Berlin K.O.-Tropfen per Nadel: Das musst Du über die neue Gefahr wissen
Immer wieder kommen Fälle von K.O.-Tropfen-Angriffen in Diskotheken ans Licht. Nun gehen Täter allerdings noch perfider vor, indem sie die gefährlichen Substanzen beim Tanzen unbemerkt per Spritze verabreichen.
In diesem Artikel erfährst Du:
Es ist wohl eine der größten Ängste von Clubbesuchern: Plötzlich Opfer eines K.O.-Tropfen-Angriffs zu werden. Immer wieder berichten Menschen von Schwindel, Übelkeit oder dem Bewusstseinsverlust, nachdem ihnen etwas unbemerkt ins Glas geträufelt wurde. Nicht selten ist dabei auch von räuberischen oder sexuellen Übergriffen die Rede, gegen die sich die Opfer unter dem Drogeneinfluss nicht wehren konnten.
Dabei ist es nicht mehr nur das Getränk, worüber die K.O.-Tropfen in den eigenen Körper gelangen können. Inzwischen berichten Clubbesucher auch vermehrt vom sogenannten „Needle Spiking“, bei dem Täter versuchen, ihren Opfern direkt und möglichst unbemerkt eine Spritze mit einem K.O.-Mittel zu verabreichen.
Video: Gefahr „Needle Spiking“: K.O.-Tropfen mit der Spritze
Die abgedunkelte Tanzfläche, das ausgelassene Bewegen auf engem Raum und gegebenenfalls der Einfluss von Alkohol macht es den Tätern leichter, unbemerkt den gefährlichen Piks zu verabreichen. Laut Deutscher Presse-Agentur haben sich in Großbritannien zwischen September und Dezember 2021 670 Mädchen und Frauen bei der Polizei-Koordinierungsstelle National Police Chiefs’ Council (NPCC) mit solchen Fällen gemeldet.
Und auch in Deutschland ist diese Methode offenbar längst angekommen. Kürzlich hat die australische Musikerin Zoé Zanias nach einem Besuch im Berliner Szeneclub Berghain von einem solchen Angriff gesprochen.
Auf Instagram berichtet sie davon, wie sie auf der Tanzfläche plötzlich Atemprobleme bekam, zusammenbrach und reanimiert werden musste: „Ich habe Taubheit, eine temporäre Amnesie, einen trockenen Mund und Halsschmerzen erlebt. Später haben wir eine Einstichstelle einer Nadel am Arm entdeckt“, schreibt sie auf der Social-Media-Plattform, und führt weiter: „Ich bin nicht in Ohnmacht verfallen. Ich habe es stattdessen als einen abstrakten, psychedelischen Horror-Trip wahrgenommen.“
Das ist der Originalpost:
Während man sich bei Getränken vor K.O.-Tropfen schützen kann, indem man sein Glas nicht unbeaufsichtigt offen stehen lässt und auch beispielsweise mit Test-Armbändern Fremdsubstanzen nachweisen kann, ist es bei der direkten Injektion deutlich schwieriger mit dem Schutz. Hilfreich ist es in jedem Falle, mit Freunden in den Club zu gehen und auch immer nah zusammen zu stehen, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass man einen möglichen Täter rechtzeitig bemerkt. Und obwohl sie im Club eher stört, könnte auch längere und dickere Kleidung einen besseren Schutz vor einem ungewollten Einstich bieten.
Wir würden gerne von Euch wissen: Wie findet Ihr eigentlich #neo? Die Umfrage ist ganz, ganz kurz, versprochen! Wenn Ihr mitmacht, helft Ihr uns aber sehr.
Wenn Du eine der oben genannten Symptome an Dir bemerkst, solltest Du unbedingt schnell handeln. Der Weisse Ring rät, sofort das Personal anzusprechen, den Club zu verlassen und bestenfalls direkt einen Arzt aufzusuchen: Zum einen, um Schlimmeres zu verhindern und zum anderen, weil K.O.- Tropfen nur wenige Stunden in Urin und Blut nachweisbar sind.
Will man beispielsweise mit dem Fall vor Gericht gehen und fehlt dann dieser Nachweis, kann es schwierig werden, Recht zu bekommen. Dem ZDF zufolge gab es in Köln in den letzten zehn Jahren deshalb nur einen Fall, bei dem es vor Gericht zu einer Verurteilung aufgrund von K.-O.-Tropfen kam.