Finale „Jugend forscht“ Nach Jahrzehnten könnte 16-Jährige den Sieg nach Emden holen
An diesem Wochenende ist das Bundesfinale von „Jugend forscht“ in Lübeck. Mit dabei: eine Emderin und ihre Leuchtdioden. Physik ist ihr Hobby - nach der Schule hat sie aber anderes vor.
Emden - Nele Drüner macht Physik Spaß - und Forschung. Seit ihrem elften Lebensjahr macht die Emder Gymnasiastin bei dem Wettbewerb „Jugend forscht“ mit. Jetzt steht sie das erste Mal im Bundesfinale. Das wird am Wochenende in Lübeck ausgetragen. Sie muss sich in ihrer Kategorie gegen 23 Jugendliche durchsetzen. Die Mehrheit von ihnen ist weiblich. Deswegen wundert sich die 16-jährige Emderin immer darüber, wenn Leute sie darauf ansprechen, wie es ist, als junge Frau im Physikbereich teilzunehmen.
Seit den Sommerferien arbeitet sie an ihrem aktuellen Projekt. „In den letzten Jahren habe ich viel mit LED gemacht. Da kam mir jetzt die Idee, mir die LED selbst mal genauer anzuschauen“, erklärt sie. Betreut wird sie bei ihrer Forschung von Diplom-Ingenieur Stefan Wild, der an der Hochschule Emden/Leer arbeitet und „Jugend forscht“-Teilnehmende schon seit Jahren begleitet. An der Hochschule durfte die Emderin auch basteln. Sie besucht das Johannes-Althusius-Gymnasium (JAG).
Das Experimentieren mit Leuchtstoffen
Im Baumarkt kennt man das: Man möchte eine LED kaufen und sucht eine ganz bestimmte Lichtfarbe, die in Kelvin angegeben wird. Meist gibt es nur eine Auswahl mit sehr großen Abständen zueinander. Nele Drüner hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Abstände so gering wie möglich zu machen und ein großes Spektrum zu erschaffen. Teilweise habe sie die Abstände auf 100 Kelvin herunterregeln können.
Das erklärt sie so: Moderne weiße LEDs bestehen aus blauen LEDs und Leuchtstoffen. Verwendet man unterschiedliche Blautöne und mischt die drei Leuchtstoffe, die sie sich für das Experiment gekauft hat, anders an, dann entstehen andere Farbtemperaturen. Die vermisst sie genau mit einem Spektrometer. „Am Ende hatte ich eine lange Excel-Tabelle“, sagt die 16-Jährige. Die aussagekräftigsten Werte kamen in ihren Bericht, den sie beim Wettbewerb einreichen musste.
Nervenkitzel: In fünf Minuten Jury überzeugen
In Lübeck muss sie innerhalb von fünf Minuten die Jury von ihrem Projekt überzeugen, beziehungsweise dieses erklären. „Ich bin schon nervös“, sagt die Schülerin. Sie habe sich aber gar nicht so viele Chancen für den Landeswettbewerb erhofft und nun gehe sie ganz ohne Erwartungen an das Bundesfinale. „Ich will das mit Spaß machen“, sagt sie. Es sei überhaupt schon cool, dass sie so weit gekommen sei. Am Sonntag wird die Siegerehrung sein. Dann wird sich herausstellen, ob sie nach dem letzten Bundessieg von Emder Teilnehmern 1994 den Preis wieder in die Stadt holen wird. Das letzte Mal habe 2011 ein Team im Finale gestanden, so Stefan Wild. Damals hatte es aber nicht geklappt.
Für Nele Drüner ist so oder so klar: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Sie will bis zum Abi noch weiter forschen. Ob es weiter um Leuchtdioden geht? Vielleicht. Sie möchte noch nicht zu viel verraten. Klar ist auch für sie: Nach der Schule möchte sie studieren. Und obwohl sie in den Leistungskursen Mathe und Physik ist, muss es nicht unbedingt ein Studium in diese Richtung für sie sein, sagt sie. Psychologie würde ihr stattdessen mehr gefallen.
Obwohl sie viel Zeit mit der Forschung verbringt - wöchentlich an die fünf Stunden -, hat sie auch noch andere Hobbys. „Ich tanze viel nebenbei“, sagt die Schülerin. Gerade steht auch der Führerschein auf dem Plan. Und die „ganz normalen Sachen“ wie sich mit Freundinnen und Freunden zu treffen. „Meine besten Freunde unterstützen mich, einige haben alle meine Termine zu ‚Jugend forscht‘ im Kopf“, so die 16-Jährige.