Für die Ehre Mitnanne proten
Samstags geht es in unserer Kolumne immer ums Ehrenamt. Heute beschäftigt sich Manuel Goldenstein mit Führungsqualitäten.
Führungskräfte im beruflichen Alltag haben einen Vertrag, den sie erfüllen müssen. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Führungskraft dabei beliebt ist oder nicht. Wichtig ist, was am Ende dabei rumkommt. Im Ehrenamt ist das etwas komplizierter.
Führungskräfte werden gewählt. Da hier Sympathie eine hohe Rolle spielt, ist es manchmal dann für einige der Mitglieder der ehrenamtlichen Organisationen und Feuerwehren schwer, wenn nach der Wahl dann Entscheidungen getroffen werden, die nicht mit der persönlichen Vorstellung zusammenpassen. Schnell kann dann der gewählte Kumpel oder die gewählte Freundin zu einem Angriffspunkt werden.
Auch im Ehrenamt müssen Entscheidungen getroffen werden, die manchmal bitter schmecken. Die Führungskraft entscheidet im Sinne des günstigsten Verhältnisses. Dass nicht jeder immer damit zufrieden ist, leuchtet sicherlich ein. Aber das sollte jedem klar sein: Eine Führungskraft ist nicht dazu da, es jedem recht zu machen. Missgunst und Hass sind Folgen, die aus der Gruppe kommen können, die zu leiten ist. Dieses macht es den Führungskräften nicht leichter, muss aber ertragen werden. Umgekehrt darf eine solche jedoch nicht auftreten. Eine Leiterin oder Leiter hat jedes Mitglied gleich zu behandeln, auch wenn Kritik nicht verstanden wird.
„Mitnanne proten“, so wie Regierungsbrandmeister a.D. Ernst Hemmen immer sagte, löst viele Probleme. Zwei Worte, die ich mir auf die Fahne geschrieben habe. Leider ist es aber nicht für jeden Menschen geeignet. Vermutlich handelt es sich dann um einfaches rechthaberisches Denken, ohne nachzudenken. Die Energie für den negativen Stress kann man besser für gute Ideen und Nettigkeiten verwenden.
Mitnanne proten geht, wenn Kritikfähigkeit vorhanden ist; und Kritikfähigkeit ist nicht, seinen eigenen Gedanken durchzusetzen. Alles muss Hand und Fuß haben, einfach belegbar sein. Übrigens ist auch Lautstärke keine Begründung. In der Ruhe liegt die Kraft.
Kontakt: kolumne@zgo.de
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