Hamburg  LGBTQIA+-Community: So vielfältig sind Sexualität und Identität

Julia Wadle
|
Von Julia Wadle
| 31.05.2022 16:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Liebe ist Liebe ist Liebe. Was sich hinter der Abkürzung LGBTQIA+ verbirgt, liest Du hier. Foto: Imago images/Westend61 (Symbolbild)
Liebe ist Liebe ist Liebe. Was sich hinter der Abkürzung LGBTQIA+ verbirgt, liest Du hier. Foto: Imago images/Westend61 (Symbolbild)
Artikel teilen:

Jeder zehnte junge Mensch in Deutschland identifiziert sich als Teil der LGBTQIA+-Community. Welche sexuellen Orientierungen und Geschlechteridentitäten es gibt.

In diesem Artikel erfährst Du:

Es kommt auf das Gefühl an, nicht auf das Label. Wenn Du einen – oder auch mehrere – Menschen liebst und begehrst, ist es egal, wie ihr das nennt. Trotzdem hilft es manchen Menschen, ihre sexuelle, romantische oder geschlechtliche Orientierung mit einem Label zu definieren, um sich mit anderen besser über ihre Gefühle und Erfahrungen austauschen zu können.

Wie und ob man sich selbst labelt, ist jeder Person selbst überlassen und sollte nicht von anderen übergestülpt werden. Doch welche sexuellen und romantischen Orientierungen gibt es überhaupt und welche Formen der geschlechtlichen Identifikation? Wir haben einen Überblick für Dich.

Du findest jemanden sexy, könntest Dir aber nicht vorstellen, mit dieser Person jeden Abend auf dem Balkon die Probleme des Tages zu besprechen und euch dann tief in die Augen zu sehen? Oder Du fühlst, dass jemand Dein Seelenverwandter ist, hast aber kein Bedürfnis, mit der Person intim zu werden? Wenn Du solche Gefühle kennst, verstehst Du, dass sexuelle und romantische Anziehung nicht dasselbe sind. Es kann zum Beispiel sein, dass sich jemand sexuell eher zu männlich gelesenen Personen hingezogen fühlt, romantisch aber eher zu Frauen. Romantische Orientierung ist also genauso vielfältig wie sexuelle Orientierung.

Wo die rechtliche Diskriminierung von LGBTQIA+-Personen besonders stark ausgeprägt ist, zeigt diese Karte:

Unsere Gesellschaft ist heteronormativ geprägt. Das bedeutet, dass wir es als „normal“ ansehen, dass es nur zwei Geschlechter gibt, nämlich männlich und weiblich, und dass Beziehungen zwischen den Geschlechtern als Regelfall angesehen werden. Was nicht in diese Weltanschauung passt, ist „anders“.

Dabei ist Sexualität so viel vielfältiger, wie diese Grafik zeigt:

Diese sexuellen Anziehungen solltest Du kennen:

Darüber hinaus gibt es noch weitere Labels.

Ein Mensch mit Penis ist ein Mann, ein Mensch mit Vagina eine Frau: Das trifft es nicht. Dieser einschränkenden Definition widerspricht nicht nur der Queerbeauftragte der Regierung, Sven Lehmann, der sich in einem Interview mit der „Welt“ klar positionierte: „Transgeschlechtliche Frauen sind Frauen. Alles andere ist transfeindlich“. Auch der „Bundesverband Trans*“ kritisierte Ende März öffentlich Alice Schwarzer und ihren Sammelband „Transsexualität, Eine Streitschrift“. In diesem seien „ausschließlich überholte Perspektiven auf Trans*geschlechtlichkeit, die die gesellschaftliche Akzeptanz von trans* Personen bedrohen und Diskriminierung gegenüber ihnen rechtfertigen sollen“ zu finden.

Auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes teilt die Aussagen Lehmanns. „Transgeschlechtliche Menschen sind beispielsweise trans*Frauen (Frauen, deren Geschlechtseintrag bei der Geburt männlich war), trans*Männer (Männer, deren Personenstandseintrag bei der Geburt weiblich war), aber auch Menschen, die sich geschlechtlich nicht verorten (lassen) möchten.“ Nicht nur, weil es intergeschlechtliche Personen gibt, deren körperlichen Merkmale sich nicht als nur männlich oder nur weiblich einordnen lassen, sondern weil sich manche Menschen nicht mit dem Geschlecht identifizieren können, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Wenn Du Dich mit dem Geschlecht identifizierst, das Dir bei der Geburt zugeordnet wurde, bist Du „cis“.

Diese geschlechtlichen Identitäten solltest Du kennen:

Darüber hinaus gibt es noch weitere geschlechtliche Identitäten.

Ähnliche Artikel