Kolumne: Für die Ehre Mittelmaß zu 112 Prozent
Samstags geht es in unserer Kolumne immer ums Ehrenamt. Diesmal beschäftigen wir uns mit dem Zuviel an Ämtern.
Nachdem die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie nur noch geringfügig zu merken sind, fühlen sich die Menschen anscheinend besser. Direkte Treffen, gemeinsame Veranstaltungen, alles völlig ungezwungen. So ist es auch bei den Feuerwehren. Die Übungsdienste laufen wieder und die Dienstversammlungen können in Präsenz erfolgen. Erst jetzt merken wir, wie gut uns der direkte Kontakt zu Menschen tatsächlich tut. Aber teilweise wird es zu viel.
Zur Person
Manuel Goldenstein (41), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.
Alle Termine sollen nun brachial nachgeholt werden. Feiern, Jahrmärkte, Sitzungen und Konferenzen. Es ist völlig verständlich, denn in den letzten zwei Jahren haben wir bemerkt, dass die virtuellen Zusammenkünfte nicht die Ergebnisse zur Zufriedenheit erlangen, wie es die Macher und Teilnehmer eigentlich erwarten. Die Termine ballen sich. Ob das nun wiederum gut ist, liegt bei einigen auf der Hand: Stress kommt auf.
Wir sollten einen Gang zurückschalten und uns ein bisschen mehr Zeit lassen. So machen wir es im Einsatz auch, wenn kein Leben auf dem Spiel steht. Rasch, aber sicher ans Ziel gelangen. Ein bisschen mehr Zeit für uns selbst. Da bleiben die Gedanken geordnet und auch die Lieben zu Hause werden vermutlich etwas zufriedener sein. Man kann nicht auf jeder Sitzung und jedem Treffen dabei sein. Wichtig ist zu entscheiden, wie wichtig der Termin ist.
Im Alarmfall ist es bei der Feuerwehr immer wichtig, parat zu stehen. Und wenn zusätzlich Lust besteht, dann bin ich auch gerne dabei und organisiere noch andere Dinge in der Feuerwehr mit. Ein persönlicher Zwang ist falsch. Die anderen hängen lassen allerdings auch. Der Mittelweg ist der Richtige. Dass der Übungsdienst ein wichtiger Bestandteil ist, ist klar, denn ohne Wissen kein Können! Aber auch ein Fußballer kommt dem Training nach und macht seine Spiele. Das Drum und Dran, da sollte gesiebt werden – und du solltest auch nicht jeden Posten ergattern, der zur Verfügung steht. Eine Sache – und die zu 112 Prozent im ausgeglichenen Mittelmaß.
Kontakt: kolumne@zgo.de
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