Stand in der Krummhörn  Verwaltung äußert sich zu Schulanalyse

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 17.06.2022 17:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wie wird die Schul- und Kitalandschaft in der Krummhörn in Zukunft aussehen? Antworten darauf soll es ab Herbst geben. Symbolfoto: DPA
Wie wird die Schul- und Kitalandschaft in der Krummhörn in Zukunft aussehen? Antworten darauf soll es ab Herbst geben. Symbolfoto: DPA
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Im Herbst sollen die Ergebnisse der Analyse zu Schulen und Kitas in der Krummhörn vorliegen. Die Bürgermeisterin wünscht sich erst dann eine Diskussion.

Krummhörn - Acht Jahre ist es her, dass zuletzt die Schullandschaft in der Krummhörn analysiert wurde. Die Empfehlung damals: zwei Grundschulen schließen. Die Politik entschied sich dagegen. Jetzt soll es eine neue Analyse geben – und alles ist wieder offen.

Was und warum

Darum geht es: Hilke Looden appelliert, dass erst mit Vorlage der Bedarfsanalyse diskutiert werden sollte.

Vor allem interessant für: Eltern mit (bald) schulpflichtigen Kindern in der Krummhörn.

Deshalb berichten wir: Die Gemeinde hatte zum Pressegespräch geladen.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Die Emotionen rund um das Thema kochen immer wieder hoch, vor allem wegen der Situation an der Grundschule Jennelt. Die Unsicherheit bei Lehrkräften und Eltern von Jennelter Schülern ist groß. Es gibt viele Fragen, die nicht immer eindeutig beantwortet werden konnten oder wurden. Das wollte die Gemeindeverwaltung jetzt ändern und hat bei einem Pressetermin verdeutlicht, was der Stand ist und wie es weitergeht.

Auch Schulen und Eltern werden gehört

„Uns ist klar, dass sich die Situation unserer Grundschulen in den letzten Jahren verändert hat“, betonte anlässlich des Termins Hilke Looden, die parteilose Bürgermeisterin der Gemeinde. Schulen, und damit auch die Träger der Einrichtungen, stehen vor großen Herausforderungen: Digitalisierung, demografischer Wandel, Integration, Inklusion, neue Bildungskonzepte. Deswegen sei es der Verwaltung wichtig, mit dem neuen Gutachten einen aktuellen Stand darzustellen und mögliche Perspektiven auf die Zukunft aufzuzeigen.

„Wir sind auf dem Weg“, betonte der zuständige Fachbereichsleiter Wolfgang Beek. Im März wurde das Gutachten an die Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) aus Bonn vergeben. Begutachtet werden sowohl die vier Grundschulen in Trägerschaft der Gemeinde als auch die Kindergärten. „Die Analyse wird eine Empfehlung sein. Die Politik muss dann auf der Grundlage gewichten und den Weg festlegen“, so der Tenor der Verwaltung.

Looden: Erst Ergebnisse, dann diskutieren

Jetzt die Pferde scheu zu machen, das wird im Gespräch deutlich, sei wenig produktiv. Selbst wenn im Gutachten erneut, Biregio hatte schon die Analyse von vor acht Jahren erstellt, die Schließung von Schulstandorten empfohlen werde, sei damit keine Handlungsverpflichtung in diese Richtung für die Politik verbunden. „Wir sollten erst die Analyse abwarten und dann anfangen, darüber zu diskutieren“, so Looden. Vielleicht würde die Bedarfsanalyse Optionen aufzeigen, die bislang noch nicht erörtert wurden. 18.000 Euro hat die Gemeinde für die Analyse erstmal locker gemacht, weitere Investitionen in das Projekt sind nicht ausgeschlossen. Die Firma Biregio ist in der Region nicht unbekannt, aber auch nicht unumstritten. So hatte ein Gutachten das Aus der Realschule in Aurich prophezeit – mittlerweile kann sich die Schule vor Schülern kaum noch retten. Das hatte mit dem Engagement der Eltern und der Schule zu tun, die auf die düsteren Prognosen reagierten.

Aktuell werde von Biregio der Ist-Zustand analysiert. Schülerzahlen, demografische Faktoren, geplante Baugebiete und vorhandene Räume würden dazu zählen. Der Blick in die Zukunft, mit Vorausberechnungen der Schülerzahlen, sowie die gesetzlichen Anforderungen an verlässliche Ganztagsbetreuung gehöre mit dazu. „Wir wollen abrufen, was an den Schulen schon an Konzepten vorhanden ist“, betonte Beek. Dazu sollen nach den Sommerferien sowohl Schulleitungen als auch Elternvertreter befragt werden. Diese Gespräche sollen in die Planung, die im Herbst abgeschlossen sein soll, einfließen. Die Verunsicherung, die bestehe, könne die Verwaltung nachvollziehen.

Keine klare Linie in der Politik

Auch wenn die Bedarfsanalyse die gesamte Krummhörn in den Blick nimmt, kommen Bedenken vor allem von der Grundschule Jennelt. „Jennelt stößt seit Jahren räumlich an die Grenzen“, sagte Hilke Looden. Eine abschließende Lösung – meist wurde Kernsanierung oder Neubau diskutiert – wurde allerdings nie gefunden. Seitdem die Bedarfsanalyse angekündigt wurde, befürchtet die Jennelter Schulleitung wieder verstärkt eine Schließung.

Aber auch ohne Analyseergebnis, das betonte Looden, habe die Gemeinde immer wieder in die Schule investiert. In diesem Jahr sollen wieder Arbeiten in einem Umfang von rund 150.000 Euro an der Grundschule durchgeführt werden.

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