Auf Initiative von Schülern  Bei Emder Gymnasium soll jetzt endlich der Müll getrennt werden

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 01.06.2022 07:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Mitglieder des Klimarats am Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG) setzen sich derzeit für die richtige Mülltrennung ein. Foto: Hanssen
Die Mitglieder des Klimarats am Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG) setzen sich derzeit für die richtige Mülltrennung ein. Foto: Hanssen
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Bei öffentlichen Mülltonnen in Emden ist es häufig so, dass der Abfall nicht getrennt wird. Alles landet in der Verbrennung. „Das regt mich auf“, sagt ein JAG-Schüler - und zieht andere mit.

Emden - Der elfjährige Raul Suchanka kann sich richtig über schlechte Mülltrennung aufregen. An seiner Schule - dem Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG) - hat er sich deswegen als Mitglied des dortigen Klimarats dafür eingesetzt, dass der Abfall nicht nur richtig getrennt wird, sondern auch bald so abgeholt und entsprechend verwertet werden kann. Es gibt nämlich ein großes Problem bei Mülleimern in vielen öffentlichen Gebäuden oder Flächen in Emden: Weil der Abfall darin häufig nicht richtig getrennt entsorgt wird, kommt das meiste gesammelt zum Müllheizkraftwerk nach Bremerhaven. Das sind jährlich 8500 Tonnen Müll.

Die Mitglieder des Klimarats am Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG) setzen sich derzeit für die richtige Mülltrennung ein. Foto: Hanssen
Die Mitglieder des Klimarats am Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG) setzen sich derzeit für die richtige Mülltrennung ein. Foto: Hanssen

Anica Lindenau vom Klimarat meint, dass bislang die Bereitschaft bei den Schülerinnen und Schülern gefehlt habe, den Müll zu trennen, „wenn dann alles zusammen in eine Tonne geworfen wird“, sagt sie. Dabei entsteht an Schulen nicht wenig Abfall: Allein vom JAG wurden im Vor-Corona-Jahr 15.855 Kilo Restmüll abgeholt, teilt Lehrer Albert Alberts-Tammena mit, der den Klimarat betreut. Es ist nur eine von fast 20 Schulen in Emden.

Wettbewerb soll Jugendliche animieren

Nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) soll sich das aber jetzt ändern. Deswegen läuft derzeit ein Wettbewerb, erklärt der Rathauschef bei einem Pressegespräch am JAG diese Woche. Demnach soll vier Wochen lang von den Reinigungskräften der Schule geschaut werden, inwieweit sich die Mülltrennung verbessert hat. „Dann gibt es eine Endabrechnung“, sagt Albert Alberts-Tammena, Lehrer und Betreuer des Klimarats. Inwieweit die Gewinnerklasse dann ausgezeichnet wird oder es ein gemeinsames Fest gibt, stehe noch nicht fest. Er hoffe erst einmal, „dass es super läuft und auch zum Selbstläufer wird“.

Schon jetzt soll auf dem Schulhof eine Sammelstelle für Altpapier aufgestellt werden. „Der Papiermüll wird von Schülern entsorgt“, erklärt er. Insgesamt stünden weitere neue Tonnen bereit beziehungsweise würden bestellt, um das Mülltrennen in jedem Klassenraum möglich zu machen. Wichtig dabei natürlich auch: Alle Schülerinnen und Schüler müssen wissen, welche Müll in welche Tonne kommt. Da hapere es auch bei den Erwachsenen, meint Raul Suchanka. Beispielsweise habe es Fehlinformationen darüber gegeben, in welche Eimer denn benutzte Taschen- und Handabtrocknungstücher gehören. Richtig ist: in den Restmüll.

Video soll über Schulgrenzen hinweg Mülltrennung erklären

Damit die Mülltrennung für alle verständlich wird, haben die Jugendlichen diese in einem Video erklärt, sagt Marina Jäckel. Dass das Thema nicht immer einfach sei, erklärt sie am Beispiel eines Kugelschreibers, der eigentlich auseinander genommen werden muss, wenn man ihn entsorgen will. Viele Verpackungen oder Produkte bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Raul Suchanka hofft auf mehr Bereitschaft der Schülerschaft, gemeinsam nachhaltiger vorzugehen. Insbesondere die 12. Klassen hat der Elfjährige auf dem Kieker. Diese hätten keine eigenen Klassenräume und würden mit ihrem Abfall die gute Trennung der Jüngeren kaputt machen können, weiß auch Alberts-Tammena.

Mit ihrer Arbeit soll nicht an Schulgrenzen Schluss sein, wird im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern klar. Sich mit dem Thema genauer zu beschäftigen, habe ihr geholfen, andere im Privaten dazu zu ermuntern, richtig den Müll zu trennen, sagt Anica Lindenau. „Es ist auch ein Erklärvideo für alle“, sagt sie. Für sie und Efke Oltmanns ist es auch ein Ärgernis, wie viel Müll im Bus oder auf den Straßen liegt. Auf dem Schulhof habe sie schon beobachtet, wie Vögel Plastik fraßen, sagt Efke Oltmanns. „Und so viel Müll landet im Meer“, sagt Raul Suchanka.

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