiter entfernten Verladeplatz gebracht wird. Foto: Jaspersen/DPA
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In Wiesmoor gibt es weiter Widerstand gegen den geplanten Torfabbau in Marcardsmoor. Ab Donnerstag werden Bürger und Behörden angehört. Es ist auch eine Demo geplant.

Wiesmoor - Der kurzfristig verschobene Erörterungstermin des Landkreises Aurich mit denjenigen, die Einwendungen im Planfeststellungsverfahren zum weiteren Torfabbau in Marcardsmoor gemacht haben, beginnt nun eine Woche später am kommenden Donnerstag, 23. Juni, ab 9 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus im Wiesmoorer Stadtteil Wiesederfehn. Die Sitzung musste wegen eines Formfehlers verlegt werden, weil der Landkreis versehentlich nicht alle Einwender rechtzeitig zum Termin eingeladen hatte. Nur diejenigen, die Einwendungen gemacht haben, sind zum Termin zugelassen. „Ich bin zufrieden, dass der Termin nun anberaumt wurde, weil das für die Einwender die Möglichkeit bietet, ihre Anliegen vorzutragen“, sagt Wiesmoors Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos). Die Stadt selbst sei auch vertreten.

Was und warum

Darum geht es: In Wiesmoor wenden sich Bürger weiterhin gegen den Torfabbau.

Vor allem interessant für: Anwohner und Klimaschutz-Interessierte

Deshalb berichten wir: Am kommenden Donnerstag ist die Erörterung mit den Einwenden gegen das Planfeststellungsverfahren zum beabsichtigten Torfabbau in Marcardsmoor geplant.

Den Autor erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de

Wie schon für die Vorwoche geplant, haben die FBW-Fraktion im Wiesmoorer Stadtrat sowie Einzelratsherr Diedrich Kleen (Tierschutzpartei) als Gegner des geplanten Torfabbaus für 12 Uhr am Donnerstag eine Protestkundgebung vor dem Dorfgemeinschaftshaus angemeldet und laden Interessierte ein, sich der Veranstaltung anzuschließen. Je nachdem, wie zeitintensiv die Diskussionen sein werden, kann die Erörterung sich auch am Freitag noch fortsetzen.

1,2 Millionen Kubikmeter Aushub geplant

Während Bund und Länder zumindest eine Absichtserklärung unterschrieben haben, die für den Klimaschutz ein Ende des Torfabbaus in Deutschland bedeuten soll, prüft der Landkreis Aurich aktuell einen Antrag des Torfwerks Marcardsmoor, das in den kommenden zwei Jahrzehnten zwischen dem Naturschutzgebiet Klinge und der 2. Reihe weitere rund 80 Hektar Torf abbauen will. Dabei geht es um 1,2 Millionen Kubikmeter, 1,70 Meter tief soll der Boden abgegraben werden. Die beantragte Fläche ist Teil eines von der Torfindustrie initiierten integrierten Gebietsentwicklungskonzeptes (kurz IGEK) „zum gesteuerten Auslaufen des Torfabbaus unter Beachtung des Klima- und Naturschutzes sowie der Interessen der Landwirtschaft und der Bevölkerung“.

Ursprünglich waren gut 800 Hektar Fläche in Marcardsmoor von der seinerzeit schwarz-gelben Landesregierung im Landesraumordnungsprogramm 2012 als Vorrangfläche für den Torfabbau ausgewiesen gewesen. Nach erbittertem Widerstand und jahrelangen Gesprächen hatten die in das Kompromissverfahren Eingebundenen sich 2016 in einem Kompromisspapier darauf verständigt, dass die Torfindustrie zehn Prozent der Flächen weiterhin abtorfen darf und danach renaturiert, unter Einhaltung bestimmter Abstandsregeln und weiterer Vorgaben, die das Absenken von Nachbargrundstücken verhindern sollen. Auch sollen ein neues Baugebiet sowie ein Moorlehrpfad entstehen.

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