Mönchengladbach Ein Sieg fürs Selbstvertrauen: Deutschland gewinnt 5:2 gegen Italien
Die DFB-Elf feiert einen 5:2-Sieg gegen Italien und bringt sich langsam in WM-Form.
Endlich mal wieder kein Unentschieden – es war der große Wunsch, den Bundestrainer Hansi Flick vor dem erneuten Duell gegen Italien formuliert hatte. Viermal hatte die deutsche Nationalmannschaft in Folge 1:1 gespielt. „Ich finde das einfach nicht gut“, hatte Flick betont und auch erklärt weshalb: „Weil ich einfach gewinnen will.“
Am Dienstagabend erfüllte ihm seine Mannschaft diesen Wunsch – und wie. 5:2 (2:0) bezwang die DFB-Auswahl den Europameister, der seit dem Titelgewinn im vergangenen Jahr allerdings etwas aus dem Tritt geraten ist. Die Qualifikation für die WM in Katar wurde verpasst, in der Nations League wurden bislang nur ein Sieg und zwei Unentschieden eingefahren.
Doch auch die deutsche Mannschaft schien nach den ersten drei Spielen der Gruppenphase noch nicht in WM-Form. Acht Siege hatte es zu Beginn der Amtszeit von Flick gegeben. Danach folgten die vier Unentschieden – das erste im Test gegen die Niederlande, drei weitere in der Nations League gegen Italien, England und Ungarn.
Auch wenn der Bundestrainer vor allem gegen England eine gute Entwicklung sah, im ersten Duell gegen Italien und dann gegen Ungarn zeigte die deutsche Mannschaft nicht das Gesicht, das einen Anwärter auf den Titel erkennen lässt. Auch deshalb war der gute Abschluss des Viererpacks in diesem Juni so wichtig. Er kann ein positives Gefühl entfachen, das so immens wichtig ist, um große Aufgaben zu bewältigen.
Ein Selbstbewusstsein, das einigen in der Mannschaft zuvor noch sichtbar abging. Etwa Timo Werner, der in der 1. Minute nach einer Vorlage von Thomas Müller das 1:0 hätte erzielen können, den Ball aber viel zu schlecht annahm. Oder Leroy Sané, der von Flick nach zuletzt eher schwachen Einsätzen erneut eine Chance bekam und mehrfach demonstrativ auch defensiv zum Sprint ansetzte, im Abschluss aber oft unglücklich war.
Die deutsche Mannschaft drängte früh auf das Tor. In der 10. Minute traf Joshua Kimmich nach einer Flanke von David Raum mit seinem schwächeren linken Fuß. Auch das zweite Tor erzielte ein Zentrumsspieler. Ilkay Gündogan, der wie schon in München viel Struktur ins deutsche Spiel brachte, traf zum 2:0 per Elfmeter in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, nachdem Alessandro Bastoni den Gladbacher Jonas Hofmann zu Boden gedrückt hatte. Einige gute Möglichkeiten hatte die DFB-Auswahl zuvor – und beinahe schien es, als würde die DFB-Auswahl wieder auf ihr Standardergebnis der letzten Wochen zusteuern.
Das 2:0 vor der Pause aber ließ die Gedanken daran verschwinden. Es schien, als würde eine Last von den Schultern der deutschen Mannschaft abfallen. Kurz nach Wiederanpfiff erzielte Thomas Müller das 3:0. Gündogan hatte im Mittelfeld den Spielzug eingeleitet, erneut flankte Raum. Leonardo Spinazzola versuchte zu klären, doch Müller kam an den Ball und traf.
Danach stand der Bayern-Spieler mit erhobenen Armen auf dem Feld und schrie laut ins Gladbacher Stadion. Mit einem Doppelpack innerhalb von zwei Minuten (68. und 69.) sorgte Werner für das 5:0 und weiteres Selbstvertrauen – bei seinem Team und sich selbst.
Fünf Tore einer deutschen Mannschaft gegen Italien, das gab es zuletzt 1939 beim 5:2 in Berlin. Es war der erste Sieg einer deutschen Mannschaft in einem Pflichtspiel gegen Italien nach 90. oder 120. Minuten. Zum sechsten Mal in Folge blieb die DFB-Auswahl gegen die Squadra Azzurra ungeschlagen. Ein Rekord in diesem Duell.
Daran konnten auch die Gegentreffer von Wilfried Gnonto (78.) und Alessandro Bastoni (90+4) nichts ändern. Trotz der beiden Gegentreffer, dass der hohe Sieg gelang, lag auch am starken Manuel Neuer. Der Torhüter ist aber nicht der einzige Spieler der DFB-Auswahl, der langsam in WM-Form kommt.