Frauenquote bei der CDU  Aus Mangel an Alternativen

Rena Lehmann
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Ein Kommentar von Rena Lehmann
| 16.06.2022 15:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wer hätte das gedacht? Jetzt bekommt die CDU womöglich doch eine Frauenquote – unter ihrem neuen Vorsitzenden und Quotengegner Friedrich Merz. Foto: Michael/DPA
Wer hätte das gedacht? Jetzt bekommt die CDU womöglich doch eine Frauenquote – unter ihrem neuen Vorsitzenden und Quotengegner Friedrich Merz. Foto: Michael/DPA
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Viele finden Frauenquoten gut, aber passt sie zur CDU? Warum sie Gefahr läuft, Grundsätzliches über Bord zu werfen.

Die Frauenquote in der CDU berührt Grundsätzliches. Will die CDU künftig bei der konservativen Position bleiben, wonach Quoten einen unzulässigen Eingriff in die Ordnungspolitik darstellen? Oder will sie diese Überzeugung mangels besserer Alternativen im eigenen Verein dann auch politisch räumen? Dann noch gegen Quoten zu argumentieren, wenn es um DAX-Vorstände geht, dürfte schwierig werden.

Wirtschaftsliberale in der Union dürften sich mit Grauen abwenden. Auch für die Vielfalt im politischen Wettbewerb wäre es nicht verkehrt, noch eine Partei von Gewicht zu haben, die in gesellschaftspolitischen Fragen andere Lösungen findet als starre Quoten, die schon in anderen Parteien zu abenteuerlichen Personalentscheidungen geführt haben. Parteichef Friedrich Merz glaubt nun offenbar selbst nicht mehr daran, dass es auf anderem Wege gelingt, Frauen in den mittleren Führungsebenen der Partei auf Posten zu bekommen. Es spricht für seinen Realismus, dass er den Mangel an sichtbaren Frauen als gravierendes Problem einschätzt. Doch die Quote bleibt für eine CDU, die ihr Profil schärfen möchte, nur eine zweitbeste Lösung.

Dass sie wirklich kommt, ist aber nicht gesagt. Wenn Merz selbst dafür wirbt, werden die Delegierten auf dem Parteitag ihn kaum hängen lassen. Bleibt er aber vage, ist gut möglich, dass sie durchfällt.

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