Schauspielerin in Emden  Tee, Tatort und Taxi: Meret Becker plaudert aus ihrem Leben

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 12.06.2022 15:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Prost Tee! Meret Becker (rechts) plauderte bei einem Ostfriesen-Tee eine Stunde lang mit der Journalistin und Moderatorin Jenni Zylka. Fotos: E. Weerts
Prost Tee! Meret Becker (rechts) plauderte bei einem Ostfriesen-Tee eine Stunde lang mit der Journalistin und Moderatorin Jenni Zylka. Fotos: E. Weerts
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Die Schauspielerin und Musikerin Meret Becker erzählte bei einer ostfriesischen Teestunde in Emden aus ihrem Leben - und über ihren dramatischen „Tatort“-Abgang.

Emden - Sie zählt zu den markantesten Persönlichkeiten des deutschen Films und ist ein schillerndes Multitalent: Meret Becker ist an diesem Wochenende beim 32. Internationalen Filmfest Emden-Norderney zu Gast. Die 53-Jährige, die an diesem Sonntagabend mit dem Emder Schauspielpreis 2022 ausgezeichnet wird, plauderte am Sonnabend beim traditionellen „Film-Tee“ bei einer Tasse Ostfriesen-Tee vor mehr als 150 Besucherinnen und Besuchern im VHS-Forum eine Stunde lang locker, flockig und sehr offen im VHS-Forum in Emden mit der Berliner Journalistin und Moderatorin Jenni Zylka über ihr Leben als leidenschaftliche Schauspielerin und Musikerin.

Was und warum

Darum geht es: die Schauspielerin Meret Becker und ihr Besuch in Emden

Vor allem interessant für: alle, die Meret Becker als Schauspielerin und Musiker kennen sowie diejenigen, die sich für Filme und Filmkunst interessieren

Deshalb berichten wir: Meret Becker erhält den Emder Schauspielpreis 2022. Sie ist deshalb beim Filmfest in Emden zu Gast. Wir haben den „Film-Tee“ mit der Schauspielerin und Musikerin verfolgt.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Die gebürtige Bremerin, die in Berlin lebt, gab sich authentisch, lebendig, manchmal quirlig, offen, ehrlich und ganz ohne Star-Allüren. Offensichtlich hatte sie Spaß an dieser ostfriesischen Teestunde vor Publikum. „Sie hat sich so gegeben, wie sie ist, und war nicht wie in einer Rolle“, urteilte eine Zuschauerin. Meret Becker sprach über den Beginn ihrer Karriere, ihren Ziehvater Otto Sander, ihre Rolle und ihren Abschied als Tatort-Kommissarin Nina Rubin, über ihren Hund namens Taxi, über ihre Leidenschaft für die Musik und über neue Pläne.

Die Becker und die „Rappelkiste“: Die Tochter des Schauspielerpaars Rolf Becker und Monika Hansen stand mit fünf Jahren das erste Mal vor der Kamera - in der Kinderkultreihe „Rappelkiste“. „Das war gar nicht so toll“, erinnert sich Becker. Sie erzählt von einer Szene, die in der elterlichen Wohnung gedreht wurde. Es sollte um einen Streit mit ihrem älteren Bruder Ben gehen, der ohnehin nicht immer nett zu ihr gewesen sei („Er bereut es heute auch ein bisschen“). Den Drehbuch-Rausschmiss aus seinem Zimmer nahm sie damals ernst. Am Ende habe sie einen Heulkrampf bekommen: „Es wurde das totale Desaster“. Eigentlich, erzählt Meret Becker, habe sie auch nicht Schauspielerin werden wollen, sondern Bäuerin, weil sie sich „immer der Natur verbunden gefühlt habe.“

Quirlig: Meret Becker (links) hielt es bei Film-Tee nicht immer auf ihrem Stuhl.
Quirlig: Meret Becker (links) hielt es bei Film-Tee nicht immer auf ihrem Stuhl.

Eine Filmdiva werden

Die Becker und die Monroe: Mit zwölf nahm sie sich Meret Becker vor, eine Filmdiva wie Marilyn Monroe zu werden. Zuvor hatte sie eine Biographie der US-Schauspiellegende gelesen .„Ich war ein völlig verlorenes Mädchen und habe von ihr geträumt“, sagt sie. Und: „Ich wollte die Marilyn Nummer 2 und nicht älter als 36 Jahre alt werden“. Von der Monroe schwärmt die 53-Jährige noch heute.

Die Becker und ihr Ziehvater: Zu ihrem 2013 gestorbenen Ziehvater Otto Sander - er hatte 1971 ihre Mutter geheiratet - muss die 53-Jährige eine besondere Verbindung gehabt haben. Sie erwähnt „Otto“ immer wieder, schildert, wie er eine richtige Schauspielerin aus ihr machen wollte, plaudert aber auch aus dem Nähkästchen. So sagt sie offen, dass Otto „gern getrunken“ habe und mit zitternden Händen in die Speisekammer ging, um sich einen Rum, der den Namen seiner Frau trug, in den Tee zu schütten.

„Was für ein Abgang“

Die Becker und ihr Ende im Tatort: Vor wenigen Wochen erst hat Meret Becker in ihrer Rolle der Berliner Hauptkommissarin Nina Rubin der Filmtod ereilt - nach 7 Jahren und 15 Fällen. Zum Film-Tee in Emden kam sie in dem Jumpsuit, den sie beim dramatischen Finale der Folge „Das Mädchen, das allein nach Haus` geht“ trug. Nach einem Shutdown auf dem Flughafen BER wird sie am Ende von einem russischen Mafioso erschossen. „Was für ein Abgang“, sagt Meret Becker. Aber sieben Jahre seien genug: „Fernsehen war nie so mein Ding.“ Sie habe sich zwar „sehr geehrt gefühlt“, den Tatort drehen zu dürfen, und es habe ihr auch Sicherheit gegeben. Aber sie müsse jetzt den Kopf frei für neue Sachen haben.

Ein Ottifant für den Stargast: Filmfest-Geschäftsführerin Nora Dreyer (rechts) überreichte Meret Becke am Ende des Film-Tees Emder Präsente.
Ein Ottifant für den Stargast: Filmfest-Geschäftsführerin Nora Dreyer (rechts) überreichte Meret Becke am Ende des Film-Tees Emder Präsente.

Die Becker und ihr Hund: Die Schauspielerin ist auf den Hund gekommen. „Taxi“ hat sie den wuscheligen Vierbeiner genannt, den sie allerdings nicht mit nach Emden brachte. Der Name des Tierchens sorgt so manches Mal für Verwirrung, wenn sie nach ihm ruft. Allerdings schauten die Berliner Taxifahrer ohnehin nur nach auf ihre Apps, über die Fahrten heute gebucht werden, bedauert die Künstlerin. Mit genommen nach Emden sie nur einen Anschnallgurt für den Hund. „Dafür wollte ich mir eigentlich einen Ottifanten kaufen“, sagt sie. Das muss sie nicht mehr: Denn eine Plüsch-Ottifanten bekommen Gäste des Filmfestes ohnehin als obligatorisches Präsent.

Zum dritten Mal zu Gast beim Emder Filmfest

Die Becker und der Ostfriesen-Tee: Die ostfriesische Teezeremonie, die Meret Becker und Jenni Zylka gemeinsam auf der Bühne als selbst ernannte „Hilfs-Ostfriesinnen“ zelebrieren, kannte die Schauspielerin bislang nicht. „Ich dachte das sei ein blöder Witz“. Sie habe das nur aus Japan gekannt. Der Ostfriesen Tee schmecke ihr zwar gut, sei aber „ein bisschen stark“, räumt Meret Becker später am Rande ein. Die obligatorischen drei Tassen trank sie deshalb nicht: „Ich glaub, dann würde ich eine Herzbaracke bekommen“.

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Die Becker und das Emder Filmfest: Meret Becker ist schon zum dritten Mal zu Gast beim Emder Filmfest. Sie war bereits in den 1990er-Jahren zweimal dabei. Und ihre Erfahrungen? „Da passieren immer ganz unvorhergesehene Dinge“, verrät sie am Rande des Film-Tees. Einmal habe sie „betrunken a Capella gesungen“.