Reiseabenteuer Weltenbummler lässt Fans an seinen Reisen teilhaben
Jürgen Sattler hat die Stadt Weener zwar verlassen. Der Weltenbummler hat aber eine Möglichkeit gefunden, seine Fans an seinen Abenteuern teilhaben zu lassen und in der Fremde neue Freunde zu finden.
Weener - Die Route für den Törn mit seinem Segelschiff „pacifico“ nach Gibraltar hatte Jürgen Sattler schon ausgearbeitet. Eigentlich hatte er vor, im Ruhestand mit seiner Frau Simone die Weltmeere zu bereisen. Doch gesundheitliche Probleme und die Trennung ließen den Lebenstraum des Kapitäns jäh zerplatzen. Jürgen Sattler hat die Segeljacht schweren Herzens verkauft und einen neuen Lebensentwurf geschmiedet. Statt mit dem Schiff geht er nun mit dem Wohnmobil auf Reisen.
Was und warum
Darum geht es: Statt wie geplant mit dem Segelboot bereist Jürgen Sattler im Ruhestand die Welt mit dem Wohnmobil. Jetzt hat er seine Abenteuer in einem Buch zusammengefasst.
Vor allem interessant für: alle, die den Umweltaktivisten Jürgen Sattler von seinem Tierschutzschiff „pacifico“ kennen, und alle, die sich für Weltenbummler interessieren
Deshalb berichten wir: Auf Facebook berichtet Jürgen Sattler regelmäßig über seine Reisen. Mehr als 2000 Freunde verfolgen seine Abenteuer. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
„Das Reisen zu Lande ist viel einfacher und mit deutlich weniger Verantwortung verbunden, als wenn man mit dem Segelschiff unterwegs ist“, zieht Jürgen Sattler nach dem ersten Jahr pragmatisch Bilanz. Alles hat seine Zeit. Bis zu seiner Pensionierung war das Wasser sein Element. Obwohl er gebürtig aus Mainz kommt, übte das Wasser immer eine Faszination auf ihn aus. „Ich wollte unbedingt die Weltmeere bereisen.“ An der Seefahrtsschule in Leer machte Sattler als 27-Jähriger sein Patent für die große Fahrt und fuhr als Kapitän auf Fracht- und Containerschiffen und zuletzt auf dem Zollkreuzer „Emden“. Schon damals wurde er mit der Meeresverschmutzung konfrontiert.
Bekannt durch das Tierschutzschiff
Zehn Jahre lang hatte der Umweltaktivist seinen ersten Wohnsitz auf der Segeljacht „pacifico“. Mit Transparenten und Fotos an der Reling machten Sattler und seine Frau Simone auf ihrem „Tierschutzschiff“ auf Missstände im Tier- und Umweltschutz aufmerksam und kamen mit vielen Einheimischen und Urlaubern ins Gespräch: über die Verschmutzung der Meere durch Plastik oder über die Folgen achtlos weggeworfener Zigarettenkippen. Über die sozialen Medien und durch Youtube-Videos von ihren Aktionen entstanden viele Kontakte zu Umweltschützern in aller Herren Ländern. Viele seiner mehr als 2000 Freunde verfolgen seine Reiseabenteuer auf Facebook mit. Auch seine Anfänge mit dem „Miniwomo“. 2020 rüstete er seinen über 20 Jahre alten Opel Corsa zu einem Wohnmobil im Miniatur-Format um. Er ließ seine Facebook-Gemeinde bei seinen neun Deutschland-Touren an seinen Eindrücken und Erlebnissen teilhaben. Zusammengefasst hat Sattler sie jetzt in einem Buch.
Sattler wollte damals testen, ob er dem Reisen zu Lande überhaupt etwas abgewinnen kann. Und alleine reisen, das muss man mögen. „Aber das kenne ich ja. Früher bin ich oft mit dem Motorrad allein unterwegs gewesen“, sagt Sattler. Und so einsam sei das Leben auf Tour nun auch wieder nicht. „Ich wandere und schreibe viel. Damit ist der Tag schon stramm ausgefüllt.“ Das wichtigste seien aber die Begegnungen mit Menschen, mit denen er ins Gespräch kommt. Dass er wie in Portugal von einer Familie als Gast ins Haus eingeladen wird, ist kein Einzelfall. „Ich wurde schon des Öfteren gefragt, wie ich mich unterhalten kann. Ich kann etwas deutsch, niederländisch, französisch und englisch. Alle anderen können hauptsächlich portugiesisch, ab und zu etwas englisch und selten mal etwas deutsch. Jetzt schmeißt man alles durcheinander. Irgendwann findet sich immer das richtige Wort“, berichtet Sattler. Alle bemühen sich um die Verständigung und das sei ein Heidenspaß für alle.
Reisen mit dem Miniwomo
Als Umweltschützer hat ihn die Stippvisite in Portugal noch aus einem anderen Grund besonders berührt. In der Stadt Vieira besuchte er Bekannte, die er durch die Reisen mit dem Miniwomo über Facebook kennengelernt hatte. Die Spuren der Brandkatastrophe, bei der 2017 innerhalb eines Tages mehr als 9000 Hektar Wald vernichtet wurden, sind noch sichtbar. „Auch nach viereinhalb Jahren sind die riesigen kahlen Flächen ein beeindruckender Hinweis, welches Feuer hier getobt haben musste.“
In der Zwischenzeit ist Jürgen Sattler wieder zurück in Deutschland. Bei Freunden in Neustadt am Rübenberge hat er seinen offiziellen Wohnsitz in Deutschland, doch es zieht in wieder in die Ferne. „Ende Juni geht‘s wieder los.“ Diesmal in Richtung Spanien. Und auch diesmal nimmt er seine Fans wieder mit auf die Reise. „Mein nächstes Buch ist schon in Planung.“