Berlin Erste Bilanz: So denkt die Deutsche Bahn über das 9-Euro-Ticket
Volle Züge und mehr Möglichkeiten: Reisende haben ein zwiespältiges Verhältnis zum 9-Euro-Ticket. Doch wie denkt die Deutsche Bahn über das Sparangebot? Das Unternehmen zieht eine erste Bilanz.
Die Personalvertretung der Deutschen Bahn fordert zusätzliche Bezahlung und Freizeit für Mitarbeitende wegen Mehrbelastungen durch das Neun-Euro-Ticket. "Das Neun-Euro-Ticket bedeutet den täglichen Ausnahmezustand für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen", sagte der Vizevorsitzende des Gesamtbetriebsrats DB Regio, Ralf Damde, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) mit Blick auf die zusätzlichen Fahrgäste, die nun in Regionalzügen reisen.
Das bisher von Juni bis August befristete Ticket sei zu einem "Belastungspaket" für die Bahn-Mitarbeitenden geworden, heißt es in einem Brief von Betriebsräten der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG an die Verkehrsminister von Bund und Ländern, aus dem das RND zitiert.
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Das Neun-Euro-Ticket sei dennoch im Grundsatz ein Erfolgsmodell, sagte der Betriebsrat-Vizevorsitzende Damde dem RND. Die Verkehrsbetriebe dürften nach drei Monaten nicht "wieder in die alten Tarifstrukturen zurückkehren". Die Verkehrsminister von Bund und Ländern sollten stattdessen ein "einfaches und überall gültiges Tarifsystem gestalten".
Doch dann würde wohl auch die Probleme mit überfüllten Zügen bestehen bleiben. Konkret weißt die Deutsche Bahn auf verärgerte Radfahrer hin, die teilweise aggressiv reagieren würden, wenn ihnen die Mitfahrt verwehrt wird. Auch die Maskenpflicht führe zu Konflikten zwischen Kundenbetreuern und Fahrgästen. Letztere wüssten immer noch nicht, dass die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen gelten.