München  Wieder nur Remis - DFB-Team spielt 1:1 gegen England

Susanne Fetter
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Von Susanne Fetter
| 08.06.2022 08:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Aufgeregt: Bayern-Spieler Thomas Müller gestikuliert in München. Foto: IMAGO/O.Behrendt
Aufgeregt: Bayern-Spieler Thomas Müller gestikuliert in München. Foto: IMAGO/O.Behrendt
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Auf den ersten Blick war es nicht ungewöhnlich. Doch, wer genau hinsah, erkannte: Hier war etwas anders. Im weißen Trikot der DFB-Frauen trat die Männer-Nationalmannschaft am Dienstag beim 1:1 (0:0) in München gegen England an. Es war das dritte Remis der DFB-Auswahl in Folge.

Werbung wollte der Deutsche Fußball-Bund mit der Trikot-Aktion machen für die in wenigen Wochen in England beginnende EM der Frauen. Doch nicht nur modisch setzen die deutschen Männer an diesem Abend Akzente.

Das erste Zeichen allerdings war ein gemeinschaftliches. Vor dem Anpfiff knieten beide Teams nieder. Eine Aktion, die spätestens seit der EM im vergangenen Jahr auch in Europa zum Symbol gegen Rassismus wurde.

Auch vor dem Achtelfinale in London knieten die beiden Mannschaften nieder. Am Ende setzte sich England mit 2:0 durch und schaffte es bis ins Finale. Die Partie in München sollte auch deshalb so etwas wie ein Gradmesser für die Entwicklung der DFB-Auswahl unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick werden, unter dem sie in den ersten zehn Partien bislang ungeschlagen war.

Auch beim 1:1 gegen Italien, dem ersten Spiel der neuen Nations-League-Saison, blieb das so. Es war das zweite Remis in Folge. Auch deshalb – und angesichts von vier Partien in elf Tagen – hatte Flick Änderungen angekündigt. Dass es gleich sieben wurden, überraschte aber doch. Unter anderem verzichtete er auf vier Spieler, die vergangene Saison bei den Bayern spielten. Nur ein neuer Münchner kam mit Jamal Musiala dazu.

19 Jahre ist der Mann, der in England fußballerisch sozialisiert wurde, noch immer erst alt. Und doch zeigte er in seinem 13. Länderspiel, welche zentrale Figur er sein kann. Beim 1:1 gegen die Niederlande war er zuletzt im defensiven Mittelfeld Spieler der Partie. Diesmal agierte er eher offensiv.

Musiala, von seinen Mitspielern liebevoll „Bambi“ genannt, leitete gleich die erste Möglichkeit der deutschen Mannschaft ein. Nach seinem Pass setzte David Raum den ebenfalls neu in die Mannschaft gerückten Kai Havertz in Szene.

In der 17. Minute rutschte Musiala fast mit dem Ball ins Tor. Am Ende einer abwechslungsreichen ersten Halbzeit versuchte er es aus der Distanz. Auch andere hatten ihre Chancen. So wie Jonas Hofmann, der bei seinem Tor im Abseits stand.

Auf der Gegenseite musste Torwart Manuel Neuer unter anderem gegen Harry Kane, der zudem einmal nur knapp am Tor vorbei schoss, und Bukayo Saka einschreiten. Auch in der 53. Minute parierte Neuer stark, als er einen Distanzschuss von Mason Mount mit beiden Fäusten wegwuchtete.

Da war das 1:0 für die deutsche Mannschaft kurz zuvor gefallen. Hofmann (50.) hatte nach einer schönen Vorarbeit von Kimmich von der rechten Seite getroffen.

Der 29 Jahre alte Gladbacher war ein weiterer Neuer in der Startelf von Flick. Wie die anderen brachte auch er viel Schwung. Dazu gab Ilkay Gündogan Stabilität und Struktur. Nur Nico Schlotterbeck leistete sich einige Wackler und verschuldete zudem gegen Kane einen Elfmeter, den der Schiedsrichter nach Ansicht der Videobilder verzögert gab. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte in der 88. Minute sicher zum Ausgleich für England. Neuer, der zuvor zweimal stark geklärt hatte, war diesmal ohne Chance.

Zuvor hatten Thomas Müller nach einer Flanke von Raum und der eingewechselte Timo Werner nach Vorarbeit von Musiala gute Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen.

Am Ende aber wurde es das dritte Remis in Folge. Das deutsche Team bleibt damit zwar weiter ungeschlagen, sammelte in der Nations-League-Gruppe 3 bisher aber in zwei Partien nur zwei Punkte ein. An diesem Samstag geht es in Budapest gegen Ungarn, das gegen England zu Beginn gewann. Es wird der nächste Gradmesser für die deutsche Mannschaft in der Nations League und auf dem Weg zur WM in diesem Winter in Katar.

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