Berlin Inflation bei 7,9 Prozent: Diese Produkte werden teurer
Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs steigen die Energie- und Verbraucherpreise immer weiter. Die Inflationsrate für den Mai beträgt laut Statistischem Bundesamt 7,9 Prozent. Wo Verbraucher jetzt tiefer in die Tasche greifen müssen.
An vielen Stellen wird das Leben teurer. Die Verbraucherpreise steigen auch im Mai 2022 stark an – das teilte das „Statistische Bundesamt“ am Montag mit. Energie und Lebensmittel gehören dabei zu den größten Kostentreibern. Viele Verbraucher müssen mittlerweile stark auf das Preisschild von Produkten achten.
An erster Stelle bei den Preiserhöhungen stehen die steigenden Energiepreise. Um +38,3 Prozent stiegen diese im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Das sind immerhin noch einmal drei Prozent mehr als im April 2022. Das spüren Verbraucher momentan vor allem an den Tankstellen. Vielerorts liegt der Literpreis für Benzin und Diesel schon jenseits der Zwei-Euro-Marke.
Deswegen beschloss die Bundesregierung ein milliardenschweres Entlastungspaket für Verbraucher. Dazu gehört auch das ab dem 1. Juni gültige 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn in ganz Deutschland. Auch die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe gehört zu diesem Entlastungspaket und soll ab Mittwoch in Kraft treten, um die Verbraucher zu entlasten.
Um +11,1 Prozent stiegen die Nahrungsmittelpreise im Mai überdurchschnittlich stark im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das macht sich auch weiterhin an der Supermarktkasse bemerkbar. Viele Hersteller müssen die steigenden Kosten für Futtermittel, Dünger und Kraftstoffe auch an den Kunden weitergeben.
Das zeigt sich bei den Milchprodukten im Supermarkt. Diese verzeichnen seit geraumer Zeit einen kontinuierlichen Preisanstieg. Bereits im April konstatierte Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbands, gegenüber der „Mitteldeutschen Zeitung“ den starken Preisanstieg von Milchprodukten. So knackte die Butter in vielen Supermärkten die Drei-Euro-Marke. Für Butter, Milch und Käse dürfte es mit der aktuell weiter steigenden Inflationsrate nicht absehbar günstiger werden.
Der Ukraine-Krieg hat zudem unmittelbare Auswirkungen auf die Getreide-Preise hierzulande. Russland und die Ukraine stehen zusammen für rund 30 Prozent des Getreideweltmarktes. Der Krieg würde zu „deutlich höheren Verbraucherpreisen führen“, so der Vorstandsvorsitzende der AGRAVIS Raiffeisen AG Dirk Köckler kürzlich gegenüber dem „Handelsblatt“.
Mehl, Nudeln und Brot machen an der Kasse diese Auswirkungen ganz konkret spürbar. Nach dem russischen Angriff habe sich der Getreidepreis auf teilweise 420 Euro pro Tonne mehr als verdoppelt. Aber auch das Sonnenblumenöl und andere Lebensmittel werden immer teurer und Verbraucher treiben die Alternativen zu den teuren und knappen Produkten, wie beispielsweise den Reis, preislich weiter in die Höhe.
Die steigenden Preise in vielen Bereichen lassen sich in erster Linie auf die importierten Energieträger zurückführen. Diese waren laut dem „Statistischen Bundesamt“ im April 2022 um +157,4 Prozent teurer als noch im Vorjahr. Die Preise für Erdgas mit +301,2 Prozent im April 2022 viermal so hoch wie im April 2021. Auch importierte Düngemittel wurden im gleichen Vergleichszeitraum um +185,6 Prozent teurer. Das wirkt sich auch unmittelbar auf die Lebensmittelproduktion in Deutschland und die Verbraucherpreise aus.
Wie sich die Lebensmittelpreise in Deutschland bereits im März verändert haben, zeigt die folgende Grafik:
Wie das „Statistische Bundesamt“ mitteilt, sinken im ersten Quartal 2022 zudem die Reallöhne um insgesamt -1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die erste aufgestellte Prognose machte ein Wachstum von vier Prozent aus. Jedoch stiegen im selben Zeitraum auch die Verbraucherpreise um +5,8 Prozent, weshalb die Reallöhne letztlich um insgesamt -1,8 Prozent zurückgingen.