Ältere wollen mitreden Jümmes Samtgemeinderat bremst Senioren aus
Er will sich mit seinen Ideen zum Wohle der älteren Generation in Jümme einmischen, ist jedoch mit zwei Anträgen gescheitert: der Senioren- und Behindertenbeirat. Der Samtgemeinderat entschied anders.
Jümme - Der Rat der Samtgemeinde Jümme hat in seiner jüngsten Sitzung zwei Anträge des Senioren- und Behindertenbeirates abgelehnt. In dem einen ging es um die Einstellung einer hauptamtlichen Fachkraft für die Seniorenarbeit. In dem anderen schlägt das ehrenamtliche Gremium vor, Vertreter in den Bau- und Planungsausschuss sowie in den für Dorfentwicklung, Energie, Tourismus und Umwelt entsenden zu können. „Als beratende Mitglieder. So, wie ich schon jetzt im Schul-, Kultur- und Sozialausschuss mitwirke“, sagt Wilfried Heikens.
Er ist Vorsitzender des Jümmer Senioren- und Behindertenbeirates. Dass der Samtgemeinrat so entscheiden wird, habe er sich gedacht. Enttäuscht sei er trotzdem. „Auch wenn bei uns vieles in Ordnung ist, es gibt immer etwas zu verbessern“, so Heikens. Als ein Beispiel nennt er auf Anfrage dieser Zeitung den Eingang des Rathauses in Filsum. „Wer an Krücken geht, kommt durch die Tür nur schwer durch. Diejenigen, die einen Rollator nutzen oder im Rollstuhl sitzen, sind auf Hilfe angewiesen, um die Tür überhaupt aufzubekommen.“
Weniger Angebote für Ältere
Kritisch bewertet er es auch, dass die Samtgemeinde keine Fahrten oder Informationsveranstaltungen für Senioren mehr anbietet. Die seien bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie von Johanne Bruns organisiert worden. „Sie war für uns Ältere die Ansprechpartnerin im Rathaus, sie war unsere hauptamtliche Seniorenbeauftragte. Seit Anfang 2021 jedoch ist sie im Ruhestand“, schildert Heikens ein aus Sicht der Senioren großes Problem.
Das sieht der Samtgemeinderat anders. Man brauche keine hauptamtliche Seniorenbeauftragte, weil es von Seiten des Landkreises und von Vereinen Beratungsangebote gebe, begründete Ruben Grüssing, Vorsitzender der SPD-Fraktion, das Nein seiner Fraktion zum entsprechenden Antrag. Rainer Jürgens von der Gruppe CDU, FDP, Grüne schloss sich dieser Argumentation an.
Nicht alle Themen für Senioren
Auch was die beratenden Mitglieder in den Ausschüssen angeht, war sich der Samtgemeinderat einig. Dazu Ruben Grüssing: „Wir freuen uns als Rat wirklich sehr über das Engagement des Senioren- und Behindertenbeirats und sind dankbar für Impulse und Projekte, die der Beirat vorbereitet und auch weitgehend eigenständig durchführt und in verschiedenste Richtungen kanalisiert.“ Im Schul-, Kultur- und Sozialausschuss sehe man weiterhin den richtigen Raum dafür.
In anderen Ausschüssen sehe man das allerdings nicht, so Gruben weiter. Weder Baumaßnahmen an den Schulen noch die Instandsetzung der Kläranlage und viele weitere Beratungspunkte in den Ausschüssen seien Themen, die die Belange von Senioren und Behinderten in der Samtgemeinde Jümme in besonderem Maße tangierten. Das seien Themen, mit denen sich die gewählten Ratsvertreterinnen und Ratsvertreter auseinandersetzen müssten. Jeder, der daran aktiv mitarbeiten möchte, könne sich bei der nächsten Kommunalwahl gerne für die Mitarbeit in den Räten bewerben, schlug der SPD-Politiker vor.
Grüssing verwies dann noch auf die Richtlinien für die Arbeit des Senioren- und Behindertenbeirates in Jümme: Das Gremium wirke bei den ihn betreffenden Angelegenheiten der Samtgemeinde mit und erhalte die entsprechenden Informationen. „Die Einordnung allerdings, welche Angelegenheiten die Belange der Senioren und Behinderten in unserer Samtgemeinde in besonderer Weise betreffen, liegt bei der Verwaltung im Einvernehmen mit den Ausschussvorsitzenden beziehungsweise dem Samtgemeindeausschuss.