Berlin  Marvels erste muslimische Superheldin: Wer ist Ms. Marvel?

Flora Hallmann
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Von Flora Hallmann
| 09.06.2022 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kamala Khan entdeckt in der ersten Folge „Ms. Marvel“ ihre Superkräfte - und verliert sich dabei regelmäßig in ihrer eigenen Fantasie. Foto: Courtesy of Marvel Studios
Kamala Khan entdeckt in der ersten Folge „Ms. Marvel“ ihre Superkräfte - und verliert sich dabei regelmäßig in ihrer eigenen Fantasie. Foto: Courtesy of Marvel Studios
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Nach den Erfolgen von „Captain Marvel“, „WandaVision“ und „Black Widow“ reiht sich eine neue Heldin in das Superheldenuniversum ein. „Ms. Marvel“ ist seit Mittwoch bei Disney Plus zu sehen. Was Du über die Superheldin wissen musst.

In diesem Artikel erfährst Du:

Es ist die mittlerweile siebte Serie der vierten Phase des Marvel Cinematic Universe (MCU). „Ms. Marvel“ ist seit Mittwoch, 8. Juni 2022, bei Disney Plus zu sehen. Damit führt das MCU eine ganz neue Superheldin in die Welt der Avengers ein: Kamala Khan, eine 16-jährige Schülerin aus Jersey City, nerdig, voller Fantasie, den Kopf in den Wolken, wie ihr gleich mehrfach allein in der ersten Episode vorgeworfen wird. Und: Khan stammt aus einer amerikanisch-pakistanischen Familie. Damit ist sie die erste muslimische Live-Action Superheldin im Marvel-Universum.

Entsprungen ist Kamala Khan bzw. Ms. Marvel einer Comicreihe. Ihren ersten Auftritt hatte sie in einer Ausgabe von „Captain Marvel“ aus dem Jahr 2013, ein Jahr später bekam sie ihren ersten Solo-Auftritt. Fürs Fernsehen adaptiert hat den Charakter nun die Drehbuchautorin Bisha K. Ali, die auch schon für die Marvel-Serie „Loki“ schrieb.

Kamala Khan ist eine Highschool-Schülerin, und zuallererst geht es genau darum: ihren Schulalltag, peinliche Momente im Korridor, die große Frage, was sie eigentlich mit ihrem Leben anstellen will. Letzteres ist für sie zumindest kurzfristig klar: Sie will zur „AvengerCon“, einer Convention zu Ehren des bekannten Superheldenteams um Ironman und Captain America.

Hast Du den Trailer zur Serie schon gesehen:

Gespielt wird Kamala von der pakistanisch-kanadischen Schauspielerin Iman Vellani, und zwar mit der ganzen Energie, Aufgeregtheit und Verpeiltheit, die man von einer 16-jährigen Schülerin erwarten würde.

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Vellani und ihr Alter Ego Khan haben vieles gemeinsam: Während die fiktive Kamala Khan Fan Fiction über Captain Marvel schreibt und an ihrem Cosplay-Outfit feilt, ist Iman Vellani selbst im echten Leben Marvel-Fan. Der erste Comic, den sie sich je gekauft hat: „Ms. Marvel“ Nummer 19. Ausgesucht habe sie ihn sich vor allem deshalb, erzählt sie in einem Interview, weil es das erste Mal gewesen sei, dass sie jemanden wie sich selbst auf dem Cover sah.

Nun kann sie selbst einen Teil zur Vielfalt und Repräsentation in Film und Fernsehen beitragen. Einen ersten Effekt hatte sie schon: Die pakistanische Frauenrechtlerin und UN-Botschafterin Malala reagierte bei Twitter auf die erste Folge der Disney-Serie. Es sei das erste Mal, dass sie den Fernseher anmache und Menschen sehe, die das gleiche essen wie sie, die gleiche Musik hören oder die gleichen Urdu-Redewendungen benutzen wie sie.

Das ist der Tweet:

Daran hat nicht nur die pakistanischstämmige Iman Vellani mitgewirkt. Auch die Serienschöpferin Bisha K. Ali hat pakistanische Wurzeln, genauso wie Co-Produzentin Sana Amanat. Die Serie setzt also nicht nur vor der Kamera auf Vielfalt.

Kann die Serie noch mehr als Repräsentation? Auf jeden Fall. Zwar ist die Idee vom nerdigen Highschool-Schüler im Superheldenuniversum nichts Neues. „Ms. Marvel“ bringt aber mit einer unglaublich kreativen Cinematographie rein bildlich schon einiges mit. Kamalas Fantasie erweckt Gegenstände und Graffiti zum Leben, manchmal groß und auffällig, manchmal versteckt im Hintergrund. Ihren Plan, heimlich zur „AvengerCon“ zu gehen, erklärt sie ihrem besten Freund Bruno via Comicstrips.

Ihre Superkräfte, die Kamala in der ersten Folge entdeckt, unterscheiden sich von denen in den Comics. Während die Comic-Version die Form ihres Körpers strecken und verändern kann, nutzt die Serien-Variante eine Art leuchtende Energiesphäre, die optisch einiges hermacht - und Besha Ali zufolge besser zu den anderen Superhelden im Marvel-Universum passen.

Die Schauspielerin Iman Vellani ist in ihrer ersten großen Filmrolle sehr überzeugend und charmant. Die Serie könnte für sie zum großen Durchbruch werden. Ihr nächster Auftritt ist bereits geplant. 2023 soll „Ms. Marvel“ im zweiten Film ihres Idols Captain Marvel, gespielt von Brie Larson, auftauchen.

Auf Twitter teilte Brie Larson ein Foto eines Calls mit Iman Vellani:

Die sechsteilige Serie „Ms. Marvel“ ist beim Streamingdienst Disney Plus zu sehen.

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