Sparkassenlauf in Aurich  Von doppelt startenden Top-Läuferinnen und nervenden Passanten

Theo Gerken
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Von Theo Gerken
| 19.06.2022 15:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Manch einer der jüngsten Starter erhielt beim Laufen als Zusatzmotivation die elterliche Unterstützung. Fotos: Jens Doden/Blomberg
Manch einer der jüngsten Starter erhielt beim Laufen als Zusatzmotivation die elterliche Unterstützung. Fotos: Jens Doden/Blomberg
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Aurich war am Freitag fest in Läuferhand. 850 Starter gab es – vor allem die jüngsten wurden angefeuert. Die Frauen-Siegerin hatte ebenso wie der Moderator mit Problemen zu kämpfen.

Aurich - Richtig gut gelaunt zeigte sich Veranstalter Holger Wesseln von der Agentur Pulsschlag aus Köln schon während der letzten Laufwettbewerbe des Auricher Sparkassenlaufs am Freitagabend. Zwar war die Teilnehmerzahl von 850 Starten im Vergleich zu den vorhergehenden Veranstaltungen noch überschaubar, doch nach der durch coronabedingten Pause scheint es wieder aufwärts zu gehen. Richtig viel los war schon im Start- und Zielbereich am Georgswall in Höhe des Rathauses. Vor allem bei den Läufen der Jüngsten standen die Zuschauer dicht gedrängt an der Laufstrecke. Mama, Papa, Oma, Opa und viele weitere Verwandte und Bekannte sparten nicht mit Beifall für die jüngsten Starter. Auch Horst Witte, ehemaliger Handballtrainer, der mit dem HC Emden in der Regionalliga (damals dritthöchste Klasse) und in der Oberliga um Punkte spielte, war ganz begeistert von den kleinsten Läuferinnen und Läufern. „Die schauen wir uns am liebsten an“, meinte er. Seine Frau Bruni läuft übrigens dreimal in der Woche zwischen sieben und acht Kilometer. „Egal, was für ein Wetter ist!“ Die Witterungsbedingungen waren am Freitag ideal, auch der Belag der Strecke war bei dieser Trockenheit kein tückisches Problem.

Maskottchen Didi half bei der Siegerehrung der Kleinen mit.
Maskottchen Didi half bei der Siegerehrung der Kleinen mit.

Mit ganz anderen Problemen hatte Moderator Heino Krüger im Zielbereich zu kämpfen. Immer wieder überquerten Passanten die Laufstrecke, um zum Rathausvorplatz zu kommen. „Bitte nicht die Straße überqueren, wenn Läufer kommen“, musste Krüger wohl 100-mal rufen. Seine aufmunternden Sprüche vergaß er trotz des „Querungsstresses“ nicht: Als er von weitem einen Läufer mit einem Fortuna-Düsseldorf-Trikot erkannte, kommentierte Krüger: „In Düsseldorf können sie nicht nur Eishockey und Fußball spielen, sie können auch laufen.“

Elfjährige siegt über 5000 Meter

Nach den Läufen der Jugendlichen und Kinder stand der Hauptlauf über zehn Kilometer im Mittelpunkt des Interesses. Schon nach wenigen Metern übernahm Matthias Heinken (Raiffeisen-Volksbank) die Führung und baute diese kontinuierlich aus. Nach der ersten von drei Runden war auch die weitere Reihenfolge klar. Markus Eden vom TV Norden hielt den zweiten Rang vor Marcel Gößling von LSF Oldenburg. Am Ende gewann Heinken nach 35:39 Minuten vor Eden (36:33) und Gößling (36:44). „Auch in der Fußgängerzone haben uns viele Menschen angefeuert“, berichtete der überlegene Sieger. Markus Eden aus Norden hatte es viel Spaß gemacht, durch Aurich zu rennen: „Überall standen Leute, die Beifall geklatscht haben.“ Zum ersten Mal in Aurich am Start war Marcel Gößling aus Oldenburg: „Das war eine schöne Strecke, rund um den Hafen war es ein wenig einsam, doch in der City waren dann wieder viele Leute.“

Wie bei den männlichen Teilnehmern waren die Abstände zwischen den schnellsten Frauen schon früh recht deutlich. Hilke Decker hatte sich schon zeitig einen sicheren Vorsprung erarbeitet und konnte angesichts der warmen Temperaturen ab Runde zwei das Tempo etwas reduzieren. „Das war so schwül, da habe ich lieber etwas zurückgesteckt. Ich habe dann Probleme mit meinem Schienbein bekommen, und auch den Halbmarathon, den ich vor einer Woche in Potsdam gelaufen bin, habe ich noch gespürt.“ Den Wettkampf über zehn Kilometer gewann sie souverän in 43:57 Minuten. Keine halbe Minute später überquerte auch Inka Krull (LT TuS Aurich-Ost) den Zielstrich (44:21). Sie war zwar mit ihrem Ergebnis zufrieden, aber nicht mit ihrem Sololauf gegen die Uhr: „Ich laufe nie alleine, das war für mich heute ganz ungewohnt, aber gleich möchte ich noch über fünf Kilometer starten, vielleicht finde ich dort jemand.“ Mit etwas Abstand erreichte dann Kerstin Stutz vom MTV Aurich in 47:27 Minuten das Ziel am Georgswall.

Weil sowohl Matthias Heinken als auch Hilke Decker in Aurich wohnen, wurden sie bei der Siegerehrung zusätzlich als Stadtmeister beziehungsweise Stadtmeisterin geehrt. Die drei erstplatzierten Frauen und auch Markus Eden gingen auch noch über fünf Kilometer an den Start. Dabei wurde dann auch der Wunsch von Inka Krull erfüllt: Sie absolvierte den zweiten Run durch die Start zusammen mit Kerstin Stutz. Als erste ins Ziel über fünf Kilometer kamen bei den Männern Jann Penon (LAC Kronshagen; 17:25 Minuten) und bei den weiblichen Startern die erst elfjährige Talea Pflüger (Fortuna Wirdum; 20:01).

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