Berlin  Connemann widerspricht Merz: Quoten-Debatte zur „Unzeit“

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 17.06.2022 01:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Die neue Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann (CDU), ist gegen eine Frauenquote für die Gremien ihrer Partei. Foto: Foto: dpa/Kay Nietfeld
Die neue Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann (CDU), ist gegen eine Frauenquote für die Gremien ihrer Partei. Foto: Foto: dpa/Kay Nietfeld
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Friedrich Merz will den Parteitag entscheiden lassen, ob die CDU eine Frauenquote bekommt. Gitta Connemann, Vorsitzende der einflussreichen Mittelstands- und Wirtschafsunion (MIT), ist darüber alles andere als begeistert. Das Interview:

Frage: Frau Connemann, sind Sie enttäuscht von Friedrich Merz?

Antwort: Überrascht. Deutschland steckt in der Krise. Preise explodieren, Lieferketten brechen, der Krieg bedroht die Sicherheit. Die Ampel hat keine Antworten. Es kommt auf die CDU an. Darauf sollten wir uns konzentrieren. Jetzt das Thema Quote auf den Parteitag zu setzen, erzwingt eine Debatte zur Unzeit.

Frage: Warum halten Sie eine Quote für falsch?

Antwort: Die CDU braucht die Besten. Qualität ist aber keine Frage des Geschlechts, des Alters oder der Herkunft. Entscheidend sind Kompetenz und Leistung. Dies bringen unzählige Frauen mit. Zu wenige sind Mitglied der CDU. Diese Frauen wollen eine attraktive Partei. Daran müssen wir arbeiten.

Frage: Wird es dafür eine Mehrheit beim Parteitag geben?

Antwort: Ich bin viel vor Ort. Die Basis - weiblich und männlich - steht Quoten kritisch gegenüber. Deshalb rechne ich mit vielen Änderungsanträgen zum Parteitag. Die Delegierten haben dann die Verantwortung, die Interessen der Mitglieder wahrzunehmen. Lassen wir uns überraschen.

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