Urlaub an der Küste Ostfriesland kann man mit allen Sinnen erleben
Die Krummhörn und ganz Ostfriesland kann man nicht nur mit den Augen kennenlernen. Diese Angebote gibt es für Ohren, Nasen, den Geschmacks- und den Tastsinn.
Krummhörn/Ostfriesland - Das Sightseeing, also das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten, gehört eigentlich zu jeder Urlaubsreise dazu. Es müssen aber nicht immer nur die Augen sein, die schöne Erinnerungen von einem Ausflug mitnehmen. Wir haben uns deshalb einmal umgehört, was für Angebote es gibt, die auch die Ohren und die Nase, den Geschmacks- und den Tastsinn ansprechen. Hier sind einige Beispiel aus der Gemeinde Krummhörn sowie aus anderen ostfriesischen Orten.
Was und warum
Darum geht es: um Ausflugstipps, die nicht nur die Augen ansprechen sollen
Vor allem interessant für:alle, die ihre Freizeit in der Krummhörn oder in anderen Teilen von Ostfriesland verbringen
Deshalb berichten wir: Wir hatten von der Lükko-Leuchtturm-Tour gehört und uns gefragt, welche Angebote es für welche Sinne noch in der Gegend gibt. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Dass es manchmal gar nicht viel braucht, um gleich mehrere Sinne auf einmal anzusprechen, macht auf Nachfrage Insa Steffens deutlich. Sie leitet das Nationalpark-Haus in Greetsiel, das regelmäßig Wanderungen durchs Watt anbietet. Darin fühlen die Besucher auch mal den Schlick an ihren Händen und sehen, was in ihm lebt.
Gleichzeitig spüren sie den Wind und hören die Vögel. Ist das Wetter draußen doch mal zu schlecht oder kalt, so verweist Steffens unter anderem auf die Hörstationen und an die Sturmkabine im Nationalpark-Haus.
Hörspiele, Metal, Shanty
Wolfgang Lübben ist Marketingleiter der Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel. Für den Hörsinn empfiehlt er die neue Hörspiel-Tour mit Lükko Leuchtturm, die Kinder an neun verschiedenen Stationen in der Krummhörn miterleben können. Dazu zählen unter anderem das Lükko-Leuchtturm-Kinderhaus in Greetsiel, der dortige Hafen und die Zwillingsmühlen, die Leuchttürme in Pilsum und Campen sowie der Trockenstrand in Upleward. Abrufen kann man das Hörspiel mithilfe von QR-Codes, die über das eigene Smartphone oder ein Tablet eingescannt werden.
Ebenfalls etwas für die Ohren sind die Shantychöre, die regelmäßig im Greetsieler Hafen auftreten, und das am übernächsten Wochenende wieder anstehende Rock- und Metalfestival „Let the Bad Times Roll“ (LTBTR) in Manslagt. „Beides spricht schon mal verschiedene Gästegruppen an“, weiß Lübben. Man kann ihm zufolge jedoch auch das genaue Gegenteil erleben: „das Nichts-Hören in den Krummhörner Kirchen“, schlägt er vor. „In Zeiten, wo alles immer hektischer, schneller und lauter wird, wird es immer interessanter, diese Orte der Ruhe aufzusuchen.“ Dabei müsse es gar nicht unbedingt um eine religiöse Erfahrung gehen, sondern auch um Entspannung und ums Krafttanken.
Massagen und Aussicht von oben
Für das Fühlen schlägt der Marketingchef eine Ganzkörpermassage vor, die zum Beispiel in der Greetsieler Oase angeboten wird: „Die ätherischen Öle steigern die Entspannung während der Massage und die Aromen der Öle stimulieren alle Sinne und wirken anregend, entspannend und harmonisierend.“
Geht es um den Gaumen, so sollte man Lübben zufolge in der Krummhörn natürlich nicht die Klassiker wie das Krabbenbrötchen oder den Ostfriesentee auslassen.
„Beim Sehen fällt mir die Aussicht der Gäste zum Beispiel vom Campener Leuchtturm aus ein. Der Leuchtturm ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit, er bietet auch eine tolle Aussicht über Land und Meer“, empfiehlt Lübben weiter. Aktuell sei dieser täglich zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. „Kinder können dort auch ihr Leuchtturm-Diplom erhalten.“
Mit seinen 65,3 Metern handelt es sich bei dem Seezeichen um Deutschlands höchsten Leuchtturm und gleichzeitig um einen der höchsten Punkte, die man in Ostfriesland öffentlich besichtigen kann. Die Besucherplattform liegt jedoch etwas tiefer auf 55 Metern.
Kunst und elektronische Gästeführer
Und wie sieht es in anderen Teilen von Ostfriesland aus? Das hat unsere Redaktion Wiebke Leverenz gefragt, die Sprecherin der in Leer ansässigen Ostfriesland Tourismus GmbH ist. Sie schreibt von unzähligen Angeboten, die oftmals gleich mehrere Sinne auf einmal ansprechen. „Vor allem in den Museen und insbesondere in den Nationalpark-Häusern werden viele Sinne angesprochen, zum Beispiel wenn besondere Formen der Wissensvermittlung gewählt werden, Audioguide, Tastmodelle, Videos und so weiter.“
Speziell zum Thema Sehen fällt ihr ad hoc die kürzlich eröffnete und noch bis zum 4. September laufende Ostfriesland-Biennale ein. Die Besucher können dabei in der ganzen Region Kunstwerke von insgesamt etwa 30 international bekannten Künstlerinnen und Künstlern bestaunen.
Leverenz führt zudem die Smartphone-App Wunderlinie-Go an, die in Anlehnung an das grenzüberschreitende Bahnprojekt Wunderlinie entwickelt wurde. Zwar muss für die durchgängige Verbindung Groningen-Bremen erst die Friesenbrücke bei Weener neu gebaut werden, was noch Jahre dauert. Aber spätestens dann soll die schon jetzt erhältliche App richtig durchstarten. Die Idee: Man steigt aus dem Zug und bekommt Hinweise, was es an dem jeweiligen Ort zu entdecken gibt. Ein Pfeil zeigt, wo es hingeht. Angereichert ist alles mit Fotos, Filmen, Animationen und mehr.
Ostfriesentorte, Blumen, Alpaka-Touren
Beim Thema Hören konzentriert sich Leverenz vor allem auf musikalische Angebote wie die Gezeitenkonzerte, den Musikalischen Sommer, die Beach Days Borkum und das Norderneyer Summertime-Festival. Zudem nennt sie Podcasts aus und über die Region. Es gebe sie zu den unterschiedlichsten Themen.
Wer Ostfriesland kulinarisch erleben möchte, dem empfiehlt die Touristik-Expertin unter anderem Emder Matjes, die Teestuben, Ostfriesentorte, Snirtje sowie die Angebote von Hofläden, Käsereien, Melkhuskes und hiesiger Bierbrauereien. Außerdem gebe es zum Beispiel in Emden auch kulinarische Stadtführungen sowie in ganz Ostfriesland Streetfood-Festivals, Weinfeste und mehr.
Wer den Tastsinn ansprechen will, dem rät Leverenz ebenfalls zur einer Wattwanderung, aber auch zu Radtouren, bei denen man den Wind in den Haaren spürt. Dann gebe es noch Tierparks wie den in Werdum, wo die Besucher Tiere streicheln können, oder aber auch Alpaka-Führungen an verschiedenen Orten.
In die Nase gehen können laut der Sprecherin Besuche in den „wunderschönen Parks und Gärten“ wie zum Beispiel beim Schloss Lütetsburg oder an der Evenburg in Leer, oder auch Kräuterführungen.