Ungewisse Finanzlage  JFV Leer drohte Stammvereinen, keine Teams zu melden

| | 10.06.2022 16:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Seit elf Jahren gibt es den JFV Leer. In der vergangenen Saison gingen zehn Teams an den Start. Doch zwischen dem Jugendförderverein und den Stammvereinen gab es in letzter Zeit immer wieder Knatsch. Archivfoto: Doden
Seit elf Jahren gibt es den JFV Leer. In der vergangenen Saison gingen zehn Teams an den Start. Doch zwischen dem Jugendförderverein und den Stammvereinen gab es in letzter Zeit immer wieder Knatsch. Archivfoto: Doden
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Die Zukunft des JFV Leer ist noch nicht geklärt. Dabei sind die unzuverlässigen Beitragszahlungen zweier Stammvereine nur die Folge des Grundproblems.

Leer - Hinter den Kulissen des JFV Leer brodelte es zuletzt. Es stand bis Dienstag innerhalb des Vorstands sogar im Raum, für die kommende Fußball-Spielzeit keine Mannschaften zu melden. Hintergrund ist, dass mit Germania Leer und Frisia Loga zwei der drei Stammvereine des JFV mit den Beitragszahlungen hinterherhängen. Es geht nach Informationen unserer Zeitung um niedrige, vierstellige Beträge für die mittlerweile abgelaufene Saison.

Seit der Gründung des JFV Leer würden die beiden Gründungsvereine Frisia Loga und Germania Leer „schluderig“ mit den abgemachten Beitragszahlungen umgehen, ärgert sich der JFV-Vorsitzende Heino Müller. Vor zwei Jahren stieß Borussia Leer noch zum JFV dazu. „Seitens der Borussia hat es noch nie Probleme bei den Zahlungen gegeben“, sagt JFV-Kassenwart Hartmut Bruns. Dagegen wurden die anderen beiden Vereine, Frisia und Germania, mehrmals auf die Rückstände hingewiesen.

Hohe Bedeutung des JFV

Da auch in der Folge kein Geld auf das JFV-Konto eingegangen war, diskutierte der Vorstand gar, für die Saison 22/23 keine Mannschaften am Spielbetrieb anzumelden. „Was bliebe uns anderes übrig, wenn wir finanziell nicht auf der sicheren Seite sind?“, so Müller. Seit Dienstagabend sei die „Kuh aber vom Eis“. In einer Sitzung hätten Vertreter von Germania Leer und Frisia Loga zugesichert, die noch ausstehenden Beträge zu überweisen.

„Die unregelmäßigen Zahlungen sind jedoch nur die Folge des Grundproblems – und das ist die Einstellung der Stammvereine zum JFV. Die muss sich ändern, sonst haben wir immer wieder diesen Ärger“, sagt der Sportliche Leiter des JFV, Reiner Voskamp. Deshalb verdeutlichte der JFV-Vorstand auf der besagten Sitzung den Stammvereinen die Bedeutung des Jugendfördervereins. „Im Landesliga-Spiel am Samstag gegen Lohne standen bei Germania zehn Spieler in der der Startelf, die in der Jugend beim JFV ausgebildet wurden“, nennt Heino Müller ein Beispiel. „Da muss doch jeder begreifen, dass der JFV eine positive Sache ist.“

Klärende Mitgliederversammlung

Der Großteil der fast 300 Spieler des JFV Leer kommt von Frisia Loga, gut 70 Spieler stammen von Germania Leer und noch weniger von Borussia Leer. In der abgelaufenen Saison nahm der JFV mit zehn Mannschaften von der D- bis zur A-Jugend am Spielbetrieb teil – drei davon auf Bezirksebene. In der kommenden Spielzeit will der JFV Leer ähnlich viele Teams melden, sofern denn die angekündigten Beitragszahlungen von Frisia Loga und Germania Leer eingehen.

Abgewartet werden soll vor dem Melden von Mannschaften zudem noch die Mitgliederversammlung des JFV Leer. Diese wird am 27. Juni – drei Tage vor Meldeschluss – veranstaltet. Beim Tagesordnungspunkt acht soll auch über die Zukunft des JFV Leer gesprochen werden. „Fortbestand bzw. Auflösung des JFV Leer e. V.“ steht dazu in der Einladung zur Versammlung. „Wir wollen den JFV modernisieren“, betont Reiner Voskamp, eines der Gründungsmitglieder. „Wir sind nicht mehr die Jüngsten, leider scheitert es immer wieder, junge Leute fürs Ehrenamt zu gewinnen.“

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